Kostenanschlag

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Kostenanschlag

Der Kostenanschlag ist eine Grundleistung des Bauplaners in der Leistungsphase 7 (Mitwirkung bei der Vergabe) nach der HOAI. Die Ergebnisse werden nach DIN 276 -Kosten im Bauwesen dargestellt. Ermittelt wird der Kostenanschlag durch die Zusammenstellung der Einheits- oder Pauschalpreise der submittierten Angebote.
Der Kostenanschlag dient als eine Grundlage für die Entscheidung über die Ausführungsplanung und die Vorbereitung der Vergabe.
Im Kostenanschlag werden mit Bezug auf Tz. 3.4.4 in der DIN 276 insbesondere folgende Informationen zugrunde gelegt:
  • Planungsunterlagen, z. B. endgültige vollständige Ausführungs-, Detail- und Konstruktionszeichnungen;
  • Berechnungen, z. B. für Standsicherheit, Wärmeschutz, technische Anlagen;
  • Berechnung der Mengen von Bezugseinheiten der Kostengruppen;
  • Erläuterungen zur Bauausführung, z. B. Leistungsbeschreibungen;
  • Zusammenstellungen von Angeboten, Aufträgen und bereits entstandenen Kosten (z. B. für das Grundstück, Baunebenkosten usw.).
Im Kostenanschlag müssen die Gesamtkosten nach Kostengruppen mindestens bis zur 3. Ebene der Kostengliederung ermittelt und nach den vorgesehenen Vergabeeinheiten geordnet werden. Der Kostenanschlag kann entsprechend dem Projektablauf in einem oder mehreren Schritten aufgestellt werden.
Dies bedeutet in der Praxis: Jetzt sind alle Weichen der Beeinflussbarkeit bereits gestellt. Kostenänderungen und damit auch Einfluss auf die Kosten können jetzt nur noch durch Mehrmengen / Mindermengen oder evtl. Nachträge entstehen. Daher wird oft auch ein "vorgezogener Kostenanschlag" durchgeführt, der von vollständigen Leistungsverzeichnissen ausgeht und diese nicht mit Vergabepreisen, sondern mit Schätzpreisen versieht.
Ein Kostenanschlag kann einem Bauvertrag zugrunde gelegt werden, wobei der Unternehmer auch für die Richtigkeit des Anschlags Gewähr tragen kann. Wurde diese Gewähr jedoch nicht vertraglich übernommen und zeichnet sich während der Bauausführung ab, dass die Baumaßnahme nicht ohne eine wesentliche Überschreitung des Kostenanschlags ausgeführt werden kann, dann steht dem Auftragnehmer mit Bezug auf BGB § 650 Abs. 1 nur eine Vergütung im Umfang der tatsächlich ausgeführten Bauleistungen zu, wenn der Auftragnehmer den Bauvertrag aus dem Grund der Überschreitung des Kostenanschlags kündigt.
Sofern mit einer Überschreitung des Kostenanschlags zu rechnen ist, hat der Auftragnehmer bei einem Werkvertrag nach BGB § 650 Abs. 2 dem Auftraggeber als Besteller unverzüglich Anzeige zu machen.
Bei einer wesentlichen Überschreitung des Kostenanschlags und der Annahme, dass die Erfüllung des Vertrags ohne diese Überschreitung nicht möglich ist, steht dem Auftraggeber bzw. Besteller das Recht zu, aus diesem Grund den Auftrag bzw. Vertrag zu kündigen.
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Normen und Richtlinien zu Kostenanschlag

