Fahrtkosten

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Fahrtkosten

Als Fahrtkosten gelten die tatsächlichen Aufwendungen, die für einen Arbeitnehmer bei der Benutzung eines Verkehrsmittels für Dienstreisen anfallen, und zwar
  • für die Benutzung des eigenen PKW oder anderweitigen Fahrzeugs,
  • bei öffentlichen Verkehrsmitteln das Beförderungsentgelt einschließlich evtl. darauf zu zahlender Zuschläge.
Für die Erstattung durch den Arbeitgeber kann bei Benutzung des eigenen Fahrzeugs nach dem Bundesreisekostengesetz (BRKG) ein pauschaler Kilometersatz herangezogen werden und zwar in Höhe von:
  • 0,30 €/km für PKW bzw. Kraftwagen und
  • 0,20 €/km für jedes andere motorbetriebene Fahrzeug (z.B. Motorrad).
Diese Sätze können bei einem PKW/Kraftwagen um 0,02 €/km sowie bei Motorrad/Motorroller um 0,01 €/km je mitgenommene Person höher angesetzt werden.
Möglich ist auch die Erstattung der Fahrtkosten für Dienstreisen auf Grundlage des Einzelnachweises für die Fahrzeugnutzung. Auszugehen ist dann von den jährlichen Gesamtkosten. Unter Ansatz der Fahrleistung in km ließe sich ein Kilometersatz bestimmen.
Hinsichtlich der Fahrtkostenerstattung - zugleich auch aus steuerrechtlicher Sicht - wird auf den vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V. vorgelegten "Leitfaden zum steuerlichen Reisekostenrecht mit tariflichen Änderungen ab 1. Januar 2015 (Stand Dezember 2014)"unter Tz. II verwiesen. Er gibt einen Überblick zu den gesetzlichen Veränderungen ab 2014 und verdeutlicht mit Beispielen die tarifvertragliche und steuerliche Beurteilung von Reisekosten der Arbeitnehmer in der Bauindustrie.
Fahrtkostenabgeltung als Erstattung kommt in Betracht für:
  • Fahrten zwischen Wohnung und der auswärtigen Tätigkeitsstätte bzw. der Unterkunft am Ort der auswärtigen Tätigkeitsstätte,
  • Fahrten zwischen erster Tätigkeitsstätte und der auswärtigen Tätigkeitsstätte bzw. der Unterkunft am Ort der auswärtigen Tätigkeitsstätte,
  • Fahrten zwischen Unterkunft am Ort der auswärtigen Tätigkeitsstätte und der auswärtigen Tätigkeitsstätte,
  • Fahrten zwischen mehreren auswärtigen Tätigkeitsstätten.
Beim Einsatz der gewerblichen Arbeitnehmer auf Baustellen erfolgt oft die Fahrt durch betriebseigene Fahrzeuge von einem Sammelpunkt aus zur Baustelle. Dann werden in der Regel nur die Fahrten zwischen Wohnung und Sammelpunkt als An- und Abreisekosten zur Baustelle mit der Entfernungspauschale abgegolten.
Für die gewerblichen Arbeitnehmer sowie Poliere und Angestellten, die in einem Unternehmen auf Baustellen tätig oder zu Arbeitsgemeinschaften (ARGEn) abgeordnet sind, gelten für die Fahrtkosten tarifliche Regelungen. Bei der Fahrkostenabgeltung ist zunächst zu differenzieren, ob der Arbeitnehmer
  • täglich von der Arbeitsstelle zum Wohnsitz fährt oder
  • nicht täglich nach Hause fährt bei Inanspruchnahme von Auslösungen im Baugewerbe.
Bei täglicher Heimfahrt haben gewerbliche Arbeitnehmer nach § 7 Bundesrahmentarifvertrag für das Baugewerbe (BRTV-Baugewerbe), die auf einer mindestens 10 km von der Wohnung entfernten Baustelle außerhalb des Betriebes arbeiten und ein selbst gestelltes Fahrzeug für die Fahrt nutzen, Anspruch auf Fahrtkostenabgeltung. Das Kilometergeld beträgt noch bis zum 31. Dezember 2014 je Arbeitstag und Entfernungskilometer 0,30 € bis zu einer Entfernung von maximal 50 km bzw. ist täglich auf 15,00 € begrenzt. Die Fahrtkostenregelung gilt analog auch für Poliere und Angestellte, die auf Baustellen eingesetzt werden.
