Öffentliche Ausschreibung

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Öffentliche Ausschreibung

Die Vergabe von Bauleistungen kann für Bauaufträge national im Bereich unterhalb der Schwellenwerte nach öffentlicher Ausschreibung mit Bezug auf § 3 im Abschnitt 1 (Basisparagrafen) der VOB Teil A (2019) erfolgen. Danach werden die Bauleistungen im vorgeschriebenen Verfahren nach öffentlicher Aufforderung einer unbeschränkten Zahl von Unternehmen zur Einreichung von Angeboten vergeben. Jedes Unternehmen kann ein Angebot abgeben. Dem Auftraggeber steht diese Vergabeart gleichberechtigt neben der beschränkte Ausschreibung mit Teilnahmewettbewerb nach § 3a Abs. 1 VOB/A (2019) zur Verfügung. Er kann zwischen diesen beiden Vergabearten wählen, folglich gilt die öffentlichen Ausschreibung nicht mehr als Regelverfahren und ihr kommt nicht mehr der Vorrang zu.
Die öffentliche Ausschreibung stellt hohe Formanforderungen bei der Durchführung. Dabei ist eine objektive Betrachtung vorzusehen. Für "besondere Umstände" sollte nicht die subjektive Auslegung des Auftraggebers maßgebend sein. Die öffentliche Ausschreibung hat grundsätzlich bei öffentlichen Bauaufträgen stattzufinden, wenn nicht die Eigenart der Leistung oder besondere Umstände eine Abweichung rechtfertigen. Voraussetzung ist jedoch, dass die sich daraufhin bietenden Unternehmen auch gewerbsmäßig mit der Ausführung der ausgeschriebenen Leistung befassen. Liegt ein besonderer Umstand nicht vor, der eine Abweichung rechtfertigen würde, kann der Auftraggeber trotzdem "freiwillig" eine öffentliche Ausschreibung vorsehen. Entscheidet er sich mit den Vertragsunterlagen dazu, ist er anschließend auch daran gebunden.
Die öffentliche Ausschreibung darf nicht auf Unternehmen beschränkt werden, die in bestimmten Regionen oder Orten ansässig sind. Einem Einzelbieter sind Bietergemeinschaften (BG) gleichzusetzen, wenn sie die Arbeiten in den Betrieben der Mitglieder ausführen.
Dagegen sind private Auftraggeber, Besteller und Verbraucher an keine haushaltsrechtlichen Bestimmungen gebunden und nicht dazu verpflichtet, die Regelungen der VOB/A unterhalb der Schwellenwerte anzuwenden. Andererseits dürfen sich die privaten Auftraggeber aber freiwillig den Bestimmungen im Abschnitt 1 der VOB/A unterwerfen und diese anwenden. Das kann in Einzelfällen auch auf Grund von Nebenbestimmungen, beispielsweise bei staatlichen Förderungen und diesbezüglichen Mittelgebern, erforderlich sein.
Die Eignung von Bietern bei nationalen Vergaben bleibt zu prüfen. Nach §§ 6a Abs. 5 und 6b in der VOB/A- 2019 wurde die Eignungsprüfung seit 1. März 2019 flexibilisiert. Beispielsweise kann auf die Vorlage von Nachweisen zur Eignung verzichtet werde, wenn die den Zuschlag bzw. Auftrag erteilende Stelle bereits im Besitz dieser Eignungsnachweise ist.
Öffentliche Ausschreibungen sind bekannt zu machen. Das kann in dazu herausgegebenen Amtsblättern, Tageszeitungen, Informationsdiensten u. a. erfolgen. Die VOB/A sieht im § 12 Abs. 1 auch die Veröffentlichung auf der zentralen Internetplattform www.service.bund.de vor. Das bietet Erleichterungen und hilft Kosten einzusparen. Welche einzelnen Angaben eine Auftragsbekanntmachung zur Vergabe enthalten soll, wird in § 12 Abs. 1, Nr. 2 VOB/A aufgeführt. Nach der Bekanntmachung folgt ein ganz spezieller Ablauf der öffentlichen Ausschreibung, wofür die Regelungen im Abschnitt 1 in der VOB/A bestimmend sind.
Bei einer öffentlichen Ausschreibung darf nach § 15 Abs. 3 VOB/A durch den Auftraggeber mit dem Bieter nicht über Änderung der Angebote oder Preise nachverhandelt werden, außer, wenn sie bei Angeboten oder Nebenangeboten auf Grundlage eines Leistungsprogramms nötig sind. Lediglich Aufklärungen können verlangt werden, beispielsweise bei Verdacht auf eine Mischkalkulation.
Führt eine öffentliche Ausschreibung zu keinem annehmbaren Ergebnis oder wäre sie aus anderen Gründen (beispielsweise Dringlichkeit, Geheimhaltung) unzweckmäßig, kann anschließend eine beschränkte Ausschreibung ohne Teilnahmewettbewerb und evtl. auch eine freihändige Vergabe erfolgen. Vom Ausschreibenden bliebe dies jedoch zu begründen und ggf. zu beweisen. Das kann der Fall sein, wenn die Angebotspreise in keinem realen Verhältnis zur auszuführenden Leistung stehen.

