Mindestlohn 2 im Baugewerbe

Mindestlohn 2 im Baugewerbe

Die Entgelte zum Mindestlohn im Baugewerbe- speziell im Bauhauptgewerbe- richten sich nach dem "Tarifvertrag zur Regelung der Mindestlöhne im Baugewerbe (TV-Mindestlohn)", zuletzt vom 3. November 2017. Grundlage ist das Arbeitnehmer-Entsendegesetz (AEntG). Erfasst werden gemäß § 1 Abs. 3 im TV Mindestlohn alle gewerblichen Arbeitnehmer im Bauunternehmen, unabhängig davon, ob es sich um sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse oder geringfügig Beschäftigte (z. B. Mini-Jobs) handelt. Der Geltungsbereich zur Anwendung des Mindestlohns im Baugewerbe wird durch die "Zehnte Verordnung über zwingende Arbeitsbedingungen im Baugewerbe (BauArvvV10 vom 19. Februar 2018 und geltend bis 31. Dezember 2019)" bestimmt.
Als Mindestlohn 2 gilt die Entlohnung für die Lohngruppe 2 -Fachwerker / Maschinisten / Kraftfahrer - nach § 5 Nr. 3 im Bundesrahmentarifvertrag für das Baugewerbe (BRTV-Baugewerbe), betreffend jedoch seit 1. September nur noch den räumlichen Geltungsbereich in den Tarifgebieten Deutschland-West und Gebiet Berlin. Der TV Mindestlohn unterliegt in diesen Gebieten der AVE - Allgemeinverbindlichkeit. Danach die vorgeschriebenen Entgelte verbindlich zu zahlen. Im Tarifgebiet Ost (ohne Berlin) wurde die Verbindlichkeit ab 1. September 2009 aufgehoben, es gilt verbindlich nur noch der Mindestlohn 1 im Baugewerbe für die Lohngruppe 1.
Fachwerker führen allgemein fachlich begrenzte Arbeiten (Teilleistungen eines Berufsbilds oder angelernte Spezialtätigkeiten) nach Anweisung aus. Als Regelqualifikation gilt die baugewerbliche Stufenausbildung in der ersten Stufe. Spezielle Tätigkeitsmerkmale werden im § 5 des BRTV-Baugewerbe aufgeführt.
Der Mindestlohn 2 beträgt seit 1. Januar 2018:
  • im Tarifgebiet West (ohne Berlin) = 14,95 €/Arbeitsstunde (vorher 1. Januar bis 31.Dezember 2017 = 14,70 €/Arbeitsstunde),
  • im Land Berlin = 14,80 €/Arbeitsstunde (vorher 1. Januar bis 31. Dezember 2017 = 14,55 €/Arbeitsstunde).
Von den Lohnerhöhungen nach der Tarifrunde 2018 - Bau und dem Schiedsspruch vom 12. Mai 2018 ist jedoch das Entgelt zum Mindestlohn 2 für gewerbliche Arbeitnehmer nicht betroffen. Auch haben Arbeitnehmer mit Mindestlohn 2 keinen Anspruch auf die nach den Tarifverträgen - TV Lohn - West, Ost und Berlin vom 1. Juni 2018 - in 2018/19 zu zahlenden Festbeträge.
Ab 1. März 2019 erfolgt eine weitere Erhöhung des Mindestlohns 2:
  • im Tarifgebiet West (ohne Berlin) auf 15,20 €/Arbeitsstunde und
  • im Land Berlin auf 15,05 €/Arbeitsstunde
mit der Laufzeit bis 31. Dezember 2019.
Die Entgelte des Mindestlohns 2 entsprechen jeweils dem Gesamttarifstundenlohn (GTL) als Bruttolohn für die Arbeitsstunde, der sich aus Tariflohn und Bauzuschlag zusammensetzt. Der Mindestlohn 2 gilt stets für die Arbeitsstelle. Auswärtig beschäftigte Arbeitnehmer behalten jedoch den Anspruch auf den Mindestlohn ihres Einstellungsortes. Ist der Mindestlohn der auswärtigen Arbeitsstelle höher, so haben die Arbeitnehmer Anspruch auf diesen Mindestlohn, solange sie auf dieser Arbeitsstelle tätig sind. Der Mindestlohn findet keine Aufnahme in die Bezirkslohntarifverträge (Lohntabellen).
Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e. V. hat einen "Leitfaden Mindestlöhne im Baugewerbe" (zuletzt zum Stand: 28. Februar 2018) aufgelegt, in dem spezielle Ausführungen:
  • zum Mindestlohn, dem Mindestlohngesetz sowie zum Arbeitnehmer-Entsendegesetz erfolgen,
  • insbesondere auch hinsichtlich der Abgrenzung zwischen den Tätigkeitsmerkmalen der Lohngruppen 1 und 2 sowie speziell auch zum Mindestlohn 1 im Baugewerbe.
Verbindliche Mindestlöhne gelten ebenfalls in weiteren Bereichen:
Schon über 50.000 Abonnenten!
bauprofessor.nachrichten
Ihr kostenloser Newsletter
E-Mail:
» Abonnieren

Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.
OK