Kalkulationslohn

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Kalkulationslohn

Dem Kalkulationslohn (KL) kommt eine wichtige und zentrale Bedeutung zu, bildet er doch gewissermaßen das Kernstück in der Baukalkulation. Er repräsentiert den Wertansatz (neben dem Arbeitszeitaufwand als Mengenansatz) für die Bestimmung der Lohnkosten im Rahmen der Einzelkosten der Teilleistungen (EKT) für die Einheitspreise (EP) der einzelnen Leistungspositionen. Seine Höhe bestimmt wesentlich nicht nur den Umfang der Lohnkosten, sondern auch die Verrechnung der Gemeinkosten und schließlich die Höhe der einzelnen Einheitspreise und der Angebotsendsumme.
Eine angemessene Kalkulation der Lohnkosten als EKT setzt zwingend eine möglichst bauauftrags- bzw. mindestens betriebsindividuelle Bestimmung des Kalkulationslohns in € je Arbeitsstunde voraus.
Grundlagen für die Bestimmung des Kalkulationslohns bilden: Der daraus abgeleitete Durchschnittswert entspricht zunächst dem durchschnittlichen Tariflohn (in € je Stunde). Sind noch anteilige Zulagen, Zuschläge und ggf. Beträge der Vermögensbildung zu berücksichtigen, stellt sich der Mittellohn (ML) dar. Werden weiterhin noch die lohngebundenen Kosten (ehem. Lohnzusatzkosten) sowie Lohnnebenkosten hinzugerechnet, steht im Ergebnis der Kalkulationslohn.
In den ergänzenden Formblättern Preise (EFB-Preis) 221 oder 222 nach Vergabe- und Vertragshandbuch (VHB-Bund, Ausgabe 2017) wird der Kalkulationslohn im Abschnitt 1 in der Position 1.4 - ausgedrückt in € je Arbeitsstunde - nach folgender Zusammensetzung ausgewiesen:
Zuschlag in %€/h
1.1Mittellohn ML
einschl. Lohnzulagen und Lohnerhöhung,
wenn keine Lohngleitklausel vereinbart wird
.....
1.2lohngebundene Kosten
Sozialkosten und Soziallöhne, als Zuschlag auf ML
..........
1.3Lohnnebenkosten
Auslösungen, Fahrgelder, als Zuschlag auf ML
..........
1.4Kalkulationslohn
(Summe 1.1 bis 1.3)
.....
Der Kalkulationslohn bildet in Fortführung der Kalkulation meistens die Grundlage für Zu- bzw. Verrechnung der Gemeinkosten mit Baustellengemeinkosten (BGK) und Allgemeine Geschäftskosten (AGK) sowie auch von Wagnis und Gewinn (W&G), und zwar unterschiedlich bei den Kalkulationsverfahren der: beispielsweise für die Bestimmung:
  • des Verrechnungslohns (VL),
  • eines Wertansatzes für Stundenlohnarbeiten und
  • der Lohnkosten einschließlich von Zuschlägen als Bestandteil von Einheitspreisen im EFB-Preisblatt 223 (Aufgliederung der Einheitspreise).

Hinsichtlich eines Beispiels mit Aussagen in % und €/h wird verwiesen auf eine Darstellung unter den Begriffen Einfache Zuschlagskalkulation und EFB-Preis 222 bei Endsummenkalkulation.
Der Kalkulationslohn ist in den einzelnen Bauunternehmen sowie als Kalkulationsansatz teils sehr unterschiedlich hoch, beispielsweise in Unternehmen der neuen Bundesländer niedriger aufgrund des niedrigeren Tariflohns und eines geringeren Zuschlags der lohngebundenen Kosten.
In der Literatur und Baupraxis wird der Kalkulationslohn auch als Mittellohn ASL bzw. APSL bezeichnet, und zwar mit Bezug auf die in die Ermittlung einbezogenen Lohnkostenbestandteile A für Tariflohn der gewerblichen Arbeitnehmer, S für Sozialkosten und L für Lohnnebenkosten, ggf. bei mit P als Einbeziehung eines Poliers bzw. anteiliger Aufsichtskosten in der Berechnung. Eine vergleichende Übersicht zu den Begriffen nach den EFB-Preisblättern wird unter dem Begriff Mittellohn dargestellt.
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Normen und Richtlinien zu Kalkulationslohn

