Finanzplan zur Ermittlung von Kalkulationszuschlagssätzen

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Finanzplan zur Ermittlung von Kalkulationszuschlagssätzen

Die Baukalkulation als Preisermittlung mit vorbestimmten Zuschlägen erfordert die Vorausermittlung von Zuschlagsätzen für die Zurechnung bzw. Umlage von:
Bauaufträge bestehen aus Teilleistungen, die direkt kalkulierbare Kostenarten wie Lohn, Stoffkosten u. a. verursachen. Diese Einzelkosten der Teilleistungen (EKT) sind die Basis für die Verrechnung bzw. Umlage der Gemeinkosten als indirekte Kosten sowie von Gewinn und Wagnissen.
Die Vorausbestimmung der Zuschlagsätze für den Ansatz in der Angebotskalkulation sollte mit Bezug auf die betriebliche Finanzplanung und in Abstimmung mit dem Kaufmännischen Leiter des Bauunternehmens vorgenommen werden. Die Festlegung der Höhe kann mit Gültigkeit für das gesamte Geschäftsjahr erfolgen, weil diese Kosten kurz- und mittelfristig gesehen annähernd fest (fix) sind. Als Grundlage für die Bestimmung der Gemeinkostenzuschläge können dienen:
  • Erfahrungswerte bisheriger Kalkulationen,
  • Unterlagen des betrieblichen Rechnungswesens (aus dem Jahresabschluss, der Baubetriebsabrechnungund Betriebswirtschaftliche Auswertungen- BWA) sowie
  • Aussagen der Finanzplanung für das laufende bzw. künftige Geschäftsjahr.
Die Ableitung von Zuschlagsätzen wird unter "Downloads" in umfangreichen Excel-Tabellen als beispielhafte Musterrechnungen, ableitend aus einem Finanzplan, demonstriert. Sie können unmittelbar für die praktische Ableitung von Zuschlagsätzen betriebsbezogen genutzt werden. Dafür sind zunächst die betrieblichen Werte aus der Finanzplanung zu übernehmen für:
  • die verschiedenen Kostenarten (im Beispiel 8) in ihrer Summe und weiterhin aufgegliedert nach den Kostenkomplexen EKT, BGK und AGK,
  • die Gesamtkosten der eigenen Leistung sowie für die Gesamtleistung (einschließlich von Fremdleistungen bzw. Nachunternehmerleistungen),
  • die Jahres-Bauleistung (Gesamtleistung bzw. Jahres-Umsatz).
Die verschiedenen Kostenarten werden durch die Leistungen (zu EKT), die Baustelle (zu BGK) und das Unternehmen (zu AGK) unterschiedlich verursacht. Sie leiten sich aus der Finanzbuchhaltung bzw. Betriebsabrechnung ab. Sie können aus mehreren Kostenarten zusammengefasst werden. Eine entsprechende Aufteilung und Zuordnung nach Kostenkomplexen bringt Klarheit in die Kalkulation der Zuschläge. Erläuterungen zu den einzelnen Positionen im herangezogenen Musterfinanzplan werden in dem angeführten Download gegeben.
Die Voreinstellungen in der Musterrechnung sind mit der betrieblichen Situation zu prüfen, nur ggf. aus dem Musterfinanzplan zu übernehmen. Zu beachten ist jedoch, dass die eingegebenen Werte nur Anhaltspunkte darstellen und als Orientierung dienen können. Mindestens einmal pro Jahr sollten vom Unternehmen die eigenen Betriebswerte über den Finanzplan ermittelt und zugrunde gelegt werden. Der Finanzplan für das jeweils laufende Jahr baut auf den Erfahrungen der Vergangenheit auf (Jahresabschluss) und sollte dabei mit den Erwartungen und Plänen für das neue Jahr abgeglichen werden. In der Musterrechnung können die Angaben zum Finanzplan nach den individuellen und betrieblichen Belangen eingegeben und geändert werden.
Die betrieblichen Angaben kann man mit folgenden Annahmen als Eckwerte überprüfen (Summe ergibt 100 %):
