Aufklärung des Angebotsinhalts

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Aufklärung des Angebotsinhalts

Der Auftraggeber darf bei Ausschreibungen nach Öffnung der Angebote bis zur Erteilung eines Zuschlags von einem Bieter bzw. Bewerber eine Aufklärung zum Angebotsinhalt verlangen. Rechtliche Grundlagen liefern hierzu für öffentliche Bauaufträge die Regelungen in der VOB Teil A im § 15 im Abschnitt 1 zu nationalen Ausschreibungen im Unterschwellenbereich, nach § 15 EU im Abschnitt 2 bei EU-weiten Ausschreibungen bei Erreichen der Schwellenwerte im offenen Verfahren und im nicht offenem Verfahren sowie nach § 15 VS im Abschnitt 3 zu verteidigungs- und sicherheitsspezifischen Baumaßnahmen im nicht offenem Verfahren.
Weiterhin sind die Anforderungen:
  • zu Baumaßnahmen im Hochbau im Vergabe- und Vertragshandbuch (VHB-Bund, Ausgabe 2008, Stand April 2016) in Richtlinie 321 – Vergabevermerk – und
  • im Brücken- und Straßenbau nach HVA B-StB (Ausgabe April 2016) im Teil 1 unter Tz. 2.4 - Nr. 13 (Nachfordern von Erklärungen oder Nachweisen)
zu beachten.
Bei öffentlichen Bauaufträgen darf sich das Aufklärungsverlangen des Auftraggebers vor der Zuschlagserteilung nur beziehen auf:
Mit dem Aufklärungsverlangen ist keine Befugnis bei öffentlichen Bauaufträgen zu Verhandlungen mit dem Bieter oder sogar einer Änderung des Angebots oder zur Preisgestaltung verbunden. Dem Auftraggeber ist untersagt, Preisverhandlungen zu führen, Angebotspreise zu verändern oder irrtümliche Preise zu korrigieren. Das wird bekräftigt jeweils in § 15 Abs. 3 in den Abschnitten 1 bis 3 VOB/A-2016. Ausnahmsweise können jedoch Verhandlungen zu Nebenangeboten oder Angeboten auf Grundlage einer Ausschreibung mit Leistungsprogramm (LP) erfolgen, wenn sie nötig sind, um unumgängliche technische Änderungen geringen Umfangs und daraus sich ergebende Änderungen der Preise zu vereinbaren.
Über den Inhalt des Angebots kann und sollte sich aber der Auftraggeber informieren. Dies ist in der Regel im Rahmen der Angebotsprüfung sowie zur Wertung von Angeboten erforderlich. Aufklärung ist vor allem dann angebracht, wenn seitens des Auftraggebers Zweifel bestehen. Über die Ergebnisse von Aufklärungen ist Geheimhaltung zu wahren. Sie sollten auch in Textform niedergelegt werden.
Für die Aufklärung zur Preisermittlung können die ergänzenden Formblätter Preise (EFB-Preis) 221 bis 223 auf Grundlage des VHB-Bund (Stand April 2016) herangezogen werden. Liegen Zweifel zur Schlüssigkeit oder Richtigkeit vor, sollte die Vergabestelle Klärung herbeiführen. Fehlerhafte Kalkulationen oder Kalkulationsirrtümer des Bieters zu abgegebenen Preisen können aber nicht korrigiert werden.
Der Bieter ist zur Mitwirkung bei verlangter Aufklärung verpflichtet. Verweigert ein Bieter die geforderten Aufklärungen und Angaben oder lässt er die ihm vom Auftraggeber gesetzte angemessene Nachfrist unbeantwortet verstreichen, so kann sein Angebot nach § 15 Abs. 2 in den Abschnitten 1 bis 3 der VOB/A-2016 unberücksichtigt bleiben. Die Entscheidung darüber ist von der Vergabestelle zu treffen, jedoch unter Beachtung der Verhältnismäßigkeit zu den Pflichtverletzungen. Ein Ausschluss wäre vor allem dann gerechtfertigt, wenn beispielsweise geforderte Angaben zur Eignung durch den Bieter verweigert werden.
Bei EU-weiten Ausschreibungen ist bei unbeantworteter Aufklärung zur vorgegebenen Frist das Angebot des Bieters nach § 15 EU Abs. 2 VOB/A-2016 auszuschließen. Hierzu besteht kein Ermessen des öffentlichen Auftraggebers.

