Kostenschätzung

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Kostenschätzung

Die Kostenschätzung ist Grundleistung des Bauplaners in der Leistungsphase 2 (Vorplanung) nach der HOAI -2013 und dort im § 2 Abs. 10 definiert. Die Ergebnisse werden nach DIN 276 - Kosten im Bauwesen dargestellt, differenziert nach Kosten im Hochbau und Kosten im Ingenieurbau.
Die Kostenschätzung dient als Grundlage für die Entscheidung über die Vorplanung.
Ihr werden als Informationen zugrunde gelegt:
  • Ergebnisse der Vorplanung, insbesondere Planungsunterlagen und zeichnerische Darstellungen,
  • Berechnung der Mengen von Bezugseinheiten der Kostengruppen nach DIN 277,
  • Erläuternde Angaben zu den planerischen Zusammenhängen, Vorgängen und Bedingungen,
  • Angaben zum Baugrundstück und zur Erschließung.
Die Gesamtkosten sollen bei einer Kostenschätzung mindestens für die 1. Ebene der Kostengruppen, d.h. nach den Hunderterstellen, ermittelt werden, beispielsweise in folgender Aussage für eine Wohnanlage als Bauobjekt:
100  Grundstück  400.000 € 
200  Herrichten und Erschließung  132.000 € 
300  Bauwerk - Baukonstruktionen
nach BRI: 20.000 m3 x 180 €/m3 =
(oder nach Fläche: 2.250 qm x 1.600 €/qm) 

3.600.000 € 
400  Bauwerk - Technische Anlagen
nach BRI: 20.000 m3 x 30 €/m3 = 

600.000 € 
500  Außenanlagen  100.000 € 
600  Ausstattung und Kunstwerke  22.080 € 
700  Baunebenkosten  793.920 € 
gesamte Baukosten  5.648.000 € 
Die Ermittlungsart ist dem Planer freigestellt. Da Leistungsmengen für die Ausführung in dieser Planungsphase kaum vorliegen können, ist ein "Mengengerüst" in vereinfachter Form heranzuziehen, beispielsweise einfache Bezugsgrößen für das Bauwerk wie
  • geometrische Bezugsgrößen
  • Nutzungseinheiten als funktionale Größen wie Kindergartenplätze, Schulplätze, Büroplätze, Betreuungsplätze u. a.
Diese einfache Ermittlung ist für die Kostenschätzung nach DIN 276 zulässig. Letztlich soll der Aufwand auch im vertretbaren Verhältnis zur gewünschten Aussage stehen. Bei der Kostenschätzung nimmt man eine geringere Kostensicherheit bei dem Vorteil der einfachen Kostenermittlung in Kauf.
In der Praxis entscheidet die Kostenschätzung über die weitere Verfolgung eines Projekts. Werden hier zu hohe Sicherheiten eingebaut, kann das ganze Projekt wegen mangelnder Rentabilität in Frage gestellt werden. Wird die Kostenschätzung dagegen zu knapp gerechnet, sind andere äußerst negative Folgen die Konsequenz:
  • Nachfinanzierung durch den Bauherren,
  • sinkende Rendite,
  • schwere Imageschäden beim Planer,
  • im schlimmsten Fall Insolvenz.
Als Folge daraus haben Planer und Bauherren das gemeinsame Interesse, zu einem möglichst frühen Zeitpunkt möglichst viele Kosteninformationen vorliegen zu haben, und zwar über das hinaus, was HOAI oder DIN fordern. Da viele Details noch nicht vorliegen, müssen Annahmen getroffen werden, damit ein vollständiges Qualitäts- und Mengengerüst entsteht.
Mit dem Beschluss vom 6.3.2013 (AZ. 1 VK 2/13) der VK Baden-Württemberg wurde mit Bezug auf eine Schätzung zum Bauauftragswert einer Baumaßnahme entschieden, dass sie nach „rein objektiven Kriterien erfolgen und jenen Wert treffen soll, den ein umsichtiger und sachkundiger öffentlicher Auftraggeber nach sorgfältiger Prüfung des relevanten Marktsegments und auf dem Boden einer betriebswirtschaftlichen Finanzplanung veranschlagen würde“.

