Wagnis

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Wagnis

Das Wagnis entspricht einem Ansatz für zusätzliche Kosten, die zwar im Einzelnen noch unbekannt sind, deren Auftreten aber auf Grund langjähriger Erfahrungen mit Sicherheit zu erwarten ist, z. B.:

  • Aufwendungen aus Mängelansprüchen,
  • Bauzeitverzögerungen durch äußere Einflüsse, z. B. Winter und unternehmerisches Verschulden,
  • Ausfall von bereits beauftragten preisgünstigen Nachunternehmern,
  • unvorhergesehene Zwischenfälle, z. B. Überflutungen,
  • Kalkulationsfehler und -irrtümer.

Ein Wagnis kann auch in Verbindung mit einer fehlerhaftenAusschreibung und nicht ausreichender Prüfung der im Leistungsverzeichnis ausgewiesenen Soll-Mengen bei einer Detailpauschalisierung verbunden sein.

Wagnis wird im Allgemeinen gemeinsam in einem Zuschlagsatz mit dem zu kalkulierenden Gewinn zusammengefasst als Wagnis und Gewinn (W&G) verrechnet, z. T. auf unterschiedliche Basen bei den einzelnen Kalkulationsverfahren :

Sollte der Unternehmer von vornherein einen %-Satz mit Bezug auf die Angebotssumme bzw. den Baupreis bestimmt haben, muss dieser Satz auf die o. a. Basen umgerechnet werden.

Beispiel:

Zuschlag Wagnisauf den Baupreis
(Angebotssumme)

 

= 2,00 %

 

Basis Selbstkosten der Teilleistungen
Umrechnung: (2 x 100) : (100 - 2) = 2,04
Zuschlagsatz auf die vorangegangene
Kostensumme, in der Regel die Selbstkosten

 

= 2,04 %

 
Im Fall von 2,04 % wird dann meistens von einem "kostenbezogenen" Zuschlagsatz, demgegenüber bei 2,00 % von einem "umsatzabhängigen" Zuschlagsatz gesprochen.

Wagnis kann nicht in jedem Fall bei einer Kalkulation vonNachträgen zum Ansatz kommen. Bei den Nachtragsarten „ Mengenminderung “ sowie „ Wegfall von Leistungen “ liegt eine geringere bzw. keine Leistung im Ist gegenüber dem Soll vor, für die auch kein Wagnis eintreten kann. Ein Ansatz müsste dem Grunde nach entfallen.

Im eigentlich ähnlich zu betrachtenden Sachverhalt einer freien Auftraggeberkündigung des Bauvertrags hat der Bundesgerichtshof (BGH) mit Urteil vom 24. März 2016 (Az.: VII ZR 2011/15, in IBR 2016, 1046) die Entscheidung getroffen, dass der vom Auftragnehmer im Rahmen eines Einheitspreisvertrages auf der Grundlage des EFB-Formblatts 221 kalkulierte Zuschlag für Wagnis "nicht als ersparte Aufwendung" von der Vergütung nach § 649 BGB bzw. § 8 Abs. 2, Nr. 1 VOB/B in Abzug zu bringen ist, da damit das "allgemeine unternehmerische Risiko abgesichert werden soll".

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Normen und Richtlinien zu Wagnis

DIN 18299 [2016-09]Besondere Leistungen sind Leistungen, die nicht Nebenleistungen nach Abschnitt sind und nur dann zur vertraglichen Leistung gehören, wenn sie in der Leistungsbeschreibung besonder...
DIN 1960 [2016-09](1) 1. Die Leistung ist eindeutig und so erschöpfend zu beschreiben, dass alle Unternehmen die Beschreibung im gleichen Sinne verstehen müssen und ihre Preise sicher und ohne umfan...
DIN 1960 [2016-09](1) 1. Die Leistung ist eindeutig und so erschöpfend zu beschreiben, dass alle Bewerber die Beschreibung im gleichen Sinne verstehen müssen und ihre Preise sicher und ohne umfangre...
DIN 1961 [2016-09](1) 1. Stundenlohnarbeiten werden nach den vertraglichen Vereinbarungen abgerechnet. Anmerkung zu § 15 Abs. 1 Nr. 1 2. Soweit für die Vergütung keine Vereinbarungen getroffen worde...
VDI 3728 [2012-03]In den Ausschreibungstexten und Leistungsbeschreibungen von Türen und Mobilwänden sind das am Bau geforderte Schalldämm-Maßsowie das zugehörige Prüfstands-Schalldämm-Maß und au...