VDI 6210 Blatt 1 [2016-02]Zu den Aufgaben des Abbruchunternehmers gehören die Plausibilitätsprüfung, die Kalkulation, die Arbeitsvorbereitung, die Durchführung, gegebenenfalls die Nachtragskalkulati...

Baunachrichten zu Kalkulationslohn

Lohnkosten und Stundenpreise - die Facetten der Löhne im Angebot -Die Löhne sind neben den Baustoffen der Kostenfaktor am Bau. Sie steigen derzeit nicht so stark wie die Baustoffpreise. Aber sie sind sehr differenziert, facettenreich und von politischer Brisanz. Arbeitnehmer-Entsendegesetz, Mindestlöhne, Tarifrunden und der Baustreik 2007 sind ein Zeichen hierfür. Löhne sind regional und für die Berufsgruppen am Bau verschieden. Dies beginnt schon mit den Bruttolöhnen der Arbeitnehmer. Diese werden als Arbeiterlöhne oder Mittellöhne kalkuliert. In der Tarifrunde-Bau 2007 wurden die Tariflöhne ab 1.6.07 um 3,1 % und weiteren 1,5 % ab 1.4.08 erhöht. Geltend bei tariflicher Bindung. Oft wird auch außertariflich entlohnt. Mehr in Richtung Mindestlohn als übertariflich. Die offiziellen Arbeiterlöhne im Baugewerbe streuen in Deutschland von ca. 9 bis 16 €/ h. Der Ausbau kann die Streubreite noch erweitern, wie folgender Vergleich von Mindestlöhnen zeigt.
Die Löhne sind neben den Baustoffen der Kostenfaktor am Bau. Sie steigen derzeit nicht so stark wie die Baustoffpreise. Aber sie sind sehr differenziert, facettenreich und von politischer Brisanz. Arbeitnehmer-Entsendegesetz, Mindestlöhne, Tarifrunden und der Baustreik 2007 sind ein Zeichen hierfür. Löhne sind regional und für die Berufsgruppen am Bau verschieden. Dies beginnt schon mit den Bruttolöhnen der Arbeitnehmer. Diese werden als Arbeiterlöhne oder Mittellöhne kalkuliert. In der Tarifrunde-Bau 2007 wurden die Tariflöhne ab 1.6.07 um 3,1 % und weiteren 1,5 % ab 1.4.08 erhöht. Geltend bei tariflicher Bindung. Oft wird auch außertariflich entlohnt. Mehr in Richtung Mindestlohn als übertariflich. Die offiziellen Arbeiterlöhne im Baugewerbe streuen in Deutschland von ca. 9 bis 16 €/ h. Der Ausbau kann die Streubreite noch erweitern, wie folgender Vergleich von Mindestlöhnen zeigt.
Die Bau-Tarife 2018 und deren kalkulatorische Wirkung auf die Baupreise -Der Schlichterspruch im Bau-Tarifstreit mit einer Lohnerhöhung von 5,7% im Westen und 6,6% im Osten - rückwirkend zum 1.Mai 2018 - ist ein besonderes kalkulatorisches Wagnis für die im Frühjahr begonnenen Bauaufträge. Reaktiv steigen bei tariflicher Bezahlung die betrieblichen Arbeitskosten um etwa 2,- Euro je Lohnstunde, d.h. der Kalkulationslohn laut EFB 1.4 bzw. der
Der Schlichterspruch im Bau-Tarifstreit mit einer Lohnerhöhung von 5,7% im Westen und 6,6% im Osten - rückwirkend zum 1.Mai 2018 - ist ein besonderes kalkulatorisches Wagnis für die im Frühjahr begonnenen Bauaufträge. Reaktiv steigen bei tariflicher Bezahlung die betrieblichen Arbeitskosten um etwa 2,- Euro je Lohnstunde, d.h. der Kalkulationslohn laut EFB 1.4 bzw. der
