Geringfügige Beschäftigung

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Geringfügige Beschäftigung

Die geringfügige Beschäftigung ist seit 2002 neu geregelt und kann nach verschiedenen Formen aufgenommen werden:
  1. als Mini-Job- auch als 450 €-Job bezeichnet - :
    Bei den Mini-Jobs darf die Verdienstgrenze seit 2013 nach § 8 Sozialgesetzbuch (SGB) IV monatlich 450 € (vorher 400 €) - ohne Begrenzung von Arbeitsstunden - sowie die jährliche Entgeltgrenze von 5.400 € (450 € x 12 Monate) nicht überschreiten. Der Mini-Jobber hat keine Abgaben - weder Steuern noch Krankenkassen-, Pflege- und Arbeitslosenversicherungsbeiträge - zu entrichten. Pflicht besteht zur Rentenversicherung, von der sich der Mini-Jobber aber auch befreien lassen kann. Altersrentner, die einer Beschäftigung im Mini-Job nachgehen, sind nach Erreichen der Regelaltersgrenze von der Rentenversicherungspflicht befreit.
  2. als Midi-Job in der Gleitzone (ab 1. Juli 2019 künftig im "Übergangsbereich"):
    Für monatliche Arbeitsentgelte von 450,01 € (vorher 400,01 €) bis 850 € gilt noch bis 30. Juni 2019 eine Gleitzone. Bei einem Arbeitsentgelt in der Gleitzone gilt der volle Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung, ebenso die Rentenversicherungspflicht. Ab 1. Juli 2019 steigt jedoch die Grenze zum Arbeitsentgelt, ab dem die vollen Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen sind, von 850 € auf 1.300 €. Gesprochen wird dann nicht mehr von der Gleitzone, sondern vom Übergangsbereich gemäß Änderung im § 20 Abs. 2 SGB IV auf Grundlage des "RV-Leistungsverbesserungs- und Stabilisierungsgesetzes vom 28. November 2018 (in BGBl. I S. 2016)". Dafür wird die spezielle Formel für die Berechnung der Versicherungsbeiträge entsprechend konkav angepasst. Erst im oberen Übergangsbereich werden sich die Beiträge dem allgemeinen Beitragssatz anpassen. Daraus ableitend sinken die Beiträge, jedoch ohne Nachteile für die Rentenansprüche. Rentenentgeltpunkte für Beitragszeiten aus der Beschäftigung im Übergangsbereich werden ab 1. Juli 2019 aus dem erzielten und nicht aus dem beitragspflichtigen Arbeitsentgelt ermittelt, sodass geringere Rentenansprüche aus der verminderten Bemessungsgrundlage des Beitrags vermieden werden sollen.
  3. Gleichzusetzen ist die kurzfristige Beschäftigung allgemein mit einem "kurzfristigen Mini-Job", bezeichnet als "70 Tage-Job", sowohl von Arbeitnehmern als auch Arbeitgebern meistens bei Ferieneinsätzen herangezogen. Ab 2015 wurden auch hierzu Höchstgrenzen als Zeitgrenzen übergangsweise erhöht auf 3 Monate bzw. 70 Arbeitstage im Jahr, wofür alle gearbeiteten Tage zusammenzurechnen und auch Tage mit bezahlter Freistellung, beispielsweise Feiertage, Tage mit Urlaubsanspruch sowie Tage bei Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall einzubeziehen sind. Ab 1. Januar 2019 sind wieder die Zeitgrenzen von 2 Monaten bzw. 50 Arbeitstage maßgebend, die bereits bis 31. Dezember 2014 bestimmend waren.
    Für das Arbeitsentgelt entfällt die Begrenzung auf 450 € je Monat. Der Verdienst ist bei der kurzfristigen Beschäftigung nicht begrenzt und unterliegt nicht der Beitragspflicht zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung - weder für den Jobber noch für den Arbeitgeber -.Zum Verdienst ist jedoch Lohnsteuer zu entrichten, die ggf. vom Jobber mit der Jahressteuererklärung zur Einkommensteuer evtl. zurückgefordert werden kann.

Baunachrichten zu Geringfügige Beschäftigung

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Begriffs-Erläuterungen zu Geringfügige Beschäftigung

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