Berufsausbildung in der Bauwirtschaft

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Berufsausbildung in der Bauwirtschaft

Grundlage für die Berufsausbildung im Baugewerbe sind die Bestimmungen:
  • im Berufsbildungsgesetz (BBiG - Neufassung in Kraft seit 1. April 2005 und letzte Änderungen vom 29. März 2017 betreffend besonders die Führung von Berichtsheften als Ausbildungsnachweise),
  • in der Handwerksordnung (HwO)- Neubekanntmachung vom 24. September 1998 und letzte Änderungen vom 30. Juni 2017 -, speziell im 2. Teil zur Berufsausbildung im Handwerk,
  • im Tarifvertrag für die Berufsausbildung im Baugewerbe (BBTV) in der Fassung vom 28. September 2018 und in Kraft seit 1. Januar 2019, eingeschlossen speziell auch die Förderung von Berufsausbildungsverhältnissen von Auszubildenden geregelt, die zum Ausbildungsbeginn bereits 28 Jahre alt oder älter waren und
  • in der Verordnung über die Berufsausbildung in der Bauwirtschaft (Stufenausbildung).
Im BBTV in der Fassung vom 3. Mai 2013 wird insbesondere auch die Förderung von Berufsausbildungsverhältnissen von Auszubildenden geregelt, die zum Ausbildungsbeginn bereits 28 Jahre alt oder älter waren.
Die Berufsausbildung im Baugewerbe erfolgt nicht nur im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule, sondern auch zu einem großen Teil in überbetrieblichen Ausbildungsstätten (ÜAZ). Die Finanzierung der Berufsausbildung wird durch alle Unternehmen des Baugewerbes getragen, gewissermaßen in einem Solidarverfahren. Dadurch soll die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen gefördert und die Durchführung einer qualifizierten Berufsausbildung gesichert werden.
Die Ausbildung in den Handwerksberufen dauert 36 Monate und gliedert sich in die Phasen der betrieblichen Ausbildung, der überbetrieblichen Ausbildung und der Berufsschule. Auf Grundlage der Verordnung für die Berufsausbildung ist die Ausbildung für gewerblichAuszubildende gestuft in die
  • berufliche Grundbildung (1. Ausbildungsjahr),
  • berufliche Fachbildung I (2. Ausbildungsjahr) und
  • berufliche Fachbildung II (3. Ausbildungsjahr).
Einen detaillierten Überblick über die Berufsausbildung in der Bauwirtschaft liefert die unter "Beispiele" zur Verfügung gestellte Übersicht.
Voraussetzung für die Aufnahme als Auszubildender ist in der Regel die Absolvierung der Vollzeitschulpflicht nach den Bestimmungen in den einzelnen Bundesländern. Die Kammern stellen dafür Vertrags-Formulare zur Verfügung, in denen die Mindestbedingungen für ein Ausbildungsverhältnis aufgeführt sind. Zur Aufnahme der Ausbildung ist ein Lehrvertrag schriftlich abzuschließen. Danach beginnt die Ausbildung meistens zum Berufsschulbeginn nach der Sommerferienpause. Ein anderer Termin für den Beginn ist möglich, beispielsweise für vorher arbeitslose Jugendliche.
Für die Zeiten, in denen der Auszubildende in einer überbetrieblichen Ausbildungsstätte ausgebildet wird, hat der Arbeitgeber die von der Ausbildungsstätte festgelegten Nutzungsentgelte für die Ausbildung und ggf. für Unterkunft und Verpflegung zu entrichten. Dafür erstattet die Sozialkasse wiederum dem Arbeitgeber die von ihm zu tragenden Gebühren.
Vom Bauunternehmen dürfen Auszubildende eingestellt werden, wenn die Art und Einrichtung der Ausbildungsstätte (Ausbildungsbetrieb) für die Berufsausbildung geeignet sind und die Zahl der Auszubildenden in einem angemessenen Verhältnis zu der Zahl der beschäftigten Facharbeiter steht.
