Fahrtkosten

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Fahrtkosten

Als Fahrtkosten gelten die tatsächlichen Aufwendungen, die für einen Arbeitnehmer bei der Benutzung eines Verkehrsmittels für Dienstreisen anfallen, und zwar
  • für die Benutzung des eigenen PKW oder anderweitigen Fahrzeugs,
  • bei öffentlichen Verkehrsmitteln das Beförderungsentgelt einschließlich evtl. darauf zu zahlender Zuschläge.
Für die Erstattung durch den Arbeitgeber kann bei Benutzung des eigenen Fahrzeugs nach dem Bundesreisekostengesetz (BRKG) ein pauschaler Kilometersatz herangezogen werden und zwar in Höhe von:
  • 0,30 €/km für PKW bzw. Kraftwagen und
  • 0,20 €/km für jedes andere motorbetriebene Fahrzeug (z. B. Motorrad).
Diese Sätze können bei einem PKW/Kraftwagen um 0,02 €/km sowie bei Motorrad/Motorroller um 0,01 €/km je mitgenommene Person höher angesetzt werden.
Möglich ist auch die Erstattung der Fahrtkosten für Dienstreisen auf Grundlage des Einzelnachweises für die Fahrzeugnutzung. Auszugehen ist dann von den jährlichen Gesamtkosten. Unter Ansatz der Fahrleistung in km ließe sich ein Kilometersatz bestimmen.
Hinsichtlich der Fahrtkostenerstattung - zugleich auch aus steuerrechtlicher Sicht - wird auf das vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) vorgelegte "Merkblatt zum steuerlichen Reisekostenrecht (Stand April 2018)" unter Tz. II verwiesen. Es liefert einen Überblick zu den gesetzlichen Veränderungen ab 2014 und verdeutlicht mit Beispielen die tarifvertragliche und steuerliche Beurteilung von Reisekosten der Arbeitnehmer in der Bauindustrie.
Fahrtkostenabgeltung als Erstattung kommt in Betracht für:
  • Fahrten zwischen Wohnung und der auswärtigen Tätigkeitsstätte bzw. der Unterkunft am Ort der auswärtigen Tätigkeitsstätte,
  • Fahrten zwischen erster Tätigkeitsstätte und der auswärtigen Tätigkeitsstätte bzw. der Unterkunft am Ort der auswärtigen Tätigkeitsstätte,
  • Fahrten zwischen Unterkunft am Ort der auswärtigen Tätigkeitsstätte und der auswärtigen Tätigkeitsstätte,
  • Fahrten zwischen mehreren auswärtigen Tätigkeitsstätten.
Beim Einsatz der gewerblichen Arbeitnehmer auf Baustellen erfolgt oft die Fahrt durch betriebseigene Fahrzeuge von einem Sammelpunkt aus zur Baustelle. Dann werden in der Regel nur die Fahrten zwischen Wohnung und Sammelpunkt als An- und Abreisekosten zur Baustelle mit der Entfernungspauschale abgegolten.
Für die gewerblichen Arbeitnehmer sowie Poliere und Angestellten, die in einem Unternehmen auf Baustellen tätig oder zu Arbeitsgemeinschaften (ARGEn) abgeordnet sind, gelten für die Fahrtkosten tarifliche Regelungen. Bei der Fahrkostenabgeltung ist zunächst zu differenzieren, ob der Arbeitnehmer
Bei täglicher Heimfahrt haben gewerbliche Arbeitnehmer nach § 7 Bundesrahmentarifvertrag für das Baugewerbe (BRTV-Baugewerbe) vom 28. September 2018, die auf einer mindestens 10 km von der Wohnung entfernten Baustelle außerhalb des Betriebes arbeiten und ein selbst gestelltes Fahrzeug für die Fahrt nutzen, Anspruch auf Fahrtkostenabgeltung. Das Kilometergeld beträgt seit 2015 = 0,20 € je Arbeitstag und gefahrenen Kilometer. Folglich werden je Entfernungskilometer gesamt 0,40 € für die Hin- und Rückfahrt pro Arbeitstag erstattet. Der arbeitstägliche Anspruch wird auf 20,00 € begrenzt. Bei einer Entfernung größer als 50 km wird dann nur der Höchstbetrag von 20,00 € bezahlt. Die Fahrtkostenregelung gilt analog auch für Poliere und Angestellte, die auf Baustellen eingesetzt werden.
Nutzt der Arbeitnehmer ein öffentliches Verkehrsmittel, so sind ihm die dafür entstehenden Kosten zu erstatten. Eine Fahrtkostenerstattung entfällt jedoch, wenn die Möglichkeit der kostenlosen Beförderung mit einem vom Arbeitgeber gestellten ordnungsgemäßen Fahrzeug besteht.
Im Gebiet des Landes Berlin gelten besondere Regelungen als Wegekostenerstattung in Berlin nach § 7 Tz. 5 im BRTV-Baugewerbe vom 28. September 2018. Danach haben Arbeitnehmer in Berliner Baubetrieben Anspruch auf Wegekostenerstattung für jeden Tag, an dem sie pflichtgemäß den Arbeitsplatz aufsuchten und kein Anspruch auf Auslösung (doppelte Haushaltsführung) an diesem Tag haben.
Kehren die Arbeitnehmer nicht täglich zum Wohnsitz (bei Auswärtstätigkeit ohne tägliche Heimfahrt) zurück und nehmen Verpflegungsmehraufwendungen (ehemals Auslösung) in Anspruch, dann hat der Arbeitgeber die Arbeitnehmer kostenlos zur Arbeitsstelle zu befördern oder ihnen die Fahrtkosten für die Fahrt als An- und Abreisekosten zur Baustelle bzw. Arbeitsstelle von der Unterkunft und zurück zu erstatten, und zwar ohne Kilometerbegrenzung. Seit 1. Januar 2015 ist eine Erstattung nach § 7 Nr. 4.3 BRTV- Baugewerbe in Höhe von 0,20 € je gefahrenen Kilometer (folglich gesamt von 0,40 € für die Hin- und Rückfahrt) ohne Begrenzung maßgebend, sofern der Arbeitnehmer ein von ihm gestelltes Fahrzeug benutzt. Diese Regelung ist auch bei einem unmittelbaren Wechsel zu einer anderen Arbeits- bzw. Baustelle, bei tariflichen Wochenendheimfahrten und für die Rückfahrt zu seiner Wohnung nach Beendigung der Tätigkeit auf der Arbeits- bzw. Baustelle anzuwenden. Für Fahrten zwischen Unterkunft und Arbeits- bzw. Baustelle sind ebenfalls 0,20 € je gefahrenen km bei einer Entfernung von mehr als 10 km zu zahlen, wofür ein Höchstbetrag von 20,00 € gilt.
Sind in den Abgeltungen von Fahrtkosten Beträge enthalten, die versteuert werden müssen, so kann der Arbeitgeber auch eine Pauschalversteuerung nach § 40 Abs. 2 Einkommensteuergesetz (EStG) vornehmen. Werden Aufwendungen für berufliche Dienstreisen bei Auswärtstätigkeit durch den Arbeitgeber nicht erstattet, so kann der Arbeitnehmer diese Aufwendungen ebenfalls im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung als Werbungskosten mit Bezug auf § 9 Abs. 1, Satz 3 im Einkommensteuergesetz (EStG) geltend machen.
Innerhalb der Berechnung des Kalkulationslohns für die Angebotskalkulation sind entsprechende Ansätze zu berücksichtigen, wenn das bauauftrags- und baustellenbezogen erforderlich ist. Die kalkulierbaren Fahrtkosten für die gewerblichen Arbeitnehmer sind Bestandteil der Lohnnebenkosten und sind in den ergänzenden Formblättern Preise 221 und 222 (EFB-Preis) unter Tz. 1.3 nach Vergabe- und Vertragshandbuch (VHB-Bund, Ausgabe 2017) auszuweisen. Analoge Kosten für Angestellte und Poliere können ggf. als Gehaltsnebenkosten im Rahmen der Baustellengemeinkosten berücksichtigt werden.