Bautarife und Arbeitskosten sowie deren Vergütung in Preisen -Ab 1.Mai 2013 gilt ein neuer Tarifabschluss. Im Osten steigen die Tariflöhne um 4 % und im Westen um 3,2 %. Und der Mindestlohn (Lohngruppe 1) beträgt ab 1.1.2017 bundesgleich 11,30 €/h. Momentan gelten für die LG 1 in Ost 10,25 €/h und 11,05 €/h in West. Diese Kluft wird verschwinden. Geordnete Wettbewerbsverhältnisse auf den deutschen Baustellen sind in Sicht. Eine gemeinsame Lohnuntergrenze fördert den fairen Wettbewerb am Bau. Unter dem Vorbehalt, dass der Mindestlohn für alle gilt und nicht nur auf dem Papier steht.
Ab 1.Mai 2013 gilt ein neuer Tarifabschluss. Im Osten steigen die Tariflöhne um 4 % und im Westen um 3,2 %. Und der Mindestlohn (Lohngruppe 1) beträgt ab 1.1.2017 bundesgleich 11,30 €/h. Momentan gelten für die LG 1 in Ost 10,25 €/h und 11,05 €/h in West. Diese Kluft wird verschwinden. Geordnete Wettbewerbsverhältnisse auf den deutschen Baustellen sind in Sicht. Eine gemeinsame Lohnuntergrenze fördert den fairen Wettbewerb am Bau. Unter dem Vorbehalt, dass der Mindestlohn für alle gilt und nicht nur auf dem Papier steht.
Höhere Zuschlagssätze 2012 für die Lohn- und Gehaltszusatzkosten - 04.05.2012 Bei der Angebotskalkulation werden für die Bestimmung des Kalkulationslohns auf den Mittellohn Lohnzusatzkosten aufgeschlagen, in der Regel mit einem vorher bestimmten Zuschlagsatz...
04.05.2012 Bei der Angebotskalkulation werden für die Bestimmung des Kalkulationslohns auf den Mittellohn Lohnzusatzkosten aufgeschlagen, in der Regel mit einem vorher bestimmten Zuschlagsatz...
Lohn- und Gehaltszusatzkosten – veränderte Zuschlagsätze ab 2014 - 07.03.2014 Die genauen Änderungen weisen die Musterrechnungen der exemplarischen Berechnungsschemata des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie für 2014 aus...
07.03.2014 Die genauen Änderungen weisen die Musterrechnungen der exemplarischen Berechnungsschemata des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie für 2014 aus...

Begriffs-Erläuterungen zu Kalkulationslohn

Stundenpreise sind Preiskennzahlen. Sie beschreiben das Verhältnis ausgewählter Preisbestandteile zu den entlohnten Stunden und zwar ausgedrückt in der Beziehung: Leistung im Preisausdruck je tatsäch ...
Allgemein sagt die Produktivität aus, wie viel hergestellte Güter bzw. Leistungen je Zeiteinheit produziert wurden. Wichtige Kennzahl imBauunternehmen ist die Stundenproduktivität als Ausdruck der...
Kalkulatorische Zusammenhänge lassen sich sehr aussagefähig über Stundensätze darstellen und besser verstehen. Zu unterscheiden ist nach Stundensätzen als Ausdruck im Verhältnis zu Mengen- und/oder Z ...
Der Vollkostenstundensatz stellt praktisch den Betriebsmittellohn dar, wenn die gesamten Gemeinkosten ( Baustellengemeinkosten (BGK) Allgemeine Geschäftskosten (AGK) ) sowie Wagnis und Gewinn (W&G) a ...

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