Angebotsbindung

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Angebotsbindung

Ist die vom Auftraggeber bestimmte Angebotsfrist abgelaufen, beginnt die Bindefrist. In dieser Aussage fallen einerseits die Bindefrist und zum anderen die Zuschlagsfrist zusammen, sie fixieren beide den gleichen Zeitraum. Bei Ausschreibungen und Vergaben nach der VOB/A-2016 (im Bundesanzeiger am 19. Januar 2016 veröffentlicht und seit 18. April 2016 in Kraft gesetzt) stellt die Angebotsbindung nicht mehr auf die Zuschlagsfrist ab, sondern maßgeblich auf die Dauer der Bindefrist.
Das Ende der Angebotsbindung ist durch Angabe eines Kalendertages zu bezeichnen. In dieser Zeit ist der Bieter an sein Angebot gebunden. Der Auftraggeber ist verpflichtet, dem Bieter dafür eine "angemessene Frist" zu bestimmen. Diese soll so kurz wie möglich und nicht länger bemessen werden, als der Auftraggeber für eine zügige Prüfung und Angebotswertung benötigt. In dieser Zeit darf ein Bieter sein Angebot nicht mehr korrigieren, er kann es auch nicht mehr zurückziehen.
Die Bindefristen wurden in der VOB/A-2016 neu und unterschiedlich lang bestimmt. Sie umfassen bei:
  • Baumaßnahmen im nationalen Vergabeverfahren unterhalb der Schwellenwerte maximal 30 Kalendertage (länger nur in begründeten Fällen) nach § 10 Abs. 4 in Abschnitt 1 (Basisparagrafen),
  • EU-weiten Ausschreibungen oberhalb der Schwellenwerte (für Bauaufträge seit 2016 = 5.225.000 €) regelmäßig 60 Kalendertage (in begründeten Fällen ggf. länger) nach§ 10 b EU Abs. 8 im Abschnitt 2,
  • verteidigungs- und sicherheitsspezifischen Baumaßnahmen maximal 30 Kalendertage (ggf. länger in begründeten Fällen) nach § 10 a und b VS,Abs. 8 im Abschnitt 3 der VOB/A-2016.
Während der Angebotsprüfung können durchaus Aspekte maßgebend werden, die eine Verlängerung der Bindefrist erfordern.

Baunachrichten zu Angebotsbindung

Niedrigpreisangebot und Kalkulationsirrtum - Freud oder Leid? -Kalkulieren heißt Annahmen treffen. Jedes Angebot hat eine gewisse Unsicherheit. Aber was ist, wenn die Angebote weit auseinander liegen? Oft ist dies der Fall. Dann erregt der Billigstbieter die Gemüter. Was steckt dahinter? In der mathematischen Statistik werden "Ausreißer" für die Auswertung entfernt. Sollte man dieser Methode folgen und das billigste sowie teuerste Angebot automatisch aussortieren? Die VOB sagt dazu: Nein! Das wirtschaftlichste Angebot ist auszuwählen. In der Praxis ist dies meist das billigste. Auch der Billigbieter kann der Beste bzw. der Wirtschaftlichste sein.
Kalkulieren heißt Annahmen treffen. Jedes Angebot hat eine gewisse Unsicherheit. Aber was ist, wenn die Angebote weit auseinander liegen? Oft ist dies der Fall. Dann erregt der Billigstbieter die Gemüter. Was steckt dahinter? In der mathematischen Statistik werden "Ausreißer" für die Auswertung entfernt. Sollte man dieser Methode folgen und das billigste sowie teuerste Angebot automatisch aussortieren? Die VOB sagt dazu: Nein! Das wirtschaftlichste Angebot ist auszuwählen. In der Praxis ist dies meist das billigste. Auch der Billigbieter kann der Beste bzw. der Wirtschaftlichste sein.

Begriffs-Erläuterungen zu Angebotsbindung

Ein Bieter ist nach § 10 Abs. 4 in Abschnitt 1 (Basisparagrafen) der , Teil A-2016 sowie analog im § 10 a und b EU Abs. 2, Nr. 12 im Abschnitt 2 VOB/A bei EU-weit auszuschreibenden Baumaßnahmen oberh ...
Die Regelungen in der VOB/A stellen seit der Ausgabe 2016 nicht mehr maßgeblich auf die Zuschlagsfrist, sondern auf die Dauer der Bindefrist ab. Durch den Auftraggeber ist dafür eine angemessene Fris ...

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