Ausschreibungstexte zu Wagnis

STLB-Bau 2016-04 091 Stundenlohnarbeiten
LKW vorhalten 1-3,5t
STLB-Bau 2016-04 091 Stundenlohnarbeiten
Arbeiter/-in Stundenlohnarbeiten sämtliche Kosten/Zuschläge

Baunachrichten zu Wagnis

Der Deckungsbeitrag in der Dualität von A wie Anteil bis Z wie Zuschlag -Im Deckungsbeitrag verbirgt sich ein tiefer Sinn für die Kalkulation von Baupreisen, der Beurteilung von Angeboten und dem Nachtragsmanagement. Zum Verständnis dieser Zusammenhänge möchte ich aus aktuellem Anlass geistig anregen.
Im Deckungsbeitrag verbirgt sich ein tiefer Sinn für die Kalkulation von Baupreisen, der Beurteilung von Angeboten und dem Nachtragsmanagement. Zum Verständnis dieser Zusammenhänge möchte ich aus aktuellem Anlass geistig anregen.
Ausgleichsberechnung von Nachträgen – Unter- oder Überdeckung? -Das Leistungsverzeichnis präsentiert sich als eine Parade aufgestellter Positionen. Scheinbar beliebig austauschbar. In Reih und Glied stehen sie trügerisch geordnet mit Menge, Text und Preis. Tatsächlich sind die Positionen aber vernetzt. Beauftragt wird ein verknüpftes Geflecht von Einzelleistungen. Eine nachträgliche Änderung zieht eine Reihe anderer Änderungen nach sich. Mit der Schlussrechnung kommt dann das dicke Ende. Im Konglomerat von gekündigten, geänderten und zusätzlichen Leistungen kombiniert mit Minder- und Mehrmengen verliert man schnell den Überblick.
Das Leistungsverzeichnis präsentiert sich als eine Parade aufgestellter Positionen. Scheinbar beliebig austauschbar. In Reih und Glied stehen sie trügerisch geordnet mit Menge, Text und Preis. Tatsächlich sind die Positionen aber vernetzt. Beauftragt wird ein verknüpftes Geflecht von Einzelleistungen. Eine nachträgliche Änderung zieht eine Reihe anderer Änderungen nach sich. Mit der Schlussrechnung kommt dann das dicke Ende. Im Konglomerat von gekündigten, geänderten und zusätzlichen Leistungen kombiniert mit Minder- und Mehrmengen verliert man schnell den Überblick.
Bauaufträge im Kreislauf von Angebot, Ausführung, Nachtrag und Abrechnung -Der Bauauftrag entsteht und ist wert das er zugrunde geht. A` la Goethe erleben die Firmen diesen ewigen Rhythmus am Bau. Vom Anbieten bis zum Abrechnen. Oft ist nach dem Angebot schon Schluss. Aber mit der Schlussrechnung ist der Auftrag noch nicht am Ende. Bauaufträge sind das tägliche Brot der Firmen. Lebenswichtig sind die Bauleistungen und Baupreise. Und eine gesunde Existenz erfordert eine schnelle und sichere Kalkulation sowie eine ordnungsgemäße Abrechnung.
Der Bauauftrag entsteht und ist wert das er zugrunde geht. A` la Goethe erleben die Firmen diesen ewigen Rhythmus am Bau. Vom Anbieten bis zum Abrechnen. Oft ist nach dem Angebot schon Schluss. Aber mit der Schlussrechnung ist der Auftrag noch nicht am Ende. Bauaufträge sind das tägliche Brot der Firmen. Lebenswichtig sind die Bauleistungen und Baupreise. Und eine gesunde Existenz erfordert eine schnelle und sichere Kalkulation sowie eine ordnungsgemäße Abrechnung.
