Haustarifverträge (Bau) zur Liquiditätsverbesserung

Haustarifverträge (Bau) zur Liquiditätsverbesserung

Im Ergebnis der Tarifrunde 2018 und der Schlichtung stiegen die Löhne und Gehälter nach den Entgelttarifverträgen im Baugewerbe (speziell zum Bauhauptgewerbe) ab 1. Mai 2018 im Tarifgebiet Deutschland- West und Berlin um 5,7 % und im Tarifgebiet Ost um 6,6 %. Die Erhöhungen einstufig - ohne weitere Zwischenstufen - über einen längeren Zeitraum können in den Unternehmen der Bauindustrie und besonders des Bauhandwerks evtl. zu Liquiditätsschwierigkeiten führen. In den Angeboten der Monate vor Erhöhung und noch zu den danach beginnenden Bauaufträgen konnte und wurde sicher nicht mit diesen Lohn- und Gehaltserhöhungen kalkuliert. Deshalb haben sich die Tarifvertragsparteien (Hauptverband der Deutschen Bauindustrie - HDB, Zentralverband des Deutschen Baugewerbes - ZDB und IG Bauen-Agrar-Umwelt -IG BAU) verständigt, einen "Mustertarifvertrag" zur Liquiditätssicherung im Jahr 2018 als "vorverhandeltes Modell" vorzulegen, der für Haustarifverträge oder Verbandstarifverträge von den Bauunternehmen genutzt werden kann.
Nach dem Mustertarifvertrag zur "Vermeidung von Liquiditätschwierigkeiten, die z. B. bei vertraglicher Bindungen ohne Preisanpasungsmöglichkeit" nach den Tariferhöhungen des Schiedspruchs zur Schlichtung entstehen können, bestehen die Möglichkeiten:
  • den gewerblichen Arbeitnehmern sowie Angestellten und Polieren in den Tarifgebieten - West und Berlin von Mai bis Dezember 2018 nur eine Tariferhöhung von 4,0 % sowie im Tarifgebiet - Ost von 4,9 % zu zahlen, jedoch mit der Maßgabe,
  • den betreffenden Arbeitnehmern Festbeträge pro Monat von 70 € für gewerbliche Arbeitnehmer und 90 € für Angestellte und Poliere in der Summe mit der Entgeltabrechnung März 2019 nachzuzahlen, wenn sie am 31. März 2019 Mitglied in der Gewerkschaft IG BAU sind.
Grundlage der gekürzten Entgeltbeträge in € je Arbeitsstunde sind die Aussagen im Vertragsmuster sowie als betreffender Personenkreis alle Arbeitnehmer, die eine versicherungspflichtige Tätigkeit ausüben.
Von der IG BAU wurde zugesagt, einen Abschluss von entsprechenden Tarifverträgen für Bauunternehmen mit bis zu 20 Beschäftigten (Personen) ohne individuelle Verhandlungen zuzustimmen, wenn dies der IG BAU bis zum 30. Juni 2018 mitgeteilt wurde. Für den Nachweis der Betriebsgröße kann die Bestätigung der SOKA-Bau herangezogen werden. Für größere Bauunternehmen ist auch nach diesem Termin noch ein Tarifabschluss möglich, wofür sich aber die IG BAU ggf. dann noch Verhandlungen zur individuellen Anpassung zum Mustervertrag vorbehält.
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