Freistellungsbescheinigung

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Freistellungsbescheinigung

Eine Freistellungsbescheinigung ist in Verbindung mit der Bauabzugsteuer nach den Regelungen des § 48 bis 48d im Einkommensteuergesetz (EStG) zu betrachten. Bei Rechnungen über Bauleistungen ist die Bauabzugsteuer (15 % vom Bruttorechnungsbetrag) durch den Auftraggeber vor Zahlung abzuziehen, wenn das leistende Bauunternehmen keine Freistellungsbescheinigung vorlegen kann.
Eine Freistellungsbescheinigung stellt das für den leistenden Bauunternehmer zuständige Finanzamt auf Antrag aus. Eine Freistellung ist zu gewähren, wenn der zu sichernde Steueranspruch nicht gefährdet erscheint. Die Bescheinigung wird auf amtlichen Vordruck erteilt. Die Gültigkeit kann ggf. durch elektronische Abfrage über die beim Bundesamt für Finanzen gespeicherten Freistellungsbescheinigungen geprüft werden.
Die Freistellung hat sich in den letzten Jahren zum Standardverfahren entwickelt. Fast alle Leistenden erhielten eine Bescheinigung. Die meisten Auftraggeber vergeben grundsätzlich keine Bauaufträge an Bauunternehmen, die nicht über eine Freistellungsbescheinigung verfügen.
Der Bauunternehmer als Leistender ist verpflichtet, seinen Auftraggeber über eine evtl. vom zuständigen Finanzamt vorgenommene Änderung in Bezug auf eine vorgelegte Freistellungsbescheinigung zu informieren und dies unverzüglich schriftlich mitzuteilen. Dies gilt bei öffentlichen Bauaufträgen seit 1. Januar 2018 nach den Zusätzlichen Vertragsbedingungen (ZVB) im Vergabe- und Vertragshandbuch (VHB-Bund, Ausgabe 2017) gemäß Richtlinie 215, Tz. 5. Analog lautet die Regelung für Baumaßnahmen des Straßen- und Brückenbaus ebenfalls in den Zusätzlichen Vertragsbedingungen (ZVB/E-StB- Ausgabe 2018) im Teil A unter Tz. 5.
Zu unterscheiden ist die Bescheinigung zur Steuerschuldnerschaft mit Bezug auf § 13b Umsatzsteuergesetz (UStG). Ist der Bauleistungsempfänger - meistens der General- bzw. Hauptunternehmer zu Bauleistungen, die ihm ein Nachunternehmer zum Netto-Betrag in Rechnung stellt - Steuerschuldner für die Umsatzsteuer, kann ihm das zuständige Finanzamt für die Besteuerung seiner Umsätze eine im Zeitpunkt der Ausführung der Leistungen bzw. des Umsatzes gültige Bescheinigung auf dem "Vordruckmuster USt 1 TG" erteilen. Die Bescheinigung ist beim Finanzamt zu beantragen und wird ausgestellt, wenn die dafür erforderlichen Voraussetzungen gegeben sind. Wird sie vom Leistungsempfänger als Steuerschuldner nicht verwendet, so bleibt er trotzdem Steuerschuldner.

Normen und Richtlinien zu Freistellungsbescheinigung

VDI 6210 Blatt 1 [2016-02]An den Abbruchunternehmer und an den von ihm gegebenenfalls beauftragten Nachunternehmer sind zum Nachweis ihrer Eignung Anforderungen an die Fachkunde, die Zuverlässigkeit...
VDI/GVSS 6202 Blatt 1 [2013-10]Als Sanierungsfachbetrieb gelten im Sinne dieser Richtlinie Unternehmen oder eigenständige Unternehmensteile, die mindestens drei Jahre nachweislich, ordnungsgemäß und...

Baunachrichten zu Freistellungsbescheinigung

Neue Regelungen zur Steuerschuldnerschaft für Bauleistungen - 28.07.2014 Das Hin und Her bei der Steuerschuldnerschaft zur Umsatzsteuer für Bauleistungen in diesem Jahr fand mit dem Beschluss von Bundestag und Bundesrat am 11. Juli 2014 eine erfreuliche Lösung..
28.07.2014 Das Hin und Her bei der Steuerschuldnerschaft zur Umsatzsteuer für Bauleistungen in diesem Jahr fand mit dem Beschluss von Bundestag und Bundesrat am 11. Juli 2014 eine erfreuliche Lösung.....
Neue Ausgabe Vergabehandbuch – was sich 2018 ändert - 01.02.2018 Die Aktualisierung des Vergabe- und Vertragshandbuches zum Vergaberecht bei Öffentlichen Bauaufträgen (April 2016) hat nun auch in den Formblättern und Richtlinien des Regelwerkes entsprech
01.02.2018 Die Aktualisierung des Vergabe- und Vertragshandbuches zum Vergaberecht bei Öffentlichen Bauaufträgen (April 2016) hat nun auch in den Formblättern und Richtlinien des Regelwerkes entsprech...

Begriffs-Erläuterungen zu Freistellungsbescheinigung

Der Steuerabzug für Bauleistungen (Bauabzugsteuer) ist nach den Regelungen des § 48 bis § 48 d im Einkommensteuergesetz (EstG) vorzunehmen. Ausgangspunkt dafür war das Ziel, illegale Betätigung im Ba ...
Wird ein Bauvorhaben durch eine Arbeitsgemeinschaft (ARGE) durchgeführt, dann ist auch die ARGE für die Kontrolle der Abzugspflicht über die 15 % ige Bauabzugsteuer nach § 48 ff. des Einkommensteuerg ...
Arbeitsgemeinschaft (ARGE) unterliegt als gewerblich tätige BGB-Gesellschaft den steuerlichen Vorschriften für Personengesellschaften und Mitunternehmerschaften. Sie wird im Außenverhältnis in der Re ...
Für die Rechnungslegung zu erbrachten Bauleistungen ist zunächst von Bedeutung, ob der Leistende selbst Schuldner für die Umsatzsteuer ist, eine Rechnung mit Ausweis der Umsatzsteuer ausstellt und di ...

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