Mindestlohn im Baugewerbe

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Mindestlohn im Baugewerbe

Im Bauhauptgewerbe gilt ein branchenbezogener Mindestlohn für die
  • Lohngruppe 1 (Werker /Maschinenwerker) in Deutschland- West, Berlin und Deutschland- Ost sowie
  • Lohngruppe 2 (Fachwerker /Maschinisten/Kraftfahrer) seit 01.09.2009 nur noch in Deutschland- West und Berlin.
Gesetzliche Grundlage bildet das Arbeitnehmer-Entsendegesetz. (AEntG vom 20.4.2009 und folgende Änderungen). Speziell für das Baugewerbe ist der "Tarifvertrag zur Regelung der Mindestlöhne im Baugewerbe (TV Mindestlohn) vom 3. November 2017" verbindlich heranzuziehen. Für weitere Gewerke - speziell in verschiedenen Baunebengewerben - sind Branchen-Tarifverträge maßgebend. Der Mindestlohn soll beitragen und sicherstellen, Lohndumping zu verhindern.
Zum Geltungsbereich für den Mindestlohn im Baugewerbe zählen
  • alle Bauunternehmen und Betriebe, die unter den Geltungsbereich des "Bundesrahmentarifvertrags für das Baugewerbe (BRTV-Baugewerbe)" fallen sowie auch
  • Arbeitgeber mit Sitz im Ausland für die in ihrem Geltungsbereich beschäftigten Arbeitnehmer.
Dabei kommt es entscheidend darauf an, ob die Arbeitnehmer eines Unternehmens arbeitszeitlich überwiegend Bauleistungen erbringen. Weitere Aussagen und spezielle Anwendungsbeispiele liefert der jeweils aktuell vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie herausgegebene "Leitfaden Mindestlöhne im Baugewerbe".
Vom persönlichen Geltungsbereich werden alle gewerblichen Arbeitnehmer erfasst, und zwar unabhängig davon, ob es sich um sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse oder geringfügig Beschäftigte (Mini-Jobs) handelt. Auch Hilfskräfte, die Hilfslohn erhalten wie Kalfaktoren, Boten, Wärter u.a., die bis 31. August 2002 in der früheren Berufsgruppe VIII eingruppiert waren, sind seit 1. September 2002 auch dem Geltungsbereich des TV-Mindestlohn zugeordnet. Nicht erfasst werden dagegen Schüler der allgemeinbildenden Schulen, gewerbliches Reinigungspersonal sowie Arbeitnehmer, soweit sie außerhalb ihrer Arbeitszeit Beförderungsleistungen mit einem vom Bauunternehmen gestellten Fahrzeug für die Beförderung von Arbeitnehmern zu den Bau- oder Arbeitsstellen des Unternehmens ausführen.
Liegt eine Ausnahme von dem persönlichen Geltungsbereich des TV-Mindestlohn vor, dann bleibt zu prüfen, ob:
  • der allgemeine Mindestlohn nach dem ab 1. Januar 2015 verbindlichen "Gesetz zur Regelung eines allgemeinen Mindestlohns (Mindestlohngesetz-MiLoG) vom 11. August 2014 (in BGBl. I S. 1348)" ab 1. Januar 2017 in Höhe von 8,84 € pro Stunde (vorher bis 31.12.2016 von 8,50 € pro Stunde) zu zahlen ist,
  • Mindestlohn-Ausnahmen für spezielle Arbeitsverhältnisse, beispielsweise bei Ausbildungs- und Praktikantenverhältnissen vorliegen,
  • verschiedene persönlichen Anwendungsbereiche maßgebend sind, beispielsweise einerseits der gesetzliche oder branchentarifliche Mindestlohn oder weder der eine noch der andere geltend und zu zahlen sind.