  • die Einzelkosten der Teilleistungen (EKT) betragen ca. 65 - 80 % und
  • der Deckungsbeitrag (BGK + AGK + Gewinn + Wagnisse) ca. 20 - 35 % von der Gesamtleistung.
Die Erfassung der EKT sollte mindestens für die nachfolgend angeführten 5 Kostenpositionen erfolgen, wobei die %-Sätze sich jeweils als Anteil von der Gesamtleistung ableiten:
Die Erfassung der Gemeinkosten erfolgt für BGK und AGK in % vom Umsatz:
  • Baustellengemeinkosten (BGK) 5 - 12 %,
  • Allgemeine Geschäftskosten (AGK) 8 - 20 %,
  • Gewinn und Wagnisse 3 - 7 %.
Die Ausrichtung auf die angeführten 5 Kostenpositionen folgt den Anforderungen aus den EFB-Preisblättern 221 und 222 nach VHB (2017), speziell dem Ausweis von Zuschlagsätzen im Abschnitt 2 im Formblatt 221. Das erfordert teils eine Zusammenfassung von Werten aus dem Musterfinanzplan, beispielsweise für Stoffkosten der Pos. 3 + 4 und Gerätekosten der Pos. 5 + 6. In der Musterrechnung unter Downloads zu "Betriebliche Kosten und Zuschlagsätze" wird so verfahren.
Demgegenüber erfolgt in der Musterrechnung unter Downloads zu "Angebotssummen - Einfache und differenzierte Angebotskalkulation" die Ableitung von Zuschlagsätzen für alle 8 Kostenpositionen aus dem Musterfinanzplan, wenn eine weitere Differenzierung zur Angebotskalkulation betriebsindividuell gewünscht wird. Das wird ggf. der Fall sein, wenn mit Bezug auf die Bauleistungssparte beispielsweise die für die Bauleistung erforderlichen Bauhilfsstoffe (RSV) und Betriebsstoffe für Geräte umfangreicher anfallen und preisbestimmender sind.
Aus den Umsatzanteilen des betriebsindividuell angepassten Finanzplans lassen sich dann die Zuschlagssätze für die Kalkulation berechnen, differenziert nach den verschiedenen Verfahren der Kalkulation mit vorbestimmten Zuschlägen wie für die:
In den Musterrechnungen wird auch die Berechnung von auftragsbezogenen Zuschlagsätzen vorgenommen, wie sie bei der Endsummenkalkulation heranzuziehen sind:
  • einerseits als Zuschläge auf Basis Herstellkosten mit Differenzierung nach Kostenarten der EKT und direkt vorkalkulierter Baustellengemeinkosten sowie
  • zum anderen als Anteile an der Gesamtleistung in % von den Herstellkosten.
Dargestellt wird weiterhin die Möglichkeit einer auftragsbezogenen Kalkulation zur Marktanpassung.
Aus den Musterrechnungen lassen sich unmittelbar Planungs- und Kalkulationshilfen ableiten, um künftige Finanzpläne stimmig und schnell im ersten Entwurf aus dem Auftragsvolumen abzuleiten. Vorzugsweise dann, wenn man davon ausgehen muss, dass sich das Auftragsvolumen besonders verändern wird.
Wird die Baukalkulationssoftware " nextbau " der Firma f:data Weimar/Dresden für die Kalkulation genutzt, können insgesamt 17 verschiedene Musterfinanzpläne herangezogen werden, und zwar differenziert nach der Größe des Bauunternehmens und nach Leistungssparten für die Bauleistungen wie beispielsweise Bauhandwerk-Ausbau, Bauunternehmen Hochbau, Verkehrsbau, Zimmerei u. a.
Kostenlose Downloads
Bitte beachten Sie, dass die Muster-Dokumente keine juristische Empfehlung darstellen und die Verwendung nach dem konkreten Sachverhalt eigenverantwortlich erfolgen muss. Vollständigkeit, sowie technische und inhaltliche Fehlerfreiheit werden nicht zugesichert.

Begriffs-Erläuterungen zu Finanzplan zur Ermittlung von Kalkulationszuschlagssätzen

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