Normen und Richtlinien zu Öffentliche Ausschreibung

DIN 1960 [2019-09](1) Die Ausschreibung kann aufgehoben werden, wenn: kein Angebot eingegangen ist, das den Ausschreibungsbedingungen entspricht, die Vergabeunterlagen grundlegend geändert werden mü...
DIN 1960 [2019-09]Die Vergabe von Bauleistungen erfolgt nach Öffentlicher Ausschreibung, Beschränkter Ausschreibung mit oder ohne Teilnahmewettbewerb oder nach Freihändiger Vergabe. 1. Bei Öffentlic...
DIN 1960 [2019-09](1) Bei einer Öffentlichen Ausschreibung fordert der Auftraggeber eine unbeschränkte Anzahl von Unternehmen öffentlich zur Abgabe von Angeboten auf. Jedes interessierte Unternehmen...
DIN 1960 [2019-09](1) Dem Auftraggeber stehen nach seiner Wahl die Öffentliche Ausschreibung und die Beschränkte Ausschreibung mit Teilnahmewettbewerb zur Verfügung. Die anderen Verfahrensarten steh...
DIN 1960 [2019-09](1) Bei Öffentlicher Ausschreibung ist die Eignung der Bieter zu prüfen. Dabei sind anhand der vorgelegten Nachweise die Angebote der Bieter auszuwählen, deren Eignung die für die ...

