W&G

W&G

W&G ist die allgemein übliche Abkürzung für " Wagnis und Gewinn ". Sowohl das Kalkulationselement Wagnis als auch der Gewinn werden in der Regel bei der Kalkulation zusammengefasst, meistens in einem Prozentsatz festgelegt und beispielsweise bei der Zuschlagskalkulation als Zuschlagssatz vorbestimmt. Analoge Berücksichtigung erfolgt im Rahmen der Kosten- und Leistungsrechnung (KLR) und speziell der Baustellenabrechnung, hier bei der Verrechnung in der Regel als Planzuschlagssatz auf vorher bestimmte Bezugsgrößen.

Als Bezugsgrößen können die Einzelkosten der Teilleistungen (EKT), einzelne Kostenarten wie Lohnkosten, aber auch die Angebotsendsumme herangezogen werden. Erfolgt ein Bezug auf die Angebotsendsumme, dann muss zunächst eine Umrechnung des Prozentsatzes für W&G auf die gewählte Bezugsbasis für die Kalkulation erfolgen, bei der Endsummenkalkulation auf Basis der Herstellkosten. Es kann aber auch eine Aufgliederung nach den Anteilen für Wagnis und Gewinn erfolgen, beispielsweise in den "Erläuterungen" am Ende des ergänzenden Formblattes Preise 221 nach VHB-Bund (Ausgabe 2008, Stand: April 2016) angegeben werden. Von Wichtigkeit kann dies sein, wenn in der Bauausführung Mengenminderungen nach VOB, Teil B § 2 Abs. 3 Nr. 3 auftreten und daraus ableitend Nachtragsforderungen durch den Auftragnehmer gestellt werden. Wird keine Aufteilung vorgesehen, kann allgemein angenommen werden, dass der Zuschlag für Wagnis und Gewinn sich gleichmäßig auf beide Faktoren aufteilt, d. h. 50 % Wagnis und 50 % Gewinn.

Sollte der Unternehmer von vornherein einen %-Satz mit Bezug auf die Angebotssumme bzw. den Baupreis bestimmt haben, muss dieser Satz auf die o. a. Basen umgerechnet werden.

Beispiele zu W&G

W&G

Beispiel zur Angebotskalkulation:

Kalkulierte Angebotssumme  100.000 €   
Anteil W&G an der Angebotssumme  5.000 €  5,00 %  von Angebotssumme 
Kalkulierte Selbstkosten  95.000 €  95,00 %  von Angebotssumme 
 
Zuschlag für W&G auf Basis Selbstkosten 
Umrechnung: (5 x 100) : (100 - 5)  5,263 %  von Selbstkosten 
 
  =  5.000 €  = Anteil W&G 

Im Fall von 5,263 % wird dann meistens von einem "kostenbezogenen" Zuschlagsatz, demgegenüber bei 5,00 % von einem "umsatzabhängigen" Zuschlagsatz gesprochen.

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