Entsorgungseinrichtungen der Baustelle

Entsorgungseinrichtungen der Baustelle

Entsorgungseinrichtungen bei der Ausführung von Bauleistungen auf einer Baustelle umfassen:
Zur getrennten Sammlung, Lagerung, Beförderung, Entsorgung und Verwertung von Abfällen werden spezielle Anforderungen gestellt und Regelungen getroffen:
  • im Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Bewirtschaftung von Abfällen (Kreislaufwirtschaftsgesetz – KrWG, in BGBl. I 2012, S. 212),
  • in der Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV) als Neufassung vom 18. April 2017 (in BGBl. I, S. 896) seit 1. August 2017 in Kraft,
  • POP-Abfall-Überwachungs-Verordnung vom 17. Juli 2017 (in BGBl. I, S. 2644), die u. a. vorsieht, dass Polystyrol-Abfälle am Bau nicht mehr als "gefährlich" einzustufen sind und diese Verordnung ebenfalls ab 1. August 2017 anzuwenden ist.
Nach § 15 Abs. 1 KrWG sind die Bauunternehmen meistens als Abfallerzeuger und Bauherrn als Abfallbesitzer verpflichtet, Abfälle, die nicht verwertet werden, zu beseitigen. Durch die Behandlung von Abfällen sind deren Menge und Schädlichkeit zu vermindern. Die Beseitigung muss so erfolgen, dass das Wohl der Allgemeinheit nicht beeinträchtigt wird. Spezielle Regelungen treffen §§ 28 und 29 im KrWG zur Ordnung und Durchführung der Abfallbeseitigung. In der Anlage 1 im KrWG werden die verschiedenen Beseitigungsverfahren aufgeführt.
Die Getrenntsammlung von Abfällen auf der Baustelle hat in den letzten Jahren mit steigendem Umweltbewusstsein an Bedeutung gewonnen, besonders die Trennung von Baureststoffen. Die Vorbehandlung auf der Baustelle umfasst neben der getrennten Sammlung auch die Getrennthaltung, getrennte Lagerung und ggf. Beförderung an eine Vorbehandlungsanlage. Sofern bereits eine Vorbehandlungsanlage für Bauabfälle im Bauunternehmen vorgesehen wird, ist den Anforderungen und Pflichten nach § 5 in der GewAbfV nachzukommen. Das betrifft nach § 8 Abs. 1 GewAbfV vordergründig innerhalb der Bau- Abbruchabfälle die Stoffe Glas, Kunststoff, Metalle (einschließlich Legierungen) sowie Beton, Ziegel, Fliesen und Keramik einschließlich Gemischen daraus, sofern diese Abfälle keine gefährlichen Stoffe enthalten. Bauabfälle haben teilweise einen hohen Anteil in der Bauausführung, wobei allgemein Bodenaushub und Straßenaufbruch leistungsseitig den Tiefbauarbeiten zuzuordnen sind.
Bei Rückbau- und Abbrucharbeiten sollten auch die Regelungen in der ATV DIN 18459 – Abbruch- und Rückbauarbeiten in der VOB Teil C beachtet werden. Für Hochbaumaßnahmen des Bundes wird weiterhin auf den "Leitfaden für Ausschreibung und Vergabe zur Vermeidung, Verwertung und Beseitigung von Bau- und Abbruchabfällen sowie Baustellenabfällen" im Vergabe- und Vertragshandbuch (VHB-Bund, Ausgabe 2008, Stand: April 2016) im Anhang 8 verwiesen. Speziell zu Baumaßnahmen im Straßen- und Brückenbau werden Aussagen im spezifischen Handbuch HVA B-StB (Ausgabe April 2016) im Teil 3 unter Tz. 3.2 (Nr. 27) getroffen.
Die Entsorgungseinrichtungen sind in der Regel Bestandteil einer Baustelleneinrichtung (BE) und im Rahmen dieser auch vom bauausführenden Betrieb zu planen. Die dafür anfallenden Kosten werden bei einer Zuschlagskalkulation im Rahmen der Baustellengemeinkosten (BGK) vorbestimmt und mittels Zuschlägen auf die Einheitspreise (EP) der einzelnen Leistungspositionen verrechnet. Bei der Endsummenkalkulation erfolgt in der Regel die direkte Bestimmung, ebenso bei einer Ausschreibung der Versorgungseinrichtungen als Normalpositionen im Leistungsverzeichnis (LV).
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