EFB-Preis

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EFB-Preis

Die EFB-Preis (früher Einheitliche Formblätter-Preis) wurden verbindlich gegenüber den Oberfinanz- und Baudirektionen 1986 eingeführt und seither mehrfach überarbeitet und ergänzt. Sie sind mit aktuellem Stand im Vergabe- und Vertragshandbuch ( VHB-Bund, Ausgabe 2008, Stand: April 2016) enthalten. Die EFB-Preis gelten als Hilfsmittel für die Bewertung von Angeboten und vor allem für Forderungen zu Nachträgen, besonders für die Beurteilung zur Angemessenheit der einzelnen Preisbestandteile (Lohn-, Stoff-, Gemeinkosten u. a.), der Einheitspreise (EP) und Angebotsendsummen (ohne Umsatzsteuer).

Seit der Ausgabe 2008 wird von "ergänzenden Formblättern Preise" im Sinne der vorherigen EFB-Preis gesprochen.

Bei den Formblättern handelt es sich zunächst um zwei Formblätter für die verschiedenen Arten der Kalkulation :

  • Formblatt 221 : Preisermittlung bei Zuschlagskalkulation
  • Formblatt 222 : Preisermittlung bei Kalkulation über die Endsumme sowie dem
  • Formblatt 223 : Aufgliederung der Einheitspreise.

Auf Ebene der Bundesländer können in analoger Form auch Formblätter Preise auftreten, die sich aus "Kommunalen Vergabehandbüchern (KVHB)" ableiten.

Dem Inhalt der Formblätter 221 und 222 nach werden jeweils in 3 Abschnitten Aussagen verlangt:

  • im Abschnitt 1 zum Mittellohn (ML), zur Zusammensetzung des Kalkulationslohns (KL) und fortführend zum Verrechnungslohn (VL) in € je Arbeitsstunde,
  • im Abschnitt 2 des Formblatts 221 zu den vorbestimmten Zuschlägen auf die direkt berechneten Einzelkosten der Teilleistungen (EKT) insgesamt und differenziert nach den einzelnen Kostenpositionen der Einzelkosten wie Lohn, Stoffkosten, Gerätekosten, Sonstige Kosten sowie Nachunternehmerleistungen,
  • im Abschnitt 2 des Formblatts 222 zu den Umlagesätzen und -summen für die Gemeinkosten ( Baustellengemeinkosten (BGK) und Allgemeine Geschäftskosten (AGK)) sowie Wagnis und Gewinn ( W&G),
  • im Abschnitt 3 des Formblatts 221 zur Ermittlung und Zusammensetzung der Angebotssumme (ohne Umsatzsteuer) nach den Kostenartensummen der Einzelkosten zuzüglich der verrechneten Gemeinkosten (BGK, AGK) und von W&G,
  • im Abschnitt 3 des Formblatts 222 zu den absoluten Beträgen in € für die BGK und ihre Zusammensetzung, für AGK und W&G für die Umlage auf die Einzelkosten.

Im Formblatt 223 ist die Aufgliederung der Einheitspreise nachzuweisen und zugleich auszusagen zu den

  • Ordnungszahlen und Kurzbezeichnungen der Teilleistungen bzw. Positionen im Leistungsverzeichnis,
  • Mengen mit Mengeneinheit der Teilleistungen,
  • Zeitansätzen für die Teilleistungen,
  • Teilkosten nach den Kostenpositionen Löhne, Stoffe, Geräte und Sonstige Kosten jeweils einschließlich Zuschläge in € (ohne Umsatzsteuer) für die Gemeinkosten (BGK, AGK) sowie W&G je Mengeneinheit der Teilleistungen.

Zur inhaltlichen Darstellung der einzelnen Formblätter und beispielhaften Ausfüllungen bzw. Angaben und möglichen Auswertungen sei verwiesen auf die Darlegungen:

Die Formblätter Preise sind in der Regel den Verdingungsunterlagen beizufügen, wenn die voraussichtliche Angebotssumme mehr als 50.000 € (ohne Differenzierung nach Bauhauptgewerbe und Ausbaugewerbe) betragen wird. Diese Wertgrenze wird unter Tz. 1 in der Richtlinie 211 (Aufforderung zur Abgabe eines Angebots) im VHB-Bund zum Stand: April 2016 bekräftigt.
Welches Formblatt Preise nach 221 oder 222 vom Bieter auszufüllen und vorzulegen ist, richtet sich nach der Bauleistungssparte und vor allem nach dem vom Bieter gewählten Kalkulationsverfahren. Im VHB-Bund wird in der Aufforderung zur Angebotsabgabe darauf verwiesen, dass nur das Formblatt 221 oder 222 vorzulegen ist.
Die EFB-Preis Vorlage zum Formblatt 221 oder 222 kann mit dem Angebot oder ab Verlangen der Vergabestelle innerhalb von 6 Kalendertagen gefordert werden.

Das Formblatt 223 ist vom Bieter nur auf Verlangen der Vergabestelle vorzulegen, eine Wahlmöglichkeit (wie bei den Formblättern 221 und 222) für den Zeitpunkt der Vorlage ist für 223 nicht vorgesehen. In der Regel wird bereits bei der Aufforderung zur Angebotsabgabe darauf hingewiesen, ob und wann die ergänzenden Formblätter verlangt werden und dass nicht oder verspätet vorgelegte Formblätter zum Ausschluss des Angebots bzw. zur Nichtberücksichtigung nach § 16 a in der VOB Teil A (analog auch nach § 16 a EU zu EU-weiten Ausschreibungen bei Erreichen der Schwellenwerte und § 16 a VS bei verteidigungs- und sicherheitsspezifischen Baumaßnahmen in der VOB/A-2016) führen können. Wird die geforderte Abgabe versäumt, kann der Auftraggeber die fehlenden Erklärungen und Nachweise mit Fristsetzung nachverlangen. Diese sind dann spätestens innerhalb von 6 Kalendertagen nach Aufforderung vorzulegen. Eine Nichtvorlage zum Nachtermin wird einen Ausschluss begründen.

Wegen der Bedeutung, die den Formblättern Preise zur Beurteilung der Angebote und zunehmend auch zur Erläuterung von Nachtragsangeboten zukommt, wirken die Vergabestellen immer konsequenter darauf hin, dass die Bieter die angeforderten Formblätter mit dem Angebot einreichen.

Vertragsbestandteil werden die Formblätter Preise jedoch nicht, weil im Vertrag nur die Preise, nicht aber ihr Zustandekommen und insbesondere nicht die einzelnen Preisbestandteile vereinbart werden. In früheren Jahren war das im Kopfteil der Formblätter vermerkt. Heute findet sich dieser Vermerk unter Textziffer 1 in der Aufforderung zur Abgabe eines Angebots (Formblatt 211 im VHB-Bund, Stand April 2016).

Die EFB-Preis können mit geeigneter Software – beispielsweise der Baukalkulationssoftware " nextbau " - automatisch im Rahmen der Angebotskalkulation erstellt und ausgedruckt werden.
Ein direktes Ausfüllen und Überprüfen der Formblätter kann auch mit dem Onlinedienst " www.EFB-Preis.de " erfolgen.

Kostenlose Downloads
Bitte beachten Sie, dass die Muster-Dokumente keine juristische Empfehlung darstellen und die Verwendung nach dem konkreten Sachverhalt eigenverantwortlich erfolgen muss. Vollständigkeit, sowie technische und inhaltliche Fehlerfreiheit werden nicht zugesichert.

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