Mehrere Angebote eines Bieters

Mehrere Angebote eines Bieters

Ein Bieter kann mehrere Angebote zu Ausschreibungen abgeben. Es darf sich dabei handeln um:
  • Haupt- und zugelassene Nebenangebote,
  • mehrere Hauptangebote oder
  • zugelassene Nebenangebote ohne Hauptangebot.
Mehrere Angebote sind oft dann von Interesse des Bieters, wenn beispielsweise verschiedene Fabrikate der einzubauenden Stoffe, Bauteile oder Ausrüstungen infrage kommen könnten. Dann kann sich ein Hauptangebot auf das Leitfabrikat und ein weiteres Angebot auf vergleichbare, gleichwertige bzw. alternative Fabrikate beziehen.
Für Ausschreibungen und Vergaben durch öffentliche Auftraggeber werden Grundsätze in der VOB Teil A bestimmt, unter welchen Voraussetzungen die Abgabe mehrerer Angebote möglich ist. Sie wird grundsätzlich zugelassen, zugleich auch unabhängig davon, ob sich die Hauptangebote sachlich-technisch oder nur preislich unterscheiden. In Tz. 2 der Richtlinie 321 - Vergabevermerk - im Vergabe- und Vertragshandbuch (VHB-Bund, Ausgabe 2017) wurde bisher zur Zulässigkeit noch angeführt, dass mehrere Hauptangebote:
  • sich in qualitativer und technischer Hinsicht voneinander unterscheiden, wobei die anderen, in der Mehrzahl vorliegenden Positionen im Leistungsverzeichnis (LV) durchaus identisch sein können,
  • die geforderte Leistung vollständig beinhalten und
  • alle Vorgaben der Leistungsbeschreibung uneingeschränkt erfüllen sollen.
In den seit 1. März 2019 anzuwendenden Regelungen im Abschnitt 1 (Basisparagrafen) für nationale Vergaben unterhalb der Schwellenwerte in der VOB/A - 2019 bleibt weiterhin auf folgende Aspekte hinzuweisen:
  • Der Auftraggeber kann in seinen Bekanntmachungen bzw. Vergabeunterlagen auch festlegen, dass er beispielsweise nach § 8 Abs. 2, Nr. 4 VOB/A mehrere Angebote nicht zulässt und damit nur ein Angebot je Bieter abgegeben werden darf.
  • Nach § 16 Abs. 1 Nr. 7 VOB/A sind Hauptangebote von Bietern auszuschließen, wenn sie mehrere Angebote abgegeben haben oder der Auftraggeber die Abgabe mehrerer Hauptangebote in der Auftragsbekanntmachung oder in den Vergabeunterlagen nicht zugelassen hat.
  • Bei Abgabe mehrerer Angebote muss jedes Angebot nach § 13 Abs. 3 VOB/A "aus sich heraus zuschlagsfähig sein". Dies soll verhindern, dass nur mehrere Ausschnitte aus Leistungsverzeichnissen abgegeben werden, die nur zusammengefasst ein Angebot darstellen. Für den Auftraggeber muss klar erkennbar sein, wie viel Hauptangebote von einem Bieter eingereicht werden.
  • Übermittelte Angebote müssen jedes für sich auch den Anforderungen hinsichtlich Kennzeichnung, Überreichung bzw. bei elektronischer Übermittlung, Verschlusshaltung bis zum Ablauf der für die Einrichtung vorgeschriebenen Frist u. a. entsprechen.
  • Jedes Hauptangebot muss auch die geforderten leistungsbezogenen Unterlagen (z. B. Produktangaben u. a.) sowie Eignungsnachweise u. a. umfassen, wobei letztere nicht nochmals vorzulegen sind, wenn sie als gültige Nachweise bereits vorliegen.
  • Unternehmensbezogene Erklärungen und Angaben müssen nicht zu jedem Hauptangebot vorgelegt werden.
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