Bausoll

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Bausoll

Mit der Ausschreibung durch den Auftraggeber wird die zu erbringende Bauleistung mit den Positionen im Leistungsverzeichnis (LV) vorgegeben. Daraufhin werden die Bieter zur Ausschreibung Angebote abgeben. Kommt danach mit dem die Bauleistung ausführenden Unternehmen ein Bauvertrag zustande, so wird mit dem Bauvertrag das Bausoll als auszuführende Leistung bestimmt.
Da die Leistungsbeschreibung nach § 7 VOB, Teil A entweder mit Leistungsverzeichnis oder mit Leistungsprogramm (als funktionale Beschreibung) erfolgen kann, wird entsprechend auch das Bausoll unterschiedlich bestimmt. Bei Vorliegen eines Leistungsverzeichnisses ist die Ausführung der Leistungspositionen das zu erfüllende Ziel. Bei einem Leistungsprogramm wird in der Regel das Endprodukt als Ganzes bestimmt. Dem ausführenden Bauunternehmen bleibt es weitgehend überlassen, wie und mit welchen Einzel- bzw. Teilleistungen das Ziel erreicht wird.
Zu beachten bleibt noch, dass grundsätzlich alle Nebenleistungen zum Bausoll zählen. Dabei handelt es sich um Leistungen, die auch ohne Erwähnung im Leistungsverzeichnis und Bauvertrag zur vertraglichen Leistung und folglich zum Bausoll gehören. Die betreffenden Regelungen bzw. inhaltlichen Positionen werden in der VOB, Teil C in den einzelnen DIN-Vorschriften der Baugewerke getroffen, so
  • zunächst in Tz. 4.1 der DIN 18299 - Allgemeine Regelungen für Bauarbeiten jeder Art und
  • jeweils in der Tz. 4.1 der DIN 18300 bis DIN 18459 der einzelnen Gewerke.
Beispielsweise zählt zu den Nebenleistungen bzw. zum Bausoll das Einrichten, Vorhalten und Räumen der Baustelleneinrichtung. Wird sie jedoch in einem Leistungsverzeichnis als Leistungsposition – wie in der Baupraxis zunehmend anzutreffen – ausgeschrieben, dann wird sie als Normalposition zur vertraglichen Leistung.
Die eindeutige Bestimmung des Bau-Solls bereits mit dem Leistungsverzeichnis und dem Bauvertrag ist besonders wichtig. Die Verantwortung für eine ordnungsgemäße Ausschreibung liegt beim Auftraggeber. Er trägt die Pflicht zur eindeutigen und erschöpfenden Ausschreibung, bei einem VOB-Vertrag auf Grundlage § 7 VOB/A.
Erkennt jedoch der Auftragnehmer bereits bei der Bearbeitung eines Angebots, dass die Ausschreibung nicht vollständig ist, so hat er die Pflicht, den Auftraggeber auf die lückenhafte, ggf. unklare und widersprüchliche Unterlage hinzuweisen. Dafür muss aber der Auftragnehmer nicht selbst eigene Untersuchungen anstellen und/oder ggf. sogar Gutachten einzuholen.
Eine lückenhafte, nicht eindeutig und erschöpfend beschriebene Leistung kann später zu Streitigkeiten führen, wenn die Auslegung unterschiedlich durch die Vertragspartner erfolgt. Oft sind Nachforderungen in Form von Nachträgen vom bauausführenden Unternehmen die Folge, wenn beispielsweise
  • Mehr- und/oder Mindermengen gegenüber den ausgeschrieben Mengen im Leistungsverzeichnis vorliegen,
  • sich Leistungen ändern und/oder
  • Leistungen zusätzlich zu erbringen sind.