Im Ergebnis der Tarifrunde 2014 wurde für das Baugewerbe von den Tarifvertragsparteien vereinbart, die Fahrtkosten zur Arbeits- bzw. Baustelle ohne tägliche Heimfahrt ab 1. Januar 2015 in Höhe von 0,20 € je gefahrenen Kilometer (folglich nicht mehr die Entfernungskilometer, sondern gesamt von 0,40 € für die Hin- und Rückfahrt) zu erstatten, sofern der Arbeitnehmer ein von ihm gestelltes Fahrzeug benutzt. Der arbeitstägliche Anspruch wird auf 20,00 € begrenzt.
Nutzt der Arbeitnehmer ein öffentliches Verkehrsmittel, so sind ihm die dafür entstehenden Kosten zu erstatten. Eine Fahrtkostenerstattung entfällt jedoch, wenn die Möglichkeit der kostenlosen Beförderung mit einem vom Arbeitgeber gestellten ordnungsgemäßen Fahrzeug besteht.
Im Gebiet des Landes Berlin gelten besondere Regelungen als Wegekostenerstattung in Berlin nach § 7 Tz. 5 im BRTV-Baugewerbe. Danach haben Arbeitnehmer in Berliner Baubetrieben Anspruch auf Wegekostenerstattung für jeden Tag, an dem sie pflichtgemäß den Arbeitsplatz aufsuchten und keine Anspruch auf Auslösung im Baugewerbe an diesem Tag haben.
Kehren die Arbeitnehmer nicht täglich zum Wohnsitz zurück und nehmen Auslösung in Anspruch, dann hat der Arbeitgeber die Arbeitnehmer kostenlos zur Arbeitsstelle zu befördern oder ihnen die Fahrtkosten noch bis zum 31. Dezember 2014 in Höhe von 0,15 € je gefahrenen Kilometer für die Fahrt als An- und Abreisekosten zur Baustelle bzw. Arbeitsstelle von der Unterkunft und zurück zu erstatten, und zwar ohne Kilometerbegrenzung. Von den Tarifvertragsparteien im Baugewerbe wurde vereinbart, ab 1. Januar 2015 eine Erstattung in Höhe von 0,20 € je gefahrenen Kilometer (folglich gesamt von 0,40 € für die Hin- und Rückfahrt) ohne Begrenzung vorzunehmen, sofern der Arbeitnehmer ein von ihm gestelltes Fahrzeug benutzt. Diese Regelung ist auch bei einem unmittelbaren Wechsel zu einer anderen Arbeits- bzw. Baustelle und für die Rückfahrt zu seiner Wohnung nach Beendigung der Tätigkeit auf der Arbeits- bzw. Baustelle anzuwenden.
Sind in den Abgeltungen von Fahrtkosten Beträge enthalten, die versteuert werden müssen, so kann der Arbeitgeber auch eine Pauschalversteuerung nach § 40 Abs. 2 Einkommensteuergesetz (EStG) vornehmen. Für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte kann der Arbeitnehmer auch weiterhin einen Werbungskostenabzug in Höhe von 0,30 € je Entfernungskilometer als Entfernungspauschale geltend machen, jedoch nur maximal 4.500 € im Jahr. Werden Aufwendungen für berufliche Dienstreisen bei Auswärtstätigkeit durch den Arbeitgeber nicht erstattet, so kann der Arbeitnehmer diese Aufwendungen ebenfalls im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung als Werbungskosten mit Bezug auf § 9 Abs. 1, Satz 3 im Einkommensteuergesetz (EStG) geltend machen.
Innerhalb der Berechnung des Kalkulationslohns für die Angebotskalkulation sind entsprechende Ansätze zu berücksichtigen, wenn das auftrags- und baustellenbezogen erforderlich ist.
Die kalkulierbaren Kosten für die gewerblichen Arbeitnehmer sind Bestandteil der Lohnnebenkosten, in den ergänzenden Formblättern Preise 221 und 222 (alt EFB-Preis) nach VHB-Bund, Ausgabe 2017.

Normen und Richtlinien zu Fahrtkosten

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