Der Ausbildende, beispielsweise der Bauhandwerksmeister sowie die Ausbilder im Unternehmen, müssen persönlich geeignet sein, und zwar sowohl fachlich als auch berufs- und arbeitspädagogisch. Letztere Eignungen verlangen vom Ausbilder eine vor einer Kammer abgelegten Ausbildereignungsprüfung. Sie wird in der Regel im Rahmen einer Ausbildung zum Handwerksmeister und Geprüften Polier mit vorgenommen.
Für die Auszubildenden ist die Höhe der monatlichen Ausbildungsvergütungen tarifvertraglich festgelegt. Die Kosten für den Besuch überbetrieblicher Ausbildungsstätten übernehmen die Sozialkassen der Bauwirtschaft (SOKA), die direkt mit der Ausbildungsstätte abrechnen. Der Arbeitgeber muss vor Lehrgangsbeginn für jeden Auszubildenden einen Einlösungsschein für Kosten des Besuches einer überbetrieblichen Ausbildungsstätte ausstellen und an die Ausbildungsstätte geben. Bei gewerblichen Auszubildenden werden von der Sozialkasse die an die Auszubildenden gezahlten Ausbildungsvergütungen bis zur Höhe der tariflichen Ausbildungsvergütungen (einschließlich einem Anteil für Sozialaufwendungen) dem ausbildenden Arbeitgeber erstattet.
Die Berufsausbildung wird im Umlageverfahren solidarisch finanziert. Von den Bauunternehmen werden mit dem Beitrag an die Sozialkassen der Bauwirtschaft andererseits wiederum die Ausbildungskosten jenen Unternehmen erstattet, die Auszubildende aufnehmen. Innerhalb des Beitrages an die SOKA-Bau für Bauunternehmen im Geltungsbereich des "Bundesrahmentarifvertrags für das Baugewerbe (BRTV-Baugewerbe vom 28. September 2018)" betragen die Sätze für die Berufsausbildung:
  • für die Bauunternehmen in den Tarifgebieten Deutschland-West und -Ost ab 1. Januar 2019 bis 2022 jährlich = 2,4 % (vorher 2018 = 2,1 %)sowie
  • in den Tarifgebieten Berlin-West und -Ost ab 2019 bis 2022 = 1,65 %(unverändert gegenüber Vorjahren).
Grundlage für die Beitragsberechnung ist die lohnsteuerpflichtige Bruttolohnsumme der gewerblichen Arbeitnehmer im Bauunternehmen. Die Beiträge für die Berufsausbildung zählen zu den tariflichen Sozialkosten. Sie sind folglich ebenfalls Bestandteil der lohngebundenen Kosten sowie Lohnzusatzkosten und werden als Bestandteil des Kalkulationslohns mit im Baupreis berücksichtigt.
In den Musterberechnungen des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB) zur Bestimmung des Zuschlagsatzes für die Lohnzusatzkosten für die Angebotskalkulation wird der Anteil für die Berufsausbildung in der Position 2.2.2.4 ausgewiesen. Betriebliche Unterschiede kommen nicht infrage, da die Abführung des Sozialkassenbeitrags unabhängig davon ist, ob das betreffende Bauunternehmen Auszubildende hat oder nicht. Jedoch kann der Beitrag von Jahr zu Jahr durch erforderliche Anpassung unterschiedlich hoch sein, voraussichtlich erst wieder ab 2023.
In den Berechnungen für die Berechnung eines Zuschlagsatzes für die Gehaltszusatzkosten wird keine Position für Berufsausbildung berücksichtigt. Angestellte sind in das Sozialkassenverfahren in der Bauwirtschaft nicht einbezogen.

Beispiel zu Berufsausbildung in der Bauwirtschaft

Übersicht Berufsausbildung in der Bauwirtschaft

Berufsausbildung in der Bauwirtschaft
Quelle: Tarifsammlung für die Bauwirtschaft, O. Elsner-Verlag 2007, S. 342

Normen und Richtlinien zu Berufsausbildung in der Bauwirtschaft

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