Abfallbezeichnung

Abfallbezeichnung

Sofern nach Rechtsvorschriften Abfall zu bezeichnen ist, so hat dies auf der Grundlage des Abfallverzeichnisses nach der Abfallverzeichnis-Verordnung(AVV) zu erfolgen. Die AVV wurde am 10. Dezember 2001 erlassen und zuletzt geändert mit der Novelle vom 11. März 2016 (BGBl. I, S. 382), die ab 30. September 2016 zunächst auch zu Polystyrol-Abfällen am Bau anzuwenden war, aber inzwischen so präzisiert wird, dass zu HBCD-haltigen Dämmstoffen (belastetes Styropor) eine Ausnahme bis Ende 2017 vorzusehen ist.
Neben der sechsstelligen Bezeichnung wird über den Abfallschlüssel auch die Gefährlichkeit des Abfalls (Kennzeichnung mit einem Sternchen) eingestuft.

Der Abfallschlüssel kennzeichnet die Abfallarten mit einem sechsstelligen Schlüssel, der sich aus vorgegebenen Kapiteln (zweistellig), Gruppen (zweistellig)und Abfallarten (zweistellig) zusammen setzt. Innerhalb einer Gruppe ist die speziellere vorder allgemeineren Abfallart maßgebend.

Im Abfallverzeichnis sagt beispielsweise

  • Kapitel 17 über Bau- und Abbruchabfälle (einschließlich von verunreinigten Standorten) aus,

    danach folgen in weiteren 2 Stellen die Abfall-Gruppen wie

  • 1701 Beton, Ziegel, Fliesen, Keramik

    sowie mit weiteren 2 Stellen die Abfallarten beispielsweise

  • 170101Beton

    sowie Kennzeichnung von gefährlichen Abfällen mit Sternchen wie z. B.

  • 170106Gemische aus oder getrennte Fraktionen von Beton, Ziegeln, Fliesen und Keramik, die gefährliche Stoffe enthalten.

  • 170603 (mit Stern) für anderes Material, das aus gefährlichen Stoffen besteht oder solche Stoffe enthält.
    Darunter fielen seit 30.09.2016 Dämmstoffe, die mehr als 0,1 % Hexabrocyclododecan (HBCD) enthalten. Betroffen sind Polystyrol-Dämmstoffe (EPS und XPS), die in der Regel mit HBCD als Flammschutzmittel ausgerüstet sind und als Dämmplatten am Bau (auch unter der Herstellerbezeichnung "Styropor®"), z. B. im Bereich von Fassaden eingesetzt wurden und bei Gebäudesanierungen umfangreich anfallen. Dabei handelt es sich vorwiegend um Dämmstoffe, die vor 2013 verbaut worden sind. Neuere Dämmstoffe sind HBCD-frei und unschädlich.
    Die Einstufung von HBCD-belasteten Dämmstoffen als gefährliche Abfälle und deren Entsorgung als Sondermüll führte zu Engpässen. Daraufhin hat der Bundesrat beschlossen, vorerst eine Ausnahmeregelung zu HBCD-belasteten Dämmstoffen bis Ende 2017 in der AVV vorzusehen. Diese Dämmstoffe können vorläufig wieder in allen Müllverbrennungsanlagen angenommen werden.

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