Qualitätsmanagement (QM)
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Qualitätsmanagement (QM)
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Autoren:Dr.rer.oec. habil., Dipl.-Ing.oec. (Bau) Klaus Schiller unter Mitwirkung von Prof. Dr.rer.oec. habil., Dipl.-Ing.oec. (Bau) Siegmar Kloß
Herausgeber:f:data GmbH Weimar und Dresden
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Qualitätsmanagement (QM) bedeutet Verwirklichung der durch die Geschäftsführung betriebenen systematischen Vorsorge bei der Erfüllung aller qualitätsrelevanten Tätigkeiten unter Mitwirkung aller Führungsebenen. Eingeschlossen ist auch die Qualitätssicherung. Hilfestellung für die Umsetzung des QM geben die für die Bauwirtschaft erarbeiteten Leitlinien (Herausgeber: Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V.). Darin sind alle Prozesse bzw. Tätigkeiten als Qualitätssicherungselemente (QS-Elemente) mit Ziel, Anforderungen und Umsetzung beschrieben. Grundlage für die Durchführung des QM ist die europäische Normenreihe DIN EN ISO 9000 bis 9004. Sie stellt Qualitätsanforderungen an die Organisation eines Unternehmens auf, deren Einhaltung nachzuweisen ist, wenn das Unternehmen nach diesen Normen zertifiziert werden möchte. Wichtig dafür ist, dass das Unternehmen seine Qualitätsziele und -politik genau festlegt und darstellt, wie die systematische Vorsorge bei der Erfüllung aller qualitätsrelevanten Tätigkeiten unter Beteiligung aller Personen im Bauprozess verwirklicht werden soll. Die Kundenanforderungen sowie die Erfordernisse auf dem Baumarkt machen es notwendig, dass sich vor allem die mittelgroßen und größeren Bauunternehmen mit der Norm ISO 9000 ff. befassen und ein Zertifikat erhalten. Der damit verbundene Aufwand lässt sich rechtfertigen, wenn eine echte Verbesserung der Qualität durchgängig im Bauunternehmen, eine höhere Produktivität und Kostensenkungen in der Baudurchführung erreicht werden. Eine Zertifizierung erfolgt in vier Schritten: - Zunächst sind die wesentlichen Punkte im QM-System für die einzelnen QM-Elemente zu erfassen und in einem QM-Handbuch darzustellen.
Als QM-Elemente gelten: | QM-Element 1
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| Verantwortung der Leitung
| | QM-Element 2
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| Qualitätsmanagementsystem
| | QM-Element 3
| =
| Vertragsprüfung
| | QM-Element 4
| =
| Designlenkung
| | QM-Element 5
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| Lenkung der Dokumente und Daten
| | QM-Element 6
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| Beschaffung
| | QM-Element 7
| =
| Lenkung der vom Kunden beigestellten Produkte
| | QM-Element 8
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| Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit von Produkten
| | QM-Element 9
| =
| Prozesslenkung
| | QM-Element 10
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| Prüfungen
| | QM-Element 11
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| Prüfmittelüberwachung
| | QM-Element 12
| =
| Prüfstatus
| | QM-Element 13
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| Lenkung fehlerhafter Produkte
| | QM-Element 14
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| Korrektur- und Vorbeugungsmaßnahmen
| | QM-Element 15
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| Handhabung, Lagerung, Verpackung, Konservierung, Versand
| | QM-Element 16
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| Lenkung von Qualitätsaufzeichnungen
| | QM-Element 17
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| Interne Qualitätsaudits
| | QM-Element 18
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| Schulung
| | QM-Element 19
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| Wartung
| | QM-Element 20
| =
| Statistische Methoden
| Das QM-Handbuch soll beschreiben und demonstrieren: - die angeordneten Maßnahmen zum QM,
- die Regelung zur Aufbau- und Ablauforganisation,
- die Festlegungen zu projektabhängigen Verfahren und
- die Darlegungen des QM-Systems gegenüber Außenstehenden.
- Die erarbeiteten Unterlagen, wie QM-Handbuch und eventuelle Qualitätsmanagementanweisungen, werden durch die Zertifizierungsstelle auf Übereinstimmung mit dem Normenwerk geprüft.
- Das Bauunternehmen wird durch die Zertifizierungsgesellschaft auditiert, und zwar als Überprüfung von konkreten Prozessabläufen auf ausgewählten Baustellen.
