Kostenebenen der Bauausführung

Kostenebenen der Bauausführung

In den einzelnen ergänzenden Preisblättern (EFB-Preis) auf Grundlage des Vergabe- und Vertragshandbuchs (VHB-Bund, Ausgabe 2008) werden die Preisbestandteile im Detail nachgewiesen, und zwar für die auszuführende Bauleistung nach Teilleistungen. Eine Verbindung besteht unmittelbar
  • einerseits zu den einzelnen Kostenebenen des Bieters als Bauunternehmen und potentiellem Auftragnehmer und
  • zum anderen zu den Kostenarten für die Teilleistungen.
Für das Verständnis der Kosten an sich ist es wichtig zu wissen, dass Kosten in bauausführenden Unternehmen in 3 Ebenen verursacht werden:
  • In der Ausführungsebene werden durch die konkreten Teilleistungen Kosten direkt verursacht. Diese Kosten nennt man deshalb Einzelkosten der Teilleistungen (EKT), weil man diese einzelnen Kosten den konkreten Leistungen direkt zuordnen kann. Nach ihrer Art werden sie in Löhne, Stoffe, Geräte und Sonstige Kosten gegliedert oder die Leistung kann auch direkt von Nachunternehmern (NU) eingekauft werden. Die Einzelkosten der Teilleistungen bilden die Basis für die Preisermittlung.
  • In der Baustellenebene werden Kosten durch die Baustelle an sich verursacht. Diese Kosten werden als Baustellengemeinkosten (BGK) bezeichnet, weil man sie den konkreten Teilleistungen nicht direkt zuordnen kann. Sie können abhängig oder unabhängig von der Bauzeit sein.
  • In der Unternehmensebene werden Kosten durch die Verwaltung und Leitung des Unternehmens an sich verursacht. Diese Kosten nennt man Allgemeine Geschäftskosten (AGK), weil man sie weder den Teilleistungen noch den Baustellen direkt zuordnen kann.
Die Gemeinkosten (BGK, AGK) sowie Wagnis und Gewinn (W&G) können den konkreten Teilleistungen nur indirekt zugeordnet werden. Dies erfolgt über Umlagen, die durch Zuschläge auf die Einzelkosten der Teilleistungen verrechnet werden. Hierbei gibt es verschiedene Verrechnungsmethoden entsprechend den Kalkulationsverfahren. So gibt es Kalkulationsverfahren, die alle Umlagen auf die Löhne oder alle gleich auf die Teilkostenarten verteilen. Es gibt aber auch Kalkulationsverfahren, die die Umlagen sehr differenziert auf die Arten der Teilkosten verteilen und sie auch sehr differenziert ermitteln.
Schließlich ist dann der Baupreis die Summe aus Kosten sowie Wagnis und Gewinn, wobei die Kosten mit ca. 95 % dominieren.
Den Zusammenhang veranschaulicht das folgende Bild:
Kostenebenen der Bauausführung

Bild: Preisbestandteile nach Formblätter Preise 221 und 223 in Verbindung mit den Kostenebenen des
Quelle: Schiller/Kloß: EFB-Preis und Ausgleichsrechnung von Nachträgen im Detail erklärt, f:data GmbH Weimar/Dresden, 4. Auflage 2008, S. 19
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