Die Mindestlöhne betrugen zuletzt in 2017 und wurden erhöht ab 1. Januar 2018 und in der nächsten Stufe ab 1. März 2018 mit Laufzeit des Tarifvertrags bis 31. Dezember 2019 mit folgenden Beträgen und differenziert nach Deutschland- West, - Ost und Berlin:
  • Tarifgebiet Deutschland- West (ohne Berlin) in € je Stunde:
    Lohngruppeab 1. Januar 2017ab 1. Januar 2018ab 1. März 2019
    111,3011,7512,20
    214,7014,9515,20
  • Tarifgebiet Deutschland- Ost (ohne Berlin) in € je Stunde:
    Lohngruppeab 1. Januar 2017ab 1. Januar 2018ab 1. März 2019
    111,3011,7512,20
  • Gebiet Land Berlin in € je Stunde:
    Lohngruppeab 1. Januar 2017ab 1. Januar 2018ab 1. März 2019
    111,3011,7512,20
    214,5514,8015,05
Die Beträge zum Mindestlohn 1 und 2 im Bauhauptgewerbe sind gegenüber dem seit 1. Januar 2015 geltenden und ab 1. Januar 2017 auf 8,84 €/Stunde erhöhten allgemeinen Mindestlohn auf Grundlage des "Gesetzes zur Regelung eines allgemeinen Mindestlohns (Mindestlohngesetz- MiLoG)" wesentlich höher.
Die Stundensätze zum Mindestlohn im Baugewerbe entsprechen jeweils den Beträgen im Ausdruck des Gesamttarifstundenlohns (GTL), der sich aus dem Tarifstundenlohn und Bauzuschlag als Bestandteile im Mindestlohn-Bau zusammensetzt. Der Mindestlohn gilt stets für die Arbeitsstelle. Werden Arbeitnehmer auf Baustellen in verschiedenen Gebieten eingesetzt, für welche der Mindestlohn in unterschiedlicher Höhe zu zahlen ist, so ist die Arbeitszeit getrennt nach diesen Arbeitsstellen monatsbezogen aufzuzeichnen. Auswärts beschäftigte Arbeitnehmer behalten jedoch den Anspruch auf den Mindestlohn ihres Einstellungsortes.
Im Bauhauptgewerbe entspricht der Mindestlohn 1 der Lohngruppe 1. Er gilt für die Ausführung einfacher Bau- und Montagearbeiten nach Anweisung und für einfache Wartungs- und Pflegearbeiten an Baumaschinen und Geräten nach Anweisung, für die keine Regelqualifikation vorausgesetzt wird. Typische Tätigkeitsbeispiele hierzu sind im Anhang des Tarifvertrags zur Regelung der Mindestlöhne im Baugewerbe sowie auch im Anhang 1 im "Leitfaden - Mindestlöhne im Baugewerbe" aufgeführt.
Der Mindestlohn 2 für die Lohngruppe 2 gilt für die Ausführung fachlich begrenzter Arbeiten (Teilleistungen eines Berufsbildes oder angelernte Spezialtätigkeiten) nach Anweisung. Beispiele für die typische Regelqualifikation sind ebenfalls im Anhang zum Tarifvertrag zur Regelung der Mindestlöhne sowie im Anhang 2 im aktuellen "Leitfaden - Mindestlöhne im Baugewerbe" aufgeführt.
Für die folgenden Baunebenleistungen gelten noch gegenwärtig und in folgender Zeit ebenfalls Mindestlöhne:
  • Gerüstbauhandwerk:
    • Deutschland gesamt:
      • ab 1. Mai 2018 = 11,35 €/Stunde (vorher 11,00 €/Stunde),
  • Dachdeckerhandwerk:
    • Deutschland gesamt ab 1. Januar 2018:
      • Mindestlohn 1 für ungelernte Arbeitnehmer = 12,20 €/Stunde (vorher 12,25 €/Stunde),
      • Mindestlohn 2 für gelernte Arbeitnehmer = 12,90 €/Stunde.
  • Maler- und Lackierer:
    • für "Ungelernte Arbeitnehmer" (Mindestlohn 1) in Deutschland bundesweit je Stunde:
      • ab 1. Mai 2017 bis 30. April 2018 = 10,35 €,
      • ab 1. Mai 2018 bis 30. April 2019 = 10,60 €,
      • ab 1. Mai 2019 bis 30. April 2020 = 10,85 €,
      • ab 1. Mai 2020 = 11,10 €,
    • für "Gelernte Arbeitnehmer (Gesellen)" (Mindestlohn 2) in Deutschland- West und Berlin:
      • ab 1. Mai 2017 bis 30. April 2018 = 13,10 €,
      • ab 1. Mai 2018 bis 30. April 2020 = 13,30 €,
      • ab 1. Mai 2020 = 13,50 €,
    • für "Gelernte Arbeitnehmer (Gesellen)" (