E DIN 276 [2017-07]In 4.3.1 bis 4.3.6 werden die Stufen der Kostenermittlung nach ihrem Zweck, den erforderlichen Grundlagen und dem Detaillierungsgrad festgelegt. 4.3.1 Kostenrahmen Der Kostenrahme...
DIN 276-1 [2008-12]In 3.4.1 bis 3.4.5 werden die Stufen der Kostenermittlung nach ihrem Zweck, den erforderlichen Grundlagen und dem Detaillierungsgrad festgelegt. 3.4.1 Kostenrahmen Der Kostenrahme...
DIN 276-1 [2008-12]Für die Anwendung dieses Dokuments gelten die folgenden Begriffe. Kosten im Bauwesen Aufwendungen für Güter, Leistungen, Steuern und Abgaben, die für die Vorbereitung, Planung und...
DIN 18960 [2008-02]4.1 Allgemeines Die Nutzungskostenplanung dient der wirtschaftlichen und kostentransparenten Planung, Herstellung, Nutzung und Optimierung von Bauwerken. Hierzu sind qualitative u...
[2008-12] Kosten im Bauwesen - Teil 1: Hochbau

Baunachrichten zu Kostenanschlag

Neue HOAI: Tücken bei der Kostenkontrolle - 04.07.2014 "Die Kostenkontrolle durch Vergleich" - eine Neureglung der HOAI 2013 - soll mehr Kostentransparenz bringen, indem jede Kostenermittlung der vorhergehenden direkt gegenübergestellt wird, au
04.07.2014 "Die Kostenkontrolle durch Vergleich" - eine Neureglung der HOAI 2013 - soll mehr Kostentransparenz bringen, indem jede Kostenermittlung der vorhergehenden direkt gegenübergestellt wird, au...
Kostenberechnung gewinnt mit der Neufassung der HOAI 2009 an Bedeutung -Der Bauherr will bauen. Und wer baut, muss zahlen! Für Beratungs-, Planungs- und Bauleistungen. Was kostet wie viel? Beim einfachen Bauen im Bestand plant der Bauherr direkt mit den Bauschaffenden. Dafür erhält er das Angebot inklusive Beratung. Die Vergütung erfolgt über die Baupreise der Bauleistungen. Anders bei Neu-, Umbauten und komplexen Sanierungen. Externe Beratungen und Bauplanungen samt Genehmigungen werden erforderlich. Für deren Erfüllung braucht der Bauherr professionelle Hilfe. Diese geistigen Leistungen werden vergütet mit Honoraren. Erwartungsgemäß im Bezug zum Bau. Leistungsbilder nach HOAI - Kostengruppen nach DIN 276. Somit bestimmen die Baupreise indirekt das Honorar. Der Kreis wird geschlossen - eine bauwirtschaftliche Quadratur. Welche Kosten sind anrechenbar? Tatsächliche oder geplante. Und mit dem Steigen der Bausumme wächst das Honorar. Zur planerischen Qualität gehören auch die Baukosten. Oft führt eine schlechte Planung zu höheren Baukosten. Nicht würdig zu belohnen. Ein Malus als Abzug wäre gerechter. Dagegen erfordern bestmögliche Baukosten mehr geistigen Aufwand. Dies sollte nicht bestraft werden. Ein Bonus als Erfolgsbeteiligung wäre sinnvoller.
Der Bauherr will bauen. Und wer baut, muss zahlen! Für Beratungs-, Planungs- und Bauleistungen. Was kostet wie viel? Beim einfachen Bauen im Bestand plant der Bauherr direkt mit den Bauschaffenden. Dafür erhält er das Angebot inklusive Beratung. Die Vergütung erfolgt über die Baupreise der Bauleistungen. Anders bei Neu-, Umbauten und komplexen Sanierungen. Externe Beratungen und Bauplanungen samt Genehmigungen werden erforderlich. Für deren Erfüllung braucht der Bauherr professionelle Hilfe. Diese geistigen Leistungen werden vergütet mit Honoraren. Erwartungsgemäß im Bezug zum Bau. Leistungsbilder nach HOAI - Kostengruppen nach DIN 276. Somit bestimmen die Baupreise indirekt das Honorar. Der Kreis wird geschlossen - eine bauwirtschaftliche Quadratur. Welche Kosten sind anrechenbar? Tatsächliche oder geplante. Und mit dem Steigen der Bausumme wächst das Honorar. Zur planerischen Qualität gehören auch die Baukosten. Oft führt eine schlechte Planung zu höheren Baukosten. Nicht würdig zu belohnen. Ein Malus als Abzug wäre gerechter. Dagegen erfordern bestmögliche Baukosten mehr geistigen Aufwand. Dies sollte nicht bestraft werden. Ein Bonus als Erfolgsbeteiligung wäre sinnvoller.