Baunachrichten zu Aufklärung des Angebotsinhalts

Ausgleichsberechnung von Nachträgen – Unter- oder Überdeckung? -Das Leistungsverzeichnis präsentiert sich als eine Parade aufgestellter Positionen. Scheinbar beliebig austauschbar. In Reih und Glied stehen sie trügerisch geordnet mit Menge, Text und Preis. Tatsächlich sind die Positionen aber vernetzt. Beauftragt wird ein verknüpftes Geflecht von Einzelleistungen. Eine nachträgliche Änderung zieht eine Reihe anderer Änderungen nach sich. Mit der Schlussrechnung kommt dann das dicke Ende. Im Konglomerat von gekündigten, geänderten und zusätzlichen Leistungen kombiniert mit Minder- und Mehrmengen verliert man schnell den Überblick.
Das Leistungsverzeichnis präsentiert sich als eine Parade aufgestellter Positionen. Scheinbar beliebig austauschbar. In Reih und Glied stehen sie trügerisch geordnet mit Menge, Text und Preis. Tatsächlich sind die Positionen aber vernetzt. Beauftragt wird ein verknüpftes Geflecht von Einzelleistungen. Eine nachträgliche Änderung zieht eine Reihe anderer Änderungen nach sich. Mit der Schlussrechnung kommt dann das dicke Ende. Im Konglomerat von gekündigten, geänderten und zusätzlichen Leistungen kombiniert mit Minder- und Mehrmengen verliert man schnell den Überblick.
Baupreise aus der Sicht von Bauherren, Planern und Ausführenden -Für eine Bauleistung gibt es nach Marktlage viele angebotene Baupreise. Von mehreren Bietern. Abhängig vom Projekt und der Beschreibung der Leistung. Zur Orientierung helfen Vergleiche. Baupreiskoordinaten für ähnliche Leistungen. Als Mittelwerte mit empfehlendem Durchschnittscharakter. Interpretierbar vom Investor bis zum Handwerker.
Für eine Bauleistung gibt es nach Marktlage viele angebotene Baupreise. Von mehreren Bietern. Abhängig vom Projekt und der Beschreibung der Leistung. Zur Orientierung helfen Vergleiche. Baupreiskoordinaten für ähnliche Leistungen. Als Mittelwerte mit empfehlendem Durchschnittscharakter. Interpretierbar vom Investor bis zum Handwerker.
Baustellencontrolling und Nachträge - wer beherrscht wen? -Das Baustellencontrolling ist eine sensible Schnittstelle zwischen den am Bau Beteiligten. Bauherren und Baufirmen steuern immer ihre Kosten und wirken interaktiv über Nachträge.Die Baubetriebswirtschaftliche Tagung 2008 des ZDB am 11.3.2008 in Kassel formuliert dies sehr trefflich: „Vom kalkulierten Bausoll bis zum Nachtragsmanagement“.
Das Baustellencontrolling ist eine sensible Schnittstelle zwischen den am Bau Beteiligten. Bauherren und Baufirmen steuern immer ihre Kosten und wirken interaktiv über Nachträge.Die Baubetriebswirtschaftliche Tagung 2008 des ZDB am 11.3.2008 in Kassel formuliert dies sehr trefflich: „Vom kalkulierten Bausoll bis zum Nachtragsmanagement“.
Der Deckungsbeitrag in der Dualität von A wie Anteil bis Z wie Zuschlag -Im Deckungsbeitrag verbirgt sich ein tiefer Sinn für die Kalkulation von Baupreisen, der Beurteilung von Angeboten und dem Nachtragsmanagement. Zum Verständnis dieser Zusammenhänge möchte ich aus aktuellem Anlass geistig anregen.
Im Deckungsbeitrag verbirgt sich ein tiefer Sinn für die Kalkulation von Baupreisen, der Beurteilung von Angeboten und dem Nachtragsmanagement. Zum Verständnis dieser Zusammenhänge möchte ich aus aktuellem Anlass geistig anregen.
EFB-Preisspiegel zur Angebotsanalyse für Auftraggeber und Auftragnehmer! -Das Angebot in seiner Endsumme hat zwei Gesichter. Die Schaufensterauslage mit den gegliederten Leistungstexten, Mengen, Einheitspreisen sowie Gesamtbeträgen. Und die in der Schublade beigefügten Angaben zur Kalkulation über vorbestimmte Zuschläge EFB-Preis 1a oder über die Endsumme nach EFB-Preis 1b.
Das Angebot in seiner Endsumme hat zwei Gesichter. Die Schaufensterauslage mit den gegliederten Leistungstexten, Mengen, Einheitspreisen sowie Gesamtbeträgen. Und die in der Schublade beigefügten Angaben zur Kalkulation über vorbestimmte Zuschläge EFB-Preis 1a oder über die Endsumme nach EFB-Preis 1b.

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