Baupreise und Angebotssumme - Kosten und Angebotsbilanz -Was ist zuerst da: die Baupreise oder die Angebotssumme? Bestimmen die Baupreise die Angebotssumme oder werden sie daraus bestimmt? Auf den ersten Blick scheint alles klar. Wie im Lokal. Der Kellner tippt die Bestellungen nach Speisekarte ein und bringt die Rechnung. Eine Milchmädchenrechnung? Faktisch war es aber der Wirt. Er hat vorher Speisen und Getränke kalkuliert. Und die Kosten sind der Schlüssel zur Lösung. Man sollte eben die Rechnung nicht ohne den Wirt machen.
Was ist zuerst da: die Baupreise oder die Angebotssumme? Bestimmen die Baupreise die Angebotssumme oder werden sie daraus bestimmt? Auf den ersten Blick scheint alles klar. Wie im Lokal. Der Kellner tippt die Bestellungen nach Speisekarte ein und bringt die Rechnung. Eine Milchmädchenrechnung? Faktisch war es aber der Wirt. Er hat vorher Speisen und Getränke kalkuliert. Und die Kosten sind der Schlüssel zur Lösung. Man sollte eben die Rechnung nicht ohne den Wirt machen.
Der Fundamentalsatz der Kalkulation vereint Umsatzanteile und Zuschlagssätz... -Bauleistungen werden durch Unternehmen ausgeführt. Im Auftrag und auf der Baustelle des Bauherren. Kaufmännisch sind die Beziehungen über Geld geregelt. Und die Baupreise sind das Bindemittel. Kosten- sowie marktgerecht kalkuliert. Angeboten und für die Vergütung der Bauleistungen vereinbart. Abgerechnet und als Umsatz verbucht. Im Kreislauf von Kalkulation und Rechnungslegung. Eingebettet in Bauauftrag und Baubetrieb.
Bauleistungen werden durch Unternehmen ausgeführt. Im Auftrag und auf der Baustelle des Bauherren. Kaufmännisch sind die Beziehungen über Geld geregelt. Und die Baupreise sind das Bindemittel. Kosten- sowie marktgerecht kalkuliert. Angeboten und für die Vergütung der Bauleistungen vereinbart. Abgerechnet und als Umsatz verbucht. Im Kreislauf von Kalkulation und Rechnungslegung. Eingebettet in Bauauftrag und Baubetrieb.

Begriffs-Erläuterungen zu Wagnis

Als Mietausfallwagnis gilt das Wagnis einer Ertragsminderung des Rohertrags eines Grundstücks als Summe der nachhaltig erzielbaren Einnahmen aus einem Grundstück . Der Mietausfall kann resultieren au ...
Wagnis und Gewinn werden in der Regel bei der Kalkulation zusammengefasst in einem Prozentsatz festgelegt und beispielsweise bei der Zuschlagskalkulation als Zuschlagssatz vorbestimmt. Im Rahmen der...
W&G ist die allgemein übliche Abkürzung für " Wagnis und Gewinn ". Sowohl das Kalkulationselementals auch derwerden in der Regel bei der Kalkulation zusammengefasst, meistens in einem Prozentsatz ...
Die detaillierte Ausgleichsberechnung von Nachträgen berücksichtigt bei jeder Leistungsposition im Nachtrag die kalkulierten Baustellengemeinkosten (BGK)Allgemeinen Geschäftskosten (AGK)sowie Wag ...

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