Baupreisindizes

» Begriffs-Erläuterungen

Baupreisindizes

Baupreisindizes spiegeln die Entwicklung der Preise für den Neubau und die Instandhaltung von Bauleistungen an Gebäuden, Bauwerken sowie für Architektur- und Ingenieurdienstleistungen wider. Die Aussagen zu den "Preisindizes für die Bauwirtschaft" werden vom Statistischen Bundesamt in der Fachserie 17, Reihe 4 veröffentlicht (www.destatis.de).
Es werden Preisindizes für folgende Gebäude- bzw. Bauwerksarten berechnet:
  1. aktuelle und mittelfristige Ergebnisse als Preisindizes für den Neubau in konventioneller Bauart für:
    • Bauleistungen am Bauwerk von Wohngebäuden und Nichtwohngebäuden,
    • Außenanlagen für Wohngebäude,
    • Architektur- und Ingenieurdienstleistungen,
    • Instandhaltung von Wohngebäuden und
    • Ingenieurbau,
  2. langfristige Übersichten und Jahresergebnisse sowie für:
    • analog wie unter 1. sowie für
    • Einfamiliengebäude in vorgefertigter Bauart,
  3. Wiederherstellungswerte für 1913/14 erstellte Wohngebäude als Kostenindizes (ohne Umsatzsteuer),
  4. Preisindex für Bauland.
Die Aussagen zur konventionellen Bauweise schließt die Verwendung marktüblicher Fertigteile ein. Die Preisindizes drücken eigentlich primär nur die Entwicklung der Baupreise für Bauleistungen unmittelbar für das Bauwerk aus, vergleichbar als Summe der Kostengruppen 300 (Bauwerk- Baukonstruktionen) und 400 (Bauwerk- Technische Anlagen) nach der DIN 276 - Kosten im Bauwesen der Teile 1: Hochbau und 4: Ingenieurbau.
Die Indizes für baubezogene Architektur- und Ingenieurdienstleistungen drücken aus, wie sich die Preise für die Bauplanung und Überwachung der Ausführung von Bauleistungen entwickeln, umfassend einerseits die Leistungen auf Basis der HOAI 2013 und andererseits auch der Leistungen nach frei verhandelten Preisen.
Der Preisindex für Einfamiliengebäude in vorgefertigter Bauart bezieht sich auf Fertighäuser, die vorwiegend in Holzrahmenbauweise errichtet werden und sich von den Gebäuden in konventioneller Bauweise unterscheiden.
Der Preisindex für Bauland trifft Aussagen zur Preisentwicklung von unbebauten, baureifen Grundstücken mit einer Größe von mindestens 100 m², die in den Baugebieten der Gemeinden liegen und die Baulandeigenschaft besitzen.
Zur Bestimmung der Indizes werden vierteljährlich (in den Monaten Februar, Mai, August und November) bei repräsentativ ausgewählten Unternehmen des Baugewerbes Preise für 177 ausgewählte Bauleistungen (sogenannte Repräsentanten) erhoben, d. h. Marktpreise bei Auftragsvergabe (keine Angebotspreise) und ohne Umsatzsteuer. Aus den gemeldeten Preisen berechnen die Statistischen Landesämter die durchschnittliche Preisentwicklung für die jeweilige Erhebungsposition der Bauleistungen auf Landesebene als Landesmesszahl. Danach werden aus den Landesmesszahlen mit Bezug auf die gewogenen baugewerblichen Umsätze in den Ländern die Bundesmesszahl und dann daraus die Preisindizes für einzelne Bauwerksarten ermittelt. Die Berechnung erfolgt nach dem Laspeyres-Konzept als Indextyp.
Die Berechnungsgrundlagen für die Baupreisindizes werden in der Regel alle fünf Jahre angepasst, damit sie repräsentativ für die in der Bauwirtschaft angewandten Bauverfahren und Bauweisen sind. Mit dem Berichtsmonat August 2013 wurden die Indizes turnusmäßig auf das Basisjahr 2010 umgestellt. Bereits vorher wurde der getrennte Ausweis für West- und Ostdeutschland eingestellt, ebenfalls ist der Baupreisindex für gemischt genutzte Gebäude weggefallen.
Die Baupreisindizes messen nur reine Preisveränderungen. Bei jeder Indexumstellung wird geprüft, ob die Preise für die Bauleistungen als Erhebungspositionen noch eine relevante Bedeutung - gemessen an den aktuell festgestellten Kostenstrukturen - haben. Nach jeder Indexumstellung verlieren die vorher veröffentlichten Indizes ihre Gültigkeit und werden durch neue auf der letzten Preisbasis ersetzt.
Die Baupreisindizes zeichnen die Entwicklung der Neubaupreise nach. Sie geben keine Auskunft beispielsweise zu Verkehrswerten, Ertragswerten oder Mietwerten, obgleich sie oft im Sinne von Wertversicherungsklauseln z. B. in Pachtverträgen als Bezugsgröße herangezogen werden.
Liegen Indizes vor, die nicht der Basis 2010 = 100 entsprechen, so sollte eine Umbasierung als Vor- und Rückrechnung vorgenommen werden. Beispielsweise lässt sich der "Preisindex für den Neubau von Wohngebäuden" zur Basis 2010 = 100 für folgende Jahre in Höhe von:
  • 69,6 für das Jahr 1990,
  • 87,8 für das Jahr 2005 und
  • 109,4 für das Jahr 2014
ableiten.

Begriffs-Erläuterungen zu Baupreisindizes

Die Anschaffungskosten umfassen mindestens die Baukosten aus den Kostengruppen 300 bis 700 nach der DIN 276 - Kosten im Bauwesen , im Einzelnen die Baukosten für Bauwerk - Baukonstruktionen Bauwerk - ...
Die Normalherstellungskosten – Kurzbezeichnung NHK – umfassen nach § 22 Abs. 2 der Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV vom 19.5.2010, in Kraft seit 01.07.2010) jene Kosten, die marktüblich ...

Schon über 50.000 Abonnenten!
bauprofessor.nachrichten
Ihr kostenloser Newsletter
E-Mail:
» Abonnieren

Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.
OK