Normen und Richtlinien zu Fahrtkosten

DIN 18960 [2008-02]Nutzungskostengruppe Anmerkungen Objektmanagementkosten Soweit den einzelnen Kostengruppen der Betriebs- und Instandsetzungskosten nicht zuzuordnen Personalkosten Kosten für techn...

Baunachrichten zu Fahrtkosten

Sind An- und Abfahrtkosten auch ohne ausdrückliche Vereinbarung zu vergüten... - 29.11.2012 Immer wieder kommt es – insbesondere bei kleineren Aufträgen – zu Streitigkeiten zwischen den Parteien, ob der Unternehmer berechtigt ist, An- und Abfahrtkosten in Rechnung zu stellen...
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Tarifrunde Bau 2014 – was ändert sich? - 05.07.2014 Steigende Löhne für gewerbliche Arbeitnehmer, geänderter Kilometersatz und ab Januar 2016 neu im Osten - die betriebliche Altersvorsorge, das sind Ergebnisse der Tarifrunde Bau 2014...
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Abnahme: Nicht ‚Kür‘ sondern ‚Pflicht‘ des Auftraggebers - 04.07.2018 Nach der vertragsgerechten Ausführung muss ein Handwerker dafür sorgen, dass sein 'Werk' abgenommen wird. Dann erst hat er einen Anspruch auf Bezahlung seiner Rechnung. Warum? Das erklärt B
04.07.2018 Nach der vertragsgerechten Ausführung muss ein Handwerker dafür sorgen, dass sein 'Werk' abgenommen wird. Dann erst hat er einen Anspruch auf Bezahlung seiner Rechnung. Warum? Das erklärt B...

Begriffs-Erläuterungen zu Fahrtkosten

Bei der Fahrtkostenabgeltung ist zunächst zu differenzieren, ob der Arbeitnehmer: täglich von der Arbeitsstelle zum Wohnsitz fährt oder nicht täglich nach Hause fährt bei Inanspruchnahme von Verpfleg ...
Die Entfernungspauschale gilt als Grundlage für die Erstattung vonFahrtkosten von der Wohnung zur Arbeitsstätte für jeden Arbeitstag an den Arbeitnehmer. Seit 2004 beträgt der Kilometersatz von 0,3 ...
Anstelle einerFahrtkostenabgeltung gelten für die gewerblichen Arbeitnehmer Bauhauptgewerbe im Gebiet des Landes Berlin die Regelungen mit Bezug auf § 7 Tz. 5 im "Bundesrahmentarifvertrag für das B ...
Kehren die gewerblichen Arbeitnehmer des Bauunternehmens bei Auswärtstätigkeit nicht täglich zum Wohnsitz zurück und nehmen Verpflegungszuschuss als Verpflegungsmehraufwendungen (ehemals Auslösung im ...

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