Normen und Richtlinien zu Kostenschätzung

DIN 276-1 [2008-12]In 3.4.1 bis 3.4.5 werden die Stufen der Kostenermittlung nach ihrem Zweck, den erforderlichen Grundlagen und dem Detaillierungsgrad festgelegt. 3.4.1 Kostenrahmen Der Kostenrahme...
E DIN 276 [2017-07]In 4.3.1 bis 4.3.6 werden die Stufen der Kostenermittlung nach ihrem Zweck, den erforderlichen Grundlagen und dem Detaillierungsgrad festgelegt. 4.3.1 Kostenrahmen Der Kostenrahme...
DIN 276-1 [2008-12]Für die Anwendung dieses Dokuments gelten die folgenden Begriffe. Kosten im Bauwesen Aufwendungen für Güter, Leistungen, Steuern und Abgaben, die für die Vorbereitung, Planung und...
[2008-12] Kosten im Bauwesen - Teil 1: Hochbau
DIN 18960 [2008-02]4.1 Allgemeines Die Nutzungskostenplanung dient der wirtschaftlichen und kostentransparenten Planung, Herstellung, Nutzung und Optimierung von Bauwerken. Hierzu sind qualitative u...

Baunachrichten zu Kostenschätzung

Wichtige Entscheidung zur Frage, wann ein Architekt für Kostenüberschreitun... - 04.06.2016 Überschreiten die Kosten eines Bauwerks die Kostenschätzung des Architekten, ist dieser nicht in der Kostenverantwortung, wenn z. B. eigenmächtige Anordnungen des Auftraggebers hinsichtlich
04.06.2016 Überschreiten die Kosten eines Bauwerks die Kostenschätzung des Architekten, ist dieser nicht in der Kostenverantwortung, wenn z. B. eigenmächtige Anordnungen des Auftraggebers hinsichtlich...
Neue HOAI: Tücken bei der Kostenkontrolle - 04.07.2014 "Die Kostenkontrolle durch Vergleich" - eine Neureglung der HOAI 2013 - soll mehr Kostentransparenz bringen, indem jede Kostenermittlung der vorhergehenden direkt gegenübergestellt wird, au
04.07.2014 "Die Kostenkontrolle durch Vergleich" - eine Neureglung der HOAI 2013 - soll mehr Kostentransparenz bringen, indem jede Kostenermittlung der vorhergehenden direkt gegenübergestellt wird, au...
Kostenelemente, Leistungsprogramme und Preiskennzahlen -Die Geheimnisse unserer Welt liegen in den Rezepturen. Verschlüsselt in Zahlen. So auch bei Bauen und Geld. Ein Geflecht von Mengen- und Wertgerüsten. Bauwerke bestehen aus Bauteilen, die beim realen Bauen konkrete Leistungen verursachen. Aufgegliedert nach Menge und Güte im Leistungsverzeichnis (LV). Einer speziellen Rezeptur auszuführender Leistungen. Mit Einzelkosten bzw. Einheitspreisen.
Die Geheimnisse unserer Welt liegen in den Rezepturen. Verschlüsselt in Zahlen. So auch bei Bauen und Geld. Ein Geflecht von Mengen- und Wertgerüsten. Bauwerke bestehen aus Bauteilen, die beim realen Bauen konkrete Leistungen verursachen. Aufgegliedert nach Menge und Güte im Leistungsverzeichnis (LV). Einer speziellen Rezeptur auszuführender Leistungen. Mit Einzelkosten bzw. Einheitspreisen.
Kostenberechnung gewinnt mit der Neufassung der HOAI 2009 an Bedeutung -Der Bauherr will bauen. Und wer baut, muss zahlen! Für Beratungs-, Planungs- und Bauleistungen. Was kostet wie viel? Beim einfachen Bauen im Bestand plant der Bauherr direkt mit den Bauschaffenden. Dafür erhält er das Angebot inklusive Beratung. Die Vergütung erfolgt über die Baupreise der Bauleistungen. Anders bei Neu-, Umbauten und komplexen Sanierungen. Externe Beratungen und Bauplanungen samt Genehmigungen werden erforderlich. Für deren Erfüllung braucht der Bauherr professionelle Hilfe. Diese geistigen Leistungen werden vergütet mit Honoraren. Erwartungsgemäß im Bezug zum Bau. Leistungsbilder nach HOAI - Kostengruppen nach DIN 276. Somit bestimmen die Baupreise indirekt das Honorar. Der Kreis wird geschlossen - eine bauwirtschaftliche Quadratur. Welche Kosten sind anrechenbar? Tatsächliche oder geplante. Und mit dem Steigen der Bausumme wächst das Honorar. Zur planerischen Qualität gehören auch die Baukosten. Oft führt eine schlechte Planung zu höheren Baukosten. Nicht würdig zu belohnen. Ein Malus als Abzug wäre gerechter. Dagegen erfordern bestmögliche Baukosten mehr geistigen Aufwand. Dies sollte nicht bestraft werden. Ein Bonus als Erfolgsbeteiligung wäre sinnvoller.
Der Bauherr will bauen. Und wer baut, muss zahlen! Für Beratungs-, Planungs- und Bauleistungen. Was kostet wie viel? Beim einfachen Bauen im Bestand plant der Bauherr direkt mit den Bauschaffenden. Dafür erhält er das Angebot inklusive Beratung. Die Vergütung erfolgt über die Baupreise der Bauleistungen. Anders bei Neu-, Umbauten und komplexen Sanierungen. Externe Beratungen und Bauplanungen samt Genehmigungen werden erforderlich. Für deren Erfüllung braucht der Bauherr professionelle Hilfe. Diese geistigen Leistungen werden vergütet mit Honoraren. Erwartungsgemäß im Bezug zum Bau. Leistungsbilder nach HOAI - Kostengruppen nach DIN 276. Somit bestimmen die Baupreise indirekt das Honorar. Der Kreis wird geschlossen - eine bauwirtschaftliche Quadratur. Welche Kosten sind anrechenbar? Tatsächliche oder geplante. Und mit dem Steigen der Bausumme wächst das Honorar. Zur planerischen Qualität gehören auch die Baukosten. Oft führt eine schlechte Planung zu höheren Baukosten. Nicht würdig zu belohnen. Ein Malus als Abzug wäre gerechter. Dagegen erfordern bestmögliche Baukosten mehr geistigen Aufwand. Dies sollte nicht bestraft werden. Ein Bonus als Erfolgsbeteiligung wäre sinnvoller.
Aktuelle Baupreise auch unterwegs… - 03.04.2016 Für mehr als eine Million Bauleistungen den passenden Preis stets parat, egal ob per Smartphone auf der Baustelle, per PC im Büro oder auf dem Tablet zu Hause, das bietet der neu gestaltete
03.04.2016 Für mehr als eine Million Bauleistungen den passenden Preis stets parat, egal ob per Smartphone auf der Baustelle, per PC im Büro oder auf dem Tablet zu Hause, das bietet der neu gestaltete...

Begriffs-Erläuterungen zu Kostenschätzung

Die Elementmethode bietet eine Möglichkeit zur Aufbereitung einer Kostenschätzung und/oderKostenberechnung auf Grundlage der DIN 276 - Kosten im Bauwesen, ggf. differenziert nach Kosten im Hochbau...
§ 6 der2013 (in Kraft seit dem 17. Juli 2013 und veröffentlicht im BGBl. I 2013 Nr. 37, S. 2276) sagt über die Grundlagen des Honorars für die Bauplanung aus. Das Honorar richtet sichfür dieLei ...
Dynamische BauDaten bezeichnet einen von der Dr. Schiller & Partner GmbH entwickelten methodischen und technologischen Ansatz, um Baudaten für Planung, Ausschreibung, Kostenschätzung und Kalkulation...
Modellbasierte Grundlagen sindSkizzen fürKostenschätzungen DIN 276 - Kosten im Bauwesen, Entwurfszeichnungen für Kostenberechnungen Ausführungspläne für Ausschreibungen Zunächst ist ein Referenzm ...

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