Auswärtsbeschäftigung

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Auswärtsbeschäftigung

Im Baugewerbe wechseln die Produktionsstätten ständig. Der Arbeitnehmer ist auf ständig wechselnden Baustellen tätig. Der Arbeitgeber ist berechtigt, den gewerblichen Arbeitnehmer auf allen Bau- oder sonstigen Arbeitsstellen des Betriebes einzusetzen. Das gilt auch für solche Baustellen, die der Arbeitnehmer von seiner Wohnung nicht an jedem Arbeitstag erreichen kann (Direktionsrecht).
Nach den tarifrechtlichen Regelungen wird unterschieden nach
  • Bau- und Arbeitsstellen mit täglicher Heimfahrt, wofür der Bundesrahmentarifvertrag für das Baugewerbe (BRTV-Baugewerbe) im § 7 Entgelte für Fahrtkosten sowie einen Verpflegungszuschuss vorsieht,
  • Baustellen ohne tägliche Heimfahrt, wofür wiederum Regelungen im § 7 des BRTV-Baugewerbe zu Auslösungen, Unterkunftsgeld, Fahrtkosten für An- und Abreise und Wochenendheimfahrten getroffen sind.
Die an die gewerblichen Arbeitnehmer zu zahlenden Entgelte für die Auswärtsbeschäftigung stellen die Lohnnebenkosten bei einer Mittellohnberechnung dar, und zwar mit speziellem Ausweis in Zeile 1.3 in den ergänzenden Formblättern Preise (EFB-Preis) 221 und 222.
Für Poliere und Angestellte gelten für die Auswärtsbeschäftigung auf Baustellen sowie Abordnung an Arbeitsgemeinschaften (ARGEn) die Regelungen nach §§ 7 und 8 im Rahmentarifvertrag für Poliere und Angestellte des Baugewerbes (RTV-Angestellte), inhaltlich analog wie für die gewerblichen Arbeitnehmer.
Im Allgemeinen wird dann nicht von Dienstreisen gesprochen. Solche liegen bei beruflicher Veranlassung und Tätigkeit außerhalb von Baustellen und Arbeitsgemeinschaften vor. Dazu gelten seit dem 1. Januar 2014 geänderte Regelungen auf Grundlage des "Gesetzes zur Änderung und Vereinfachung der Unternehmensbesteuerung und des steuerlichen Reisekostenrechts (BGBl. I 2013, S. 285)". Danach wurde zugleich der Begriff " erste Tätigkeitsstätte " neu definiert. Zu den Veränderungen mit Wirkung ab 1. Janauar 2015 liegen ein BMF-Einführungsschreiben vom 24. Oktober 2014 mit zahlreichen Beispielen und Erläuterungen sowie ein vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V. herausgegebener "Leitfaden zum steuerlichen Reisekostenrecht mit tariflichen Änderungen ab 1. Januar 2015 (Stand Dezember 2014)" vor.
Die anfallenden Aufwendungen werden dem Arbeitnehmer dann als Verpflegungsmehraufwendungen erstattet, wenn die Voraussetzungen nach den bestimmungenEinkommensteuergesetz (EStG) erfüllt sind. Als Aufwendungen können in der Regel Fahrtkosten, Pauschbeträge für Verpflegung und Übernachtungskosten anfallen. Diese Aufwendungen werden synonym oft auch als Reisekosten bezeichnet.
Besondere Erstattungen von Verpflegungsmehraufwendungen und Übernachtungskosten gelten bei Auswärtstätigkeit im Ausland. Maßgebend hierfür ist seit 01. Januar 2015 das BMF-Schreiben vom 19. Dezember 2014, das unterschiedlich hohe Erstattungen mit Pauschbeträgen differenziert nach Ländern vorsieht.
Bis 2007 wurde Auswärtstätigkeit noch differenziert nach Dienstreise, Dienstgang und zum anderen nach Einsatzwechseltätigkeit und Fahrtätigkeit. Mir der Neufassung der Lohnsteuer-Richtlinien ab 2008 wurden die Unterschiede aufgehoben und neu unter dem Begriff einer „beruflich veranlassten Auswärtstätigkeit“ zusammengefasst.

Begriffs-Erläuterungen zu Auswärtsbeschäftigung

Reisekosten fallen bei einer beruflich veranlassten Auswärtstätigkeit an, wenn der Arbeitnehmer - im Bauunternehmen gewerbliche Arbeitnehmer , Angestellte und Poliere - außerhalb seiner regelmäßigen...
Wird ein Arbeitnehmer als gewerblicher Arbeitnehmer , Angestellter oder eines Bauunternehmens in der vereinbarten, betrieblichen Arbeitszeit aus beruflichen Gründen außerhalb seiner regelmäßigen Arbe ...
Wird ein Arbeitnehmer außerhalb seiner regelmäßigen ortsfesten ersten Tätigkeitsstätte sowie nicht in seiner Wohnung in der vereinbarten, betrieblichen Arbeitszeit aus beruflichen Gründen tätig, dann ...
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