- Erteilung des Zertifikates für in der Regel drei Jahre, wobei durch die Zertifizierungsstelle das QM-System jährlich erneut auditiert wird.
Das QM-System muss sich in das betriebliche Controlling-System einordnen. Dafür sind die Controlling-Aufgaben in den QM-Elementen zu berücksichtigen. Wichtig ist die integrale Behandlung von Ergebnissicherung und Qualitätsmanagement. Diese Orientierung sollte durchgängig im QM-Handbuch präsent sein. Dann werden auch die Vorteile für alle Beteiligten bei der Ausführung der Bauaufträge zur Geltung kommen, z.B. - Qualitätsmanagement ist wirtschaftlich, es spart mehr ein, als es kostet,
- Rationalisierung im Organisationsbereich,
- besserer Informationsfluss,
- weniger Nachbesserungen während der Bauzeit,
- aus Fehlern wird gelernt,
- systematische Weiterbildung und Motivation der Mitarbeiter,
- verbesserte Zusammenarbeit durch geklärte Zuständigkeiten,
- Entschärfung von Schnittstellenproblemen mit Auftraggebern, Planern, Nachunternehmern und Lieferanten,
- Nachweis der unternehmerischen Sorgfaltspflicht in Haftungsfragen wird erleichtert,
- weniger Mängelansprüche in der Verjährungsfrist,
- Kundenzufriedenheit,
- Vertrauensbildung beim Auftraggeber.
Das Qualitätsmanagement schließt alle Tätigkeiten, die gewöhnlich unter Qualitätskontrolle gemeint sind, mit ein. Das betrifft beispielsweise folgende Aktivitäten: - Qualitätskontrolle zu Stofflieferungen (als Materialeingangskontrolle):
- Lieferschein prüfen und mit Bestellung und Lieferung vergleichen,
- Menge, Vollständigkeit, Beschädigungen, geforderte Qualität/Norm,
- Hersteller/Lieferantennachweis und Produktbezeichnung prüfen,
- Betongüte und Wasser/Zement-Faktor bei Transportarbeiten von Beton,
- Stoffkontrolle bei Fertigmörtel.
- Kontrolle der Gebäudegeometrie:
- Gebäudeabmessungen, Raumhöhen, -breiten und -längen,
- Treppen, Winkel, Fluchten und Höhen, Festpunkt- und Flächennivellement.
- Kontrolle der Ausführung der Bauarbeiten:
- Übereinstimmung mit Planung und Leistungsverzeichnis (LV) hinsichtlich Ausführung und Güte,
- Einhaltung der Normen, Richtlinien, Verarbeitungshinweise der Hersteller/Lieferanten,
- Stichproben der verarbeiteten Baustoffe auf Übereinstimmung mit der geforderten Güte,
- Vollständigkeit der Bewehrung.
- Kontrolle des Zentralmagazins und der Baustofflager:
- Witterungseinflüsse, Beschädigungen, Diebstahl, sachgemäße Lagerung.
- Kontrolle der Nachunternehmerleistungen:
- Übereinstimmung mit Auftrag und Vollständigkeit der Leistungen, insbesondere bei nach Fertigstellung nicht mehr sichtbaren oder zugänglichen Bauteilen.
In den meisten europäischen Ländern sind neben der Zertifizierung zur Qualitätsarbeit auch Qualifizierungssysteme für Bauunternehmen etabliert. Die Bundesregierung, IG Bau und Spitzenverbände der Bauwirtschaft haben vereinbart, ein einheitliches nationales Qualifizierungssystem für Bauunternehmen anzugehen und einzuführen. Ein solche Präqualifikation entspricht praktisch einer vorgelagerten auftragsunabhängigen Prüfung der Eignungsnachweise von Bauunternehmen auf der Basis der in § 6 VOB Teil A (2009) definierten Anforderungen an Bieter für die Ausführung von Bauleistungen und ggf. zusätzlicher Kriterien. Sie kann und wird künftig dazu beitragen, - illegale Praktiken am Bau wirksam zu bekämpfen und
- die Effizienz der Vergabeverfahren zu erhöhen.
Begriffs-Erläuterungen zu Qualitätsmanagement (QM)
Allgemein versteht man unter Qualität die Beschaffenheit einer Einheit bezüglich der Qualitätsanforderungen. Eine gute Qualität fördert das Ansehen des Unternehmens. In den letzten Jahren nahm die Za ...
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