Baunachrichten zu Bausoll

Angebot und Nachtrag - Baupreis und EFB-Preis! -Hauptangebote werden immer häufiger durch Nachträge "subventioniert". Billige Angebote können auch deshalb teuer werden. Die tatsächlichen Baukosten entstehen nicht im Soll, sondern im Ist und werden in der Summe von Angebot und Nachträgen bestimmt. Bauherren leiden darunter und Bauunternehmen freuen sich darüber. Nach HOAI können Architekten sogar mit höheren Honoraren davon profitieren. Infolge der im Angebot beschriebenen Baupreise wird ein Bausoll vertraglich festgelegt. Änderungen und Abweichungen vom Bausoll treten bei einem Einheitspreisvertrag regelmäßig auf und sind dann das tägliche Brot von Juristen. Für den Auftragnehmer ergeben sich meistens Ansprüche auf Nachträge als "Nachforderungen" und "Vergütungsanpassungen" entsprechend VOB Teil B §2.
Hauptangebote werden immer häufiger durch Nachträge "subventioniert". Billige Angebote können auch deshalb teuer werden. Die tatsächlichen Baukosten entstehen nicht im Soll, sondern im Ist und werden in der Summe von Angebot und Nachträgen bestimmt. Bauherren leiden darunter und Bauunternehmen freuen sich darüber. Nach HOAI können Architekten sogar mit höheren Honoraren davon profitieren. Infolge der im Angebot beschriebenen Baupreise wird ein Bausoll vertraglich festgelegt. Änderungen und Abweichungen vom Bausoll treten bei einem Einheitspreisvertrag regelmäßig auf und sind dann das tägliche Brot von Juristen. Für den Auftragnehmer ergeben sich meistens Ansprüche auf Nachträge als "Nachforderungen" und "Vergütungsanpassungen" entsprechend VOB Teil B §2.
Baustellencontrolling und Nachträge - wer beherrscht wen? -Das Baustellencontrolling ist eine sensible Schnittstelle zwischen den am Bau Beteiligten. Bauherren und Baufirmen steuern immer ihre Kosten und wirken interaktiv über Nachträge.Die Baubetriebswirtschaftliche Tagung 2008 des ZDB am 11.3.2008 in Kassel formuliert dies sehr trefflich: „Vom kalkulierten Bausoll bis zum Nachtragsmanagement“.
Das Baustellencontrolling ist eine sensible Schnittstelle zwischen den am Bau Beteiligten. Bauherren und Baufirmen steuern immer ihre Kosten und wirken interaktiv über Nachträge.Die Baubetriebswirtschaftliche Tagung 2008 des ZDB am 11.3.2008 in Kassel formuliert dies sehr trefflich: „Vom kalkulierten Bausoll bis zum Nachtragsmanagement“.
Das Ende eines weitverbreiteten Irrtums: Mangel auch ohne Schaden! - 05.09.2015 Per gesetzlicher Definition liegt eine Mangel bei Abweichung der Ist-Beschaffenheit von der Soll-Beschaffenheit vor und das auch ohne Eintritt eines Schadens. Selbst wenn ein "höherwertiges
05.09.2015 Per gesetzlicher Definition liegt eine Mangel bei Abweichung der Ist-Beschaffenheit von der Soll-Beschaffenheit vor und das auch ohne Eintritt eines Schadens. Selbst wenn ein "höherwertiges...
Leistungsbeschreibung im Mix von Leistungsverzeichnis und Vorbemerkungen -Beim Bauen geht es ums Geld. Was kostet wie viel? Und bei Widersprüchen steht die Beschreibung der Bauleistung vom Rang her an erster Stelle. Siehe VOB/B, §1 Nr.2. Die kaufmännischen Kosten und die preisliche Vergütung bewegen sich im Spannungsfeld von bautechnischer Leistung und dem bauvertraglich geschuldeten Erfolg. Genau darin liegt des "Pudels Kern". Der Ingenieur denkt in der
Beim Bauen geht es ums Geld. Was kostet wie viel? Und bei Widersprüchen steht die Beschreibung der Bauleistung vom Rang her an erster Stelle. Siehe VOB/B, §1 Nr.2. Die kaufmännischen Kosten und die preisliche Vergütung bewegen sich im Spannungsfeld von bautechnischer Leistung und dem bauvertraglich geschuldeten Erfolg. Genau darin liegt des "Pudels Kern". Der Ingenieur denkt in der

Begriffs-Erläuterungen zu Bausoll

Grundlage eines Bauvertrags ist das mit einer Ausschreibung bestimmte Bausoll als die zu erbringende Bauleistung unter vorbestimmten Bedingungen und vorgesehener Bauzeit . Weicht danach die Bauleistu ...
Bei der Bauausführung können Abweichungen zwischen dem Bausoll und der tatsächlich erbrachten Bauleistung zum Bauvertrag eintreten. Die Folge sind dann meistens Vergütungsanpassungen , wofür bei öffe ...
Weicht während der Bauausführung eines Bauauftrags die tatsächlich ausgeführte Leistung vom vereinbarten Bausollgemäß Vertrags- Leistungsverzeichnis (LV) ab, begründet dies meistens einen Nachtrag...
Die tatsächlich ausgeführte Bauleistung kann bei einem Bauauftrag nach Vertragsabschluss vom Bausoll abweichen. Dann leitet sich für den bauausführenden Unternehmer als Auftragnehmer in der Regel ein ...

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