Die Phasen des GAEB-Datenaustausches im BIM-Prozess -Das Wesen von BIM ist das räumliche Bauteilgefüge und das Leitmotiv ist der Prozess des Modelling als fachübergreifendes Arbeiten am Bauwerksmodell. Mit Informationen wird digital modelliert und aus dem Modellierten werden denkbare Informationen abgeleitet, die in weitere Fachanwendungen und deren Fachmodelle fließen. Das modellbasierte Arbeiten beinhaltet die Entwicklung des Bauwerksmodells und das koordinierte Zusammenwirken mit anerkannten Fachmodellen der Baupraxis. Die Abbildung aller Daten eines Bauvorhabens in einem kompletten BIM-Modell wäre vergleichbar mit einer „eierlegenden Wollmilchsau“.
Das Wesen von BIM ist das räumliche Bauteilgefüge und das Leitmotiv ist der Prozess des Modelling als fachübergreifendes Arbeiten am Bauwerksmodell. Mit Informationen wird digital modelliert und aus dem Modellierten werden denkbare Informationen abgeleitet, die in weitere Fachanwendungen und deren Fachmodelle fließen. Das modellbasierte Arbeiten beinhaltet die Entwicklung des Bauwerksmodells und das koordinierte Zusammenwirken mit anerkannten Fachmodellen der Baupraxis. Die Abbildung aller Daten eines Bauvorhabens in einem kompletten BIM-Modell wäre vergleichbar mit einer „eierlegenden Wollmilchsau“.
Das Baukostendilemma zwischen billig Planen und teuer Bauen -Planen und Bauen bewirken die Baukosten. Im Doppelpack entscheidet und zahlt der Bauherr. Und hier beginnt das Baukostendilemma mit dem lieben Geld. Ein Paarlauf mit aufregenden Beziehungen. Kann man beim Planen sparen und damit mehr bauen? Dies ist wie mit dem "Januskopf". Ein Doppelgesicht, das vorwärts und rückwärts blickt. Janus der "römische Gott des Anfangs und des Endes" ist auch beim aktuellen Baugeschehen allgegenwärtig. Am Anfang stehen die Wünsche und am Ende die Abrechnung. Vom privaten Eigenheimbau bis zum öffentlichen Bau wie z.B. dem Berliner Flughafen.
Planen und Bauen bewirken die Baukosten. Im Doppelpack entscheidet und zahlt der Bauherr. Und hier beginnt das Baukostendilemma mit dem lieben Geld. Ein Paarlauf mit aufregenden Beziehungen. Kann man beim Planen sparen und damit mehr bauen? Dies ist wie mit dem "Januskopf". Ein Doppelgesicht, das vorwärts und rückwärts blickt. Janus der "römische Gott des Anfangs und des Endes" ist auch beim aktuellen Baugeschehen allgegenwärtig. Am Anfang stehen die Wünsche und am Ende die Abrechnung. Vom privaten Eigenheimbau bis zum öffentlichen Bau wie z.B. dem Berliner Flughafen.
Vom Planer zum Unternehmer - 04.10.2013 Der Berufsalltag von Architekten und Ingenieuren hat sich in Folge des technischen Fortschritts und der Rechtsprechung nachhaltig gewandelt. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf die...
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01.03.2012 Ein enormes Bauvolumen wird in Deutschland über den elektronischen Datenaustausch mittels GAEB-Dateien transportiert...

Begriffs-Erläuterungen zu Kostenanschlag

Die Objektüberwachung und Dokumentation – auch als Bauüberwachung -2013 (in Kraft seit 17. Juli 2013) bezeichnet – ist Gegenstand der Leistungsphase 8 der HOAI. Die einzelnen Aufgaben sind – differen ...

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