Allgemeine Geschäftskosten (AGK)

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Allgemeine Geschäftskosten (AGK)

Die Allgemeinen Geschäftskosten (AGK) tragen Gemeinkostencharakter und können den einzelnen Teilleistungen nur indirekt zugerechnet werden. Nach dem Inhalt werden die AGK durch die Kostenarten der Kostenstellen Leitung und Verwaltung des Bauunternehmens bestimmt und deshalb in der Baupraxis auch oft als "Verwaltungsgemeinkosten" bezeichnet. Sie fallen stets nur für den Betrieb insgesamt an und nicht für einzelne Baustellen und Bauaufträge.

Wichtige Positionen der AGK sind:

  • Kosten der Geschäftsleitung und Verwaltung, für Gehälter der Angestellten einschließlich von Gehaltszusatz- und Gehaltsnebenkosten, ggf. einschließlich der Gehaltskosten für Bauleiter und Poliere, soweit diese nicht innerhalb der Baustellengemeinkosten (BGK) erfasst und ausgewiesen werden,
  • Abschreibungen (AfA) als Kosten für die Büro- und Geschäftsausstattung, Soft- und Hardware der betrieblichen Datenverarbeitung, PKW,
  • Mieten, Pachten für angemietete Einrichtungen und Büros, Leasinggebühren für Geräte wie Kopiergeräte, Anlagen u. a.,
  • Kosten für das Betriebsgebäude oder Büromiete, Heizung, Buchhaltung, technisches Büro, Betriebsstoffe wie Energie, Wasser, und Reinigung u. a.,
  • Kosten für Büromaterial, Zeitschriften, Porto, Kommunikation einschließlich für Telefon und ggf. Funk u. a.,
  • Steuern und öffentliche Abgaben, wie Grundsteuer, KFZ-Steuer u. a., die nicht gewinnabhängig zu leisten sind,
  • Beiträge zu Verbänden wie Bauindustrie- oder Baugewerbeverband, Fachverbände, Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer,
  • Versicherungen, insbesondere Bau-Betriebs-Haftpflichtversicherung sowie Bauleistungsversicherung und Baugeräteversicherung, soweit sie nicht den Baustellengemeinkosten zugeordnet werden,
  • Kosten der Werkstätten, des Bauhofes, des Fuhrparks und ggf. weiterer Hilfs- und Nebenkostenstellen, soweit deren Kosten nicht mit innerbetrieblichen Leistungsverrechnungssätzen den empfangenden Kostenstellen zugeordnet werden,
  • kommerzielle Kosten wie zu zahlende Zinsen, Avalprovisionen für Bürgschaften, Verzugszinsen,Vertragsstrafen, Spenden,
  • Kosten für Betriebs- und Unternehmensberatung, Steuerberatung,
  • Reisekosten, Spesen und Kosten füpr fremde Verkehrsmittel,
  • Sonstige allgemeine Geschäftskosten, z. B. Wartung, Rechtskosten, Patent- und Lizenzgebühren, Repräsentationskosten, Geschenkartikel, Werbungskosten u. a.,
  • ggf. Kosten für Forschung und Entwicklung neuer Bautechnologien,
  • Kalkulatorischer Unternehmerlohn (bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften).

Feststellbar ist der wertmäßige Umfang relativ einfach aus der Betriebsabrechnung bzw. Buchhaltung, weil in der Regel die anfallenden Kosten bestimmten Kostenarten entsprechen und auf dafür auf den Konten gemäß betrieblichem Kontenrahmen sowie speziell dafür eingerichteten Kostenstellen meistens monatlich sowie für das Geschäftsjahr erfasst werden. Die Vorausbestimmung für den Ansatz bei der Kalkulation – meistens Prozentsätze als Zuschlagssätze - sollte in Abstimmung mit dem kaufmännischen Leiter vorgenommen werden. Die Sätze können mit Gültigkeit für das gesamte Geschäftsjahr bestimmt werden, weil diese Kosten kurz- bis mittelfristig gesehen annähernd fest (fix) sind.

Der wertmäßige Umfang der AGK wird sehr unterschiedlich hoch sein, und zwar in Abhängigkeit beispielsweise von:

  • der Größe des Unternehmens,
  • der Organisationsform beispielsweise als Einzelunternehmen oder GmbH,
  • dem Umfang des Kooperationsgrades als Generalunternehmer, Hauptunternehmer oder mehr oder weniger nur Nachunternehmer,
  • dem Umfang der noch selbst auszuführenden Planungsleistungen und Ingenieurleistungen,
  • der Bauleistungssparte wie Ingenieurbau oder Ausbau,
  • der Größe der vorzubereitenden und auszuführenden Baumaßnahmen und -vorhaben. Der wertmäßige Umfang der AGK ist zugleich ein Bestandteil des Deckungsbeitrags (DB), ausgedrückt als Anteil in % in der Regel mit Bezug auf die Gesamtleistung (bzw. Gesamtbauleistung) im Wertausdruck (ohne Umsatzsteuer) des Unternehmens. Bei einem Deckungsbeitrag von beispielsweise ca. 25 % im Unternehmen werden die AGK mindestens ca. 15 % ausmachen.

Im Gegensatz zum %-Satz der AGK mit Bezug auf die Leistung wird bei der Baukalkulation eine andere Bezugs- bzw. Verrechnungsbasis herangezogen. Werden bei der Angebotskalkulation die Angebotspreise nach der Zuschlagskalkulation bestimmt, ist ein Zuschlagssatz für die Verrechnung der AGK erforderlich und vom kalkulierenden Unternehmen im Voraus festzulegen. Wird vom Auftraggeber die Vorlage des ergänzenden Formblattes Preise ( EFB-Preis) 221 nach Vergabe- und Vertragshandbuch ( VHB-Bund, Ausgabe 2008, Stand: April 2016) verlangt, dann erfolgt der Ausweis eines Zuschlagssatzes für die AGK in der Zeile 2.2. Zu beachten ist dabei jedoch, dass der Zuschlagssatz für den Bezug auf die Einzelkosten der Teilleistungen (EKT) festzulegen und einzutragen ist. Folglich ist der Zuschlagssatz auf EKT immer größer als ein prozentualer Teil von der Leistung.

Bei der Endsummenkalkulation als Kalkulationsverfahren für die Angebotskalkulation werden die AGK in der Regel „umsatzbezogen“ speziell für jeden einzelnen Bauauftrag und betriebsindividuell ermittelt und auf die kalkulierten Preise „umgelegt“. Ihr Ausweis für das Angebot erfolgt wertmäßig im FormblattPreise 222 (EFB-Preis) unter der Position 3.2.

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Baunachrichten zu Allgemeine Geschäftskosten (AGK)

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Begriffs-Erläuterungen zu Allgemeine Geschäftskosten (AGK)

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