Stundenpreise
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Autoren:Dr.rer.oec. habil., Dipl.-Ing.oec. (Bau) Klaus Schiller
unter Mitwirkung von Prof. Dr.rer.oec. habil., Dipl.-Ing.oec. (Bau) Siegmar Kloß
Herausgeber:f:data GmbH Weimar und Dresden
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Stundenpreise sind Preiskennzahlen. Sie beschreiben das Verhältnis ausgewählter Preisbestandteile zu den entlohnten Stunden und zwar ausgedrückt in der Beziehung: Leistung im Preisausdruck je tatsächliche Arbeitsstunde (€/h).
Der Bezug kann differenziert werden nach: Betrieb, Baustelle, Facharbeitergruppen oder Personen.
Die Basis bilden die Lohnkosten je Arbeitsstunde in Form des Kalkulationslohnes. Auf seiner Grundlage können "leistungsbezogene" Stundensätze abgeleitet werden, und zwar durch Hinzurechnung eines Zuschlags für den Deckungsbeitrag (DB) als Summe aus Baustellengemeinkosten (BGK), Allgemeinen Geschäftskosten (AGK) sowie Wagnis und Gewinn (W&G).
Je nachdem, in welchem Umfang die Preisbestandteile zugeschlagen werden, lassen sich folgende Arten von Stundenpreisen ableiten:
- Stundenverrechnungssatz für manuelle Stundenlohnarbeiten (je Arbeitsstunde)
Kalkulationslohn + DB (DB = BGK + AGK + W&G je Stunde)
- Stundenverrechnungssatz für maschinelle Stundenlohnarbeiten (je Maschinenstunde)
Kalkulationslohn + DB + Kosten für Geräte und Betriebsstoffe
- Eigenleistung je Arbeitsstunde
Kalkulationslohn + DB + EKT (EKT = Einzelkosten der Teilleistungen außer Lohnkosten und Nachunternehmer)
- Umsatz je Arbeitsstunde
Kalkulationslohn + DB + EKT (außer Lohnkosten)
Die Bestimmung der Stundenpreise kann auf Grundlage der unter "Berechnungen" aufrufbaren Schemen für die Berechnung erfolgen, differenziert für das Bauhauptgewerbe nach Ost und West in Ableitung aus dem noch unterschiedlichen Lohnniveau.
Nachdem die betriebsindividuellen Werte eingetragen worden sind, stehen im Ergebnis der Berechnung die betriebsindividuellen Aussagen für die weitere Auswertung und Verwendung.
Die Löhne sind neben den Baustoffen der Kostenfaktor am Bau. Sie steigen derzeit nicht so stark wie die Baustoffpreise. Aber sie sind sehr differenziert, facettenreich und von politischer Brisanz. Arbeitnehmer-Entsendegesetz, Mindestlöhne, Tarifrunden und der Baustreik 2007 sind ein Zeichen hierfür. Löhne sind regional und für die Berufsgruppen am Bau verschieden. Dies beginnt schon mit den Bruttolöhnen der Arbeitnehmer. Diese werden als Arbeiterlöhne oder Mittellöhne kalkuliert. In der Tarifrunde-Bau 2007 wurden die Tariflöhne ab 1.6.07 um 3,1 % und weiteren 1,5 % ab 1.4.08 erhöht. Geltend bei tariflicher Bindung. Oft wird auch außertariflich entlohnt. Mehr in Richtung Mindestlohn als übertariflich. Die offiziellen Arbeiterlöhne im Baugewerbe streuen in Deutschland von ca. 9 bis 16 €/ h. Der Ausbau kann die Streubreite noch erweitern, wie folgender Vergleich von Mindestlöhnen zeigt.