Gehaltszusatzkosten

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Gehaltszusatzkosten

Die Gehaltszusatzkosten umfassen einen bedeutenden Anteil der Gehaltskosten für die Angestellten und Poliere im Bauunternehmen. Sie werden auch als Sozialkosten (S) bezeichnet.
Zu den Gehaltszusatzkosten zählen:
  • Gehaltszusatzkosten aus gesetzlichen Regelungen und tariflichen Vereinbarungen, wie die Bezahlung von Ausfalltagen wegen Kurzarbeit, Lohnfortzahlung bei Krankheit u. a.,
  • Gehaltszusatzkosten aus Beiträgen (Arbeitgeberanteilen) für Renten-, Kranken-, Arbeitslosen-, Pflege- und Unfallversicherungen, U2-Verfahren, Arbeitsschutz und -sicherheit,
  • Gehaltszusatzkosten aus freiwilligen Verpflichtungen, z. B. betriebliche Zusatzrente, 13. Monatseinkommen (alte Bundesländer), Weihnachtsgeld, Sterbegeld, Zuwendungen für Betriebszugehörigkeit u. a.,
  • Beiträge zur Haftpflichtversicherung und zu den Berufsverbänden, soweit sie nicht im Unternehmen innerhalb der Allgemeinen Geschäftskosten (AGK) erfasst, ausgewiesen und bei der Kalkulation zu beachten wären (letzter Ansatz in 2015 im Umfang von 2,1 %).
Seit 1. März 2018 leiten sich für Gehaltszusatzkosten die folgenden Werte im Baugewerbe (vorwiegend Bauhauptgewerbe) ab und zwar nach dem Berechnungsschema des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie e. V. (HDB) differenziert für Angestellte allgemein und speziell für Poliere (differenziert nach tatsächlichen und aufsichtführenden Polieren) sowie nach Tarifgebieten Ost und West bzw. neuen und alten Bundesländern:
  • für Angestellte im Durchschnitt:
    • in Ostdeutschland 55,93 % (2017 =55,19 %),
      sowie speziell in Sachsen 55,40 % (2017 = 54,67 %),
    • in Westdeutschland 63,45 % (2017 = 63,50 %),
  • für Poliere im Durchschnitt:
    • für aufsichtsführende Poliere:
      • in Ostdeutschland 73,96 % (2017 = 71,15 %),
        sowie speziell in Sachsen 73,35 % (2017 = 70,56 %),
      • in Westdeutschland 81,19 % (2017 = 80,34 %),
    • für Poliere tatsächlich:
      • in Ostdeutschland 65,22 % (2017 = 64,50 %),
        sowie speziell in Sachsen 64,64 % (2017 = 63,93 %),
      • in Westdeutschland 73,43 % (2017 =73,43 %).
Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland sind begründet im unterschiedlich hohen tariflichen Lohnniveau sowie im 13. Monatseinkommen und der höheren Zusatzversorgung für Angestellte in den alten Bundesländern.
Der Unterschied der Zuschlagsätze zwischen tatsächlichen und aufsichtsführenden Polieren resultiert aus dem Ansatz von Ausfalltagen innerhalb des Schlechtwetterzeitraums (in der Musterrechnung 19 Arbeitstage) wie bei gewerblichen Arbeitnehmern. Daraus resultieren weniger tatsächlich aufsichtsführende Arbeitstage und ein höherer Gehaltsanteil für sozial- und gehaltsgebundene Kosten.
Gegenüber dem Vorjahr liegen für 2018 Erhöhungen bei den Zuschlägen für Gehaltszusatzkosten vor, so bei aufsichtführenden Polieren und im Tarifgebiet Ost. Insgesamt resultieren die Veränderungen vorrangig aus folgenden Faktoren, die auch bei den Lohnzusatzkosten der gewerblichen Arbeitnehmer maßgebend sind:
  • Anpassungen der Gehälter an den aktuellen Tarifstand zum 1. Januar 2018,
  • Änderungen als Zunahme von 3 bis 4tatsächlichen Arbeitstagen um 1 bis 2 Tage und folglich entsprechend weiniger Ausfalltage, teils regional mit Bezug auf Feiertage unterschiedlich,
  • Berücksichtigung der veränderten Beitragsbemessungsgrenzen zur Sozialversicherung, zur Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung,
  • Beitragssenkung 2018 zur Rentenversicherung,
  • Anpassungen geringfügig als Reduzierungen bei der Unfallversicherung, beim Schwerbehindertenausgleich und der Insolvenzgeldumlage,
  • Ansatz eines geringeren Betrags für Arbeitsschutz- und sicherheit und den Arbeitsmedizinisch-Sicherheitstechnischen Dienst (ASD).
Ebenfalls für 2018 fanden die lohnbezogenen Kosten (unter Tz. 2.3 in der Musterrechnung betreffend Haftpflichtversicherung und Beiträge zu Berufsverbänden) keine Berücksichtigung mehr , da diese meistens in den Bauunternehmen mit in den Allgemeinen Geschäftskosten (AGK) erfasst, ausgewiesen und bei der Kalkulation mit in den vorbestimmten Zuschlägen bzw. Umlagen einbezogen werden (letzter Ansatz erfolgte in 2015 im Umfang von 2,1 %).
Zu berücksichtigen bleibt, dass den Musterrechnungen des HDB Durchschnittswerte zugrunde liegen, soweit nicht gesetzliche und/oder tarifliche Vorgaben heranzuziehen sind. Ein betriebsindividueller Zuschlagsatz aufgrund der jeweiligen betrieblichen Bedingungen wird jedoch oft nicht so hoch wie der exemplarische Durchschnittssatz sein.
Mindestens zu Beginn eines Geschäftsjahres und ggf. jeweils bei lohn- bzw. gehaltstariflichen Veränderungen sollten die Prozentsätze betriebsindividuell überprüft und gemäß den Realitäten angepasst werden. Die Überprüfung sollte auf Grundlage des bauindustriellen Berechnungsschemas erfolgen.

Baunachrichten zu Gehaltszusatzkosten

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