Baunachrichten zu Öffentliche Ausschreibung

Vergaberecht: VdS-Anerkennung ist bei öffentlichen Ausschreibungen zu berüc... - 28.09.2016 Die EU-Richtlinie 2014/24 (sieheAmtsblatt der Europäischen Union vom 28.3.2014) schreibt allen Behörden innerhalb der EU vor, bei der öffentlichen Auftragsvergabe Angebote auch zu berücksichtigen, welche auf Regelungen basieren, die gegenüber den Vorgaben aus europäischen Normen (EN) gleichwertig sind. Dies beinhaltet u.a. auch die VdS-Anerkennung für Produkte sowie Dienstleister. Denn eines der in diesem Kontext relevanten Versprechen von Europas größtem Prüfinstitut für Sicherheitstechnik an seine Partner lautet: Wer die Anforderungen der VdS-Richtlinien erfüllt, deckt damit immer auch die europäischen Normen ab.
28.09.2016 Die EU-Richtlinie 2014/24 (sieheAmtsblatt der Europäischen Union vom 28.3.2014) schreibt allen Behörden innerhalb der EU vor, bei der öffentlichen Auftragsvergabe Angebote auch zu berücksichtigen, welche auf Regelungen basieren, die gegenüber den Vorgaben aus europäischen Normen (EN) gleichwertig sind. Dies beinhaltet u.a. auch die VdS-Anerkennung für Produkte sowie Dienstleister. Denn eines der in diesem Kontext relevanten Versprechen von Europas größtem Prüfinstitut für Sicherheitstechnik an seine Partner lautet: Wer die Anforderungen der VdS-Richtlinien erfüllt, deckt damit immer auch die europäischen Normen ab.
Modellbasiert Ausschreibungen prüfen und Angebote kalkulieren -Vom Bewerber über den Bieter zum Auftragnehmer (AN). Der Bewerber beteiligt sich an der Vergabe und fordert die Unterlagen zur Ausschreibung an. Als Bieter hat er diese geprüft und gibt ein Angebot ab. Mit der Erteilung des Zuschlages wird er Auftragnehmer. Der Lebenslauf des Bauauftrages beginnt mit dem Bauvertrag. Das Schicksal nimmt seinen Lauf. Vorbestimmt durch das Bau-Soll.
Vom Bewerber über den Bieter zum Auftragnehmer (AN). Der Bewerber beteiligt sich an der Vergabe und fordert die Unterlagen zur Ausschreibung an. Als Bieter hat er diese geprüft und gibt ein Angebot ab. Mit der Erteilung des Zuschlages wird er Auftragnehmer. Der Lebenslauf des Bauauftrages beginnt mit dem Bauvertrag. Das Schicksal nimmt seinen Lauf. Vorbestimmt durch das Bau-Soll.
Jetzt online: VOB-konforme Ausschreibungstexte kostenfrei herunterladen - 02.11.2012 Ab sofort können Planer mit Hilfe des kostenfreien Ausschreibungskatalogs 2012 Geberit-Produkte mit wenigen Klicks ausschreiben...
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Roto bei STLB-Bau: Schnell und einfach zum Premium-Dachfenster - 01.12.2018 Weil die Firma Roto Dach- und Solartechnologie GmbH neben Produktqualität auch auf professionelle Planung und Beratung setzt, sind jetzt in einem ersten Schritt 160 Dachfenster-Produkten an
01.12.2018 Weil die Firma Roto Dach- und Solartechnologie GmbH neben Produktqualität auch auf professionelle Planung und Beratung setzt, sind jetzt in einem ersten Schritt 160 Dachfenster-Produkten an...
Neues bei öffentlichen Aufträgen - Wohl und Übel der EFB-Preis Formblätter -Der Wettbewerb ist die Grundlage unserer Bauwirtschaft. So auch bei öffentlichen Aufträgen und diese wachsen wieder. Dabei geht es um Bauen mit Steuergeld. Ersteller und Empfänger der Preisangebote haben verschiedene Sichten und Verhaltensmuster. Der öffentliche Bauherr hat im Vergabehandbuch, in Richtlinien und Erlassen verschiedene geistige Instrumentarien für das Prüfen und Werten von Angeboten dienstlich angeordnet. Die Formulartechnik der EFB-Preis gehört dazu. Sie wurden bereits seit 1986 verbindlich eingeführt und mit dem BGH Urteil XZR 19/02 vom 7.6.2005 werden sie auch ernst genommen, weil eine Nichtabgabe der Formblätter zum Ausschluss bei der Vergabe führt. Dies ist der formale Akt. Vielen Unternehmern sind diese Preisermittlungsgrundlagen der EFB-Preis ein Graus und nicht wenige wissen, worum es dabei geht.
Der Wettbewerb ist die Grundlage unserer Bauwirtschaft. So auch bei öffentlichen Aufträgen und diese wachsen wieder. Dabei geht es um Bauen mit Steuergeld. Ersteller und Empfänger der Preisangebote haben verschiedene Sichten und Verhaltensmuster. Der öffentliche Bauherr hat im Vergabehandbuch, in Richtlinien und Erlassen verschiedene geistige Instrumentarien für das Prüfen und Werten von Angeboten dienstlich angeordnet. Die Formulartechnik der EFB-Preis gehört dazu. Sie wurden bereits seit 1986 verbindlich eingeführt und mit dem BGH Urteil XZR 19/02 vom 7.6.2005 werden sie auch ernst genommen, weil eine Nichtabgabe der Formblätter zum Ausschluss bei der Vergabe führt. Dies ist der formale Akt. Vielen Unternehmern sind diese Preisermittlungsgrundlagen der EFB-Preis ein Graus und nicht wenige wissen, worum es dabei geht.

Begriffs-Erläuterungen zu Öffentliche Ausschreibung

Als Ausschreibung ist allgemein die Art und Weise der Einholung von Angeboten für Bauaufträge anzusehen. Werden die Schwellenwerte öffentlichen Bauaufträgen überschritten, dann hat die Ausschreibung...
Ausschreibungen zur Einholung von Angeboten können bei vorliegenden Voraussetzungen auch aufgehoben werden. Für öffentliche Bauaufträge wird dies - ableitend aus § 63 in der Vergabeverordnung (VgV) - ...
Als Ausschreibung wird allgemein die Art und Weise der Einholung von Angeboten bezeichnet. Den interessierten Bietern werden dafür Vergabeunterlagen zur Verfügung gestellt bzw. die Bewerber mit Verga ...
öffentlichen Auftraggeber müssen bei nationalen Ausschreibungen und Vergaben im Unterschwellenbereich die Regelungen im Abschnitt 1 (Basisparagrafen) der VOB Teil A anwenden. Dagegen sind private Auf ...

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