Leistungsrechnung der ARGE

Leistungsrechnung der ARGE

Die Feststellung des Roh-Ergebnisses und von Zwischenabschlüssen einer Arbeitsgemeinschaft (ARGE) als spezifische Kooperationsform zur Durchhführung einer Baumaßnahme setzt eine Leistungsermittlung und den Nachweis der Kosten voraus. Für die ARGE kann die Leistungsrechnung analog wie im Rahmen einer Baustellenabrechnung organisiert werden.
Die Leistungsermittlung sollte jeweils zum Monatsende für die unfertigen Bauleistungen erfolgen. Es kann dafür beispielsweise die unter "Leistungsmeldung" dargestellte Form oder ein Formular aus den beteiligten Bauunternehmen verwendet werden. Wichtig dabei sind:
  • die inhaltlichen Aussagen zu den unfertigen eigenen und fremden Bauleistungen,
  • die Berücksichtigung von Leistungsberichtigungen (z.B. Vorgriff für die Baustelleneinrichtung, evtl. Rechnungsabstriche u.a.) sowie
die für die Rechnungslegung maßgebenden Regelungen zu den abzurechnenden Leistungen mit Abschlagsrechnungen und Schluss- oder Teilschlussrechnungen, insbesondere im Zusammenhang mit der Steuerschuldnerschaft bei ARGEn nach § 13b Umsatzsteuergesetz (UStG).
Der buchhalterische Nachweis kann - soweit der an den Baukontenrahmen angelehnte Musterkontenplan für Arbeitsgemeinschaften (ARGE-MKP) verwendet wird - in der Kontenklasse 5 - Erträge - erfolgen. Neben Bauleistungen, die auch nach eigenen Bauleistungen und der Gesamtbauleistung (einschließlich von Leistungen der Nachunternehmer und sonstigen Fremdleistungen) differenziert werden können, ist auch der Anfall von weiteren Leistungen bzw. Erträgen bei einer ARGE möglich, beispielsweise aus Lieferungen und Leistungen an Dritte, von neutralen Erträgen wie aus Zinsen, Regulierung von Versicherungsschäden u.a. und sogar von außerordentlichen Erträgen.
Die für die Abrechnungsperioden wie Monate bzw. zum Abschluss der Baumaßnahme auszuweisenden Leistungen und Erträge werden im ARGE-Übersichtsblatt als zu empfehlende Auswertungsgrundlage der ARGE-Abrechnung in den Abschnitten I und II ausgewiesen. Die neutralen Erträge sind nicht unmittelbar erkennbar, da im Übersichtsblatt nur der saldierte Ausweis mit evtl. angefallenen neutralen Aufwendungen als neutrales Ergebnis erfolgt.
Die in Rechnung gestellten Leistungen werden im ARGE-Übersichtsblatt im Abschnitt III dargestellt, weiterhin die dafür bereits erhaltenen Zahlungen und die noch offenen Forderungen.
Bei den Abschlagsrechnungen bleibt zu prüfen, dass die Leistung auch erbracht ist. Sowohl für Abschlags- als auch für Schlussrechnungen ist bei der Steuerschuldnerschaft von den ARGEn gegenüber den Auftraggebern gleichermaßen zu verfahren wie im Falle eines leistenden Bauunternehmens. Zwischen den an der Baumaßnahme beteiligten Bauunternehmen als Gesellschafter bleibt zu unterscheiden, ob es sich um einer Normal- oder Dach-ARGE handelt. Bei einer Normal-ARGE erbringen die Gesellschafter gegenüber der ARGE in der Regel keine unmittelbaren Bauleistungen, folglich sind die Leistungen mit Netto- und Bruttobetrag einschließlich Umsatzsteuer in Rechnung zu stellen. Demgegenüber ist eine Dach-ARGE Steuerschuldner für die von den Gesellschaftern zu Losen erbrachten Bauleistungen, die von den Gesellschaftern nur mit den Nettobeträgen an die Dach-ARGE in Rechnung gestellt werden.
Bei einer Dach-ARGE besteht die Aufgabe der Leistungsrechnung oft noch darin, die eingehenden Rechnungen der Einzellose zusammenzustellen und diese im Namen der Dach-ARGE beim Auftraggeber einzureichen. Der kaufmännischen Geschäftsführung fällt dabei die Aufgabe zu, die Einzellos-Rechnungen inhaltlich vorzuprüfen und dabei sicherzustellen, dass erkennbare Fehler nicht von vornherein den Auftraggeber berechtigen, eine fehlende Prüffähigkeit einzuwenden. Ungeachtet dessen ist die Rechnung des Einzelloses vom Lospartner sorgfältig zu stellen. Das Vergütungsrisiko liegt und bleibt beim Einzellos.
Im Rahmen der vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie empfohlenen ARGE-Formularsammlung wird noch auf folgende Formulare verwiesen, die in Verbindung mit Daten und zur Leistungsrechnung zu sehen sind:
  • Leistungsaufstellung,
  • ARGE-Ergebnisrechnung,
  • Nachweis der Kosten für Fremdleistungen und Verbindlichkeiten gegenüber Nachunternehmern.
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