Lohnzusatzkosten im Baugewerbe

» Baunachrichten
» Begriffs-Erläuterungen

Lohnzusatzkosten im Baugewerbe

Lohnzusatzkosten, auch als Sozialkosten (S) sowie im engeren Sinne als lohngebundene Kosten bezeichnet, sind ein bedeutender Anteil der Lohnkosten, die für gewerbliche Arbeitnehmer bei der Herstellung von Leistungen entstehen und vom Bauunternehmen zu tragen sind. Sie umfassen:
  • Lohnzusatzkosten aus gesetzlichen Regelungen und tariflichen Vereinbarungen, wie die Bezahlung von Ausfalltagen für Schlechtwetter, wegen Kurzarbeit, Krankheitstagen, Feiertagen, Urlaubstagen;
  • Lohnzusatzkosten aus Beiträgen (Arbeitgeberanteilen) für Renten-, Kranken-, Arbeitslosen-, Pflege- und Unfallversicherungen sowie Beiträgen zu Berufsverbänden und aus Umlagen für die Sozialkassen der Bauwirtschaft, Winterbauumlage, Insolvenzgeld, Schwerbehindertenausgleich, Arbeitsmedizinischer Dienst, Arbeitsschutz und Sicherheit;
  • Lohnzusatzkosten aus freiwilligen Verpflichtungen, z. B. zusätzliche Altersversorgung, Weihnachtsgeld, Zuwendungen für Betriebszugehörigkeit u. a.
Seit 01.März 2018 leiten sich nach den Musterberechnungen des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB) die folgenden Werte ab:
  • in Ostdeutschland im Durchschnitt 73,44 % (Vorjahr 2017 = 73,44 %) sowie speziell für Sachsen 74,90 % (2017 = 72,79 %) und
  • in Westdeutschland im Durchschnitt 85,15 % (2017 = 85,97 %).
Den Berechnungen liegen vorrangig folgende Veränderungen bzw. Faktoren zugrunde, wie:
  • Anpassungen der Löhne an den aktuellen Tarifstand zum 1. Januar 2018,
  • eine Veränderung als Zunahme von 3 bis 4 tatsächlichen Arbeitstagen sowie folglich geringerer Anzahl von Ausfalltagen im Jahre, teils regional unterschiedlich mit Bezug auf Feiertage,
  • Berücksichtigung der veränderten Beitragsbemessungsgrenzen zur Sozialversicherung, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung ab 2018,
  • Senkung des Beitragssatzes 2018 zur Rentenversicherung,
  • Anpassungen geringfügig als Reduzierungen bei der Unfallversicherung, dem Schwerbehindertenausgleich und der Insolvenzgeldumlage,
  • Ansatz eines geringeren Betrags für Arbeitsschutz und -sicherheit und den Arbeitsmedizinisch-Sicherheitstechnischen Dienst (ASD),
  • ebenfalls für 2018 keine Berücksichtigung mehr von lohnbezogenen Kosten, da diese meistens in den Bauunternehmen mit in den Allgemeinen Geschäftskosten (AGK) erfasst, ausgewiesen und bei der Kalkulation zu beachten wären (letzter Ansatz in 2015 im Umfang von 2,1 %).
Letzter Aspekt hatte hat zur Folge, dass in den ergänzenden Formblättern Preise (EFB-Preis) 221 und 222 nach Vergabe- und Vertragshandbuch (VHB-Bund, Ausgabe 2017) die Zeile 1.2 umbenannt wurde von alt = Lohnzusatzkosten in neu = lohngebundene Kosten, da mit dem Ausklammern der lohnbezogenen Kosten die lohngebundenen Kosten mit den Lohnzusatzkosten gleich zu setzen sind.
Unterschiede zum Umfang der Lohnzusatzkosten zwischen Ost- und Westdeutschland sind begründet im unterschiedlich hohen tariflichen Lohnniveau sowie im 13. Monatseinkommen und der höheren Zusatzversorgung für Bauarbeiter in den alten Bundesländern.
Mindestens zu Beginn eines Geschäftsjahres und ggf. jeweils bei lohntariflichen Veränderungen sollten die Prozentsätze überprüft und gemäß den Realitäten korrigiert werden. Als Grundlage für die Überprüfung kann das Berechnungsschema des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie e.V. herangezogen werden. Zu berücksichtigen bleibt, dass den Musterrechnungen Durchschnittswerte zugrunde liegen, soweit nicht gesetzliche und/oder tarifliche Vorgaben heranzuziehen sind. Ein betriebsindividueller Zuschlagsatz aufgrund der jeweiligen betrieblichen Bedingungen wird jedoch oft nicht so hoch wie der exemplarische Durchschnittssatz sein.
Nachfolgend kann das Schema für eine betriebsindividuelle Ermittlung aufgerufen werden und zwar für Berechnungen der Lohnzusatzkosten der gewerblichen Arbeitnehmer getrennt nach den Tarifbereichen Ost und West in Deutschland. Bei den betriebsindividuellen Berechnungen können die tatsächlichen Arbeitstage berücksichtigt werden. Weiterhin lassen sich auch Zuschlagsätze mit und ohne Umlage für ULAK (Urlaubs- und Lohnausgleichskasse) an die Sozialkassen bestimmen.
Aufgrund der jeweiligen betrieblichen Bedingungen wird ein betriebsindividueller Zuschlagsatz keinesfalls so hoch wie der exemplarische Durchschnittssatz sein, in vielen Bauunternehmen liegt er um ca. 2 - 5 % niedriger. Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland sind begründet im unterschiedlich hohen tariflichen Lohnniveau und z. B. dem 13. Monatseinkommen und der Zusatzversorgung für Bauarbeiter in den alten Bundesländern.
Das Sozialkassenverfahren ist für alle Bauunternehmen verbindlich, für die der Tarifvertrag über das Sozialkassenverfahren (VTV) gültig ist. Dem Grunde nach sind das alle jene Bauunternehmen, für deren gewerbliche Arbeitnehmer auch der Bundesrahmentarifvertrag für das Baugewerbe (BRTV-Baugewerbe ) allgemein verbindlich ist.
Nicht einbezogen sind jedoch eine Reihe von Baugewerken wie das Dachdecker-, Gerüstbau-, Glaser-, Maler-, Parkettleger-, Schreiner-, Klempner und Steinmetzhandwerk, weiterhin das Beton- und Terrazzowaren herstellende Gewerbe, die Nassbaggerei und Säurebauindustrie. In Unternehmen dieser Gewerbe gelten teils spezielle Verfahren und Beitragssätze für Sozialkassen bzw. werden teils Urlaubsentgelte direkt an die betreffenden Arbeitnehmer gezahlt und nicht über das Umlageverfahren.
Folglich sind dann auch die, auf die Soziallöhne zu beziehenden Anteile, geringer als in Unternehmen mit ULAK-Umlage. In den aufrufbaren Berechnungsformularen werden 2 Spalten ausgewiesen, und zwar für die Ermittlungen mit und ohne ULAK-Umlage. Damit können unterschiedliche Berechnungen betriebsindividuell erfolgen.
Die Zuschlagsätze für die Lohnzusatzkosten mit und ohne ULAK werden unterschiedlich hoch sein. Vergleichbar ist einzuschätzen, dass Zuschlagsätze ohne ULAK ca. 3 bis 8 % niedriger in Bauunternehmen in Ostdeutschland und 7 bis 12 % niedriger in Westdeutschland sein werden.
Kostenlose Downloads
Bitte beachten Sie, dass die Muster-Dokumente keine juristische Empfehlung darstellen und die Verwendung nach dem konkreten Sachverhalt eigenverantwortlich erfolgen muss. Vollständigkeit, sowie technische und inhaltliche Fehlerfreiheit werden nicht zugesichert.

Baunachrichten zu Lohnzusatzkosten im Baugewerbe

Lohnkosten und Stundenpreise - die Facetten der Löhne im Angebot -Die Löhne sind neben den Baustoffen der Kostenfaktor am Bau. Sie steigen derzeit nicht so stark wie die Baustoffpreise. Aber sie sind sehr differenziert, facettenreich und von politischer Brisanz. Arbeitnehmer-Entsendegesetz, Mindestlöhne, Tarifrunden und der Baustreik 2007 sind ein Zeichen hierfür. Löhne sind regional und für die Berufsgruppen am Bau verschieden. Dies beginnt schon mit den Bruttolöhnen der Arbeitnehmer. Diese werden als Arbeiterlöhne oder Mittellöhne kalkuliert. In der Tarifrunde-Bau 2007 wurden die Tariflöhne ab 1.6.07 um 3,1 % und weiteren 1,5 % ab 1.4.08 erhöht. Geltend bei tariflicher Bindung. Oft wird auch außertariflich entlohnt. Mehr in Richtung Mindestlohn als übertariflich. Die offiziellen Arbeiterlöhne im Baugewerbe streuen in Deutschland von ca. 9 bis 16 €/ h. Der Ausbau kann die Streubreite noch erweitern, wie folgender Vergleich von Mindestlöhnen zeigt.
Die Löhne sind neben den Baustoffen der Kostenfaktor am Bau. Sie steigen derzeit nicht so stark wie die Baustoffpreise. Aber sie sind sehr differenziert, facettenreich und von politischer Brisanz. Arbeitnehmer-Entsendegesetz, Mindestlöhne, Tarifrunden und der Baustreik 2007 sind ein Zeichen hierfür. Löhne sind regional und für die Berufsgruppen am Bau verschieden. Dies beginnt schon mit den Bruttolöhnen der Arbeitnehmer. Diese werden als Arbeiterlöhne oder Mittellöhne kalkuliert. In der Tarifrunde-Bau 2007 wurden die Tariflöhne ab 1.6.07 um 3,1 % und weiteren 1,5 % ab 1.4.08 erhöht. Geltend bei tariflicher Bindung. Oft wird auch außertariflich entlohnt. Mehr in Richtung Mindestlohn als übertariflich. Die offiziellen Arbeiterlöhne im Baugewerbe streuen in Deutschland von ca. 9 bis 16 €/ h. Der Ausbau kann die Streubreite noch erweitern, wie folgender Vergleich von Mindestlöhnen zeigt.
Präzisierte Zuschläge 2017 zu Lohn- und Gehaltszusatzkosten - 31.03.2017 Begründet liegen die Änderungen u. a. in der Anpassung der Löhne an den aktuellen Tarifstand zum 1.1. 2017, der Erhöhung des Beitragssatzes 2017 zur Pflegeversicherung und der Berücksichtig
31.03.2017 Begründet liegen die Änderungen u. a. in der Anpassung der Löhne an den aktuellen Tarifstand zum 1.1. 2017, der Erhöhung des Beitragssatzes 2017 zur Pflegeversicherung und der Berücksichtig...
Lohn- und Gehaltszusatzkosten 2016 weiter reduziert - 02.04.2016 Grund: die geringeren Zuschlagsätze für Lohn- und Gehaltszusatzkosten im Baugewerbe,nachzuvollziehen in den exemplarischen Musterrechnungen des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie e
02.04.2016 Grund: die geringeren Zuschlagsätze für Lohn- und Gehaltszusatzkosten im Baugewerbe,nachzuvollziehen in den exemplarischen Musterrechnungen des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie e...
Aktualisiert: Musterrechnungen 2018 zu Lohn- und Gehaltszusatzkosten - 04.05.2018 Die exemplarischen Musterrechnungen sind zum 01. März 2018 vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie aktualisiert worden. Die Werte für die Lohn- und Gehaltszusatzkosten sind gegenüber 20
04.05.2018 Die exemplarischen Musterrechnungen sind zum 01. März 2018 vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie aktualisiert worden. Die Werte für die Lohn- und Gehaltszusatzkosten sind gegenüber 20...
Bautarife und Baupreise in der Wertschöpfungskette am Bau -Die Tarifrunde Bau 2014 bringt Veränderungen. Im Juni 2014 wurde der Tarifabschluss im Bauhauptgewerbe verbindlich. Die Industriegewerkschaft BAU und die deutschen Verbänden von Baugewerbe (ZDB)und Bauindustrie (HDB) haben sich geeinigt. Ein Akt, der aller Jahre wieder die Löhne und Gehälter der im Bauhauptgewerbe Beschäftigten an die gestiegenen Verbraucherpreise anpassen soll. Bautarife sind eine ausgewogene Antwort im Geflecht von Inflation, Konjunktur und Produktivität. Sie sind auch selbst ein Bestandteil von vielfältigen„Lohn-Preis-Spiralen“. Sei es als Reaktion oder als Aktion im Marktpreisgefüge.
Die Tarifrunde Bau 2014 bringt Veränderungen. Im Juni 2014 wurde der Tarifabschluss im Bauhauptgewerbe verbindlich. Die Industriegewerkschaft BAU und die deutschen Verbänden von Baugewerbe (ZDB)und Bauindustrie (HDB) haben sich geeinigt. Ein Akt, der aller Jahre wieder die Löhne und Gehälter der im Bauhauptgewerbe Beschäftigten an die gestiegenen Verbraucherpreise anpassen soll. Bautarife sind eine ausgewogene Antwort im Geflecht von Inflation, Konjunktur und Produktivität. Sie sind auch selbst ein Bestandteil von vielfältigen„Lohn-Preis-Spiralen“. Sei es als Reaktion oder als Aktion im Marktpreisgefüge.

Begriffs-Erläuterungen zu Lohnzusatzkosten im Baugewerbe

Das 13. Monatseinkommen regelt sich für das Baugewerbe nach dem „Tarifvertrag über die Gewährung eines 13. Monatseinkommens im Baugewerbe (vom 21. Mai 1997 in der Fassung vom 29. Oktober 2003) „. Der ...
Hinsichtlich detaillierter Ausführungen zum 13. Monatseinkommen sei verwiesen auf: Dreizehntes Monatseinkommen im Baugewerbe zu den tariflichen Regelungen vom 1. Juni 2018 als Änderung zu den Tarifve ...
Die Gehaltskosten umfassen jene Kosten, die im Bauunternehmen insgesamt für die Angestellten anfallen und zwar sowohl für die technischen und kaufmännischen Angestellten als auch für die Poliere Ausz ...
Jeder Arbeitnehmer hat Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub. Er beträgt 30 Arbeitstage im Kalenderjahr. Für gewerbliche Arbeitnehmer gelten mit dem § 8 des Bundesrahmentarifvertrags für das Baugewe ...

Schon über 50.000 Abonnenten!
bauprofessor.nachrichten
Ihr kostenloser Newsletter
E-Mail:
» Abonnieren

Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.
OK