Referenzbescheinigung

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Referenzbescheinigung

Für ausgeführte Bauaufträge können die Bauunternehmen eine Referenz erhalten. Für Hochbauvorhaben des Bundes liefert das Formblatt 444 im Vergabe- und Vertragshandbuch (VHB-Bund Ausgabe 2008, Aktualisierung: August 2014) die Grundlage. Mit der überarbeiteten Fassung werden vorher aufgetretene Probleme weitestgehend gelöst. Das betrifft vor allem die Bewertung des Auftraggebers zur "im Ergebnis auftragsgemäßen" Bauausführung.

Die Referenbescheinigung kann sich mit Angabe des Netto-Auftragswertes beziehen:

  • sowohl auf eine Einzelleistung als auch auf eine Komplettleistung,
  • auf die vertragliche Bindung als Hauptauftragnehmer, ARGE-Partner oder Nachunternehmer,
  • auf Neubauten, Umbauten und denkmalgeschützte Baumaßnahmen.

Bei der Bewertung kann differenziert werden nach:

  • "auftragsmäßig durchgeführt",
  • "im Ergebnis auftragsgemäß durchgeführt",
  • "nicht auftragsgemäß ausgeführt" und
  • "wegen Kündigung nicht fertiggestellt".

Zur Bewertung "im Ergebnis auftragsgemäß durchgeführt" sind nur hinreichend belegbare Sachverhalte aufzunehmen, und zwar mit evtl. folgenden Feststellungen, die während der Abwicklung der Baumaßnahme gemacht wurden:

  • Verstöße gegen Obliegenheiten und Pflichten gemäß § 4 Abs. 2 VOB/B zur Bauausführung in eigener Verantwortung des Bauunternehmens, nach den anerkannten Regeln der Technik und behördlichen Bestimmungen,
  • schriftliche Mahnung zur Einhaltung der Vertragsfristen,
  • wiederholte Aufforderung zur Mängelbeseitigung während der Bauausführung,
  • Androhung einer schriftlichen Kündigung gegenüber dem Auftragnehmer,
  • vorübergehende Verweigerung einer Abnahme wegen wesentlicher Mängel,
  • wiederholte Aufforderung zur Vervollständigung der Rechnungsunterlagen,
  • ggf. Erstellung der Schlussrechnung durch den Auftraggeber.

Der Auftraggeber kann einer Veröffentlichung der Referenzbescheinigung zum Zwecke der Präqualifikation zustimmen. Der Auftragnehmer kann dann diese Bescheinigung auch verwenden, um beim Verein für die Präqualifikation von Bauunternehmen in die Liste der präqualifizierten Unternehmen eingetragen zu werden. Die eingetragenen, präqualifizierten Bauunternehmen brauchen bei Ausschreibungen der Öffentlichen Auftraggeber ihre Eignung nicht durch Einzelnachweise zu belegen. Sie können auf ihre Eintragung in der Liste verweisen.

Ist eine Referenzbescheinigung zweifelhaft, so führt sie nicht unmittelbar und ungeprüft zum Ausschluss eines Angebots. Der Vergabestelle obliegt dann die Aufgabe, beim Referenzgeber genauere Angaben einzuholen und diese in den Prozess der Entscheidungsfindung mit einzubeziehen.

Baunachrichten zu Referenzbescheinigung

Vergabehandbuch: Aktualisierung ab 1. November anzuwenden - 01.11.2014 Ab 01.11.2014 treten etliche Erweiterungen und inhaltliche Präzisierungen in den Richtlinien und den Formblättern des Vergabehandbuches (VHB-Bund) in Kraft. Betroffen sind u.a. die Richtlin
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Aktualisierung 2012 zum VHB-Bund bringt wichtige Änderungen - 01.12.2012 Zur Ausgabe 2008 des VHB-Bund wurde durch Erlass des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung vom 19. September 2012 die elektronische Austauschlieferung – Stand August 2012
01.12.2012 Zur Ausgabe 2008 des VHB-Bund wurde durch Erlass des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung vom 19. September 2012 die elektronische Austauschlieferung – Stand August 2012...

Begriffs-Erläuterungen zu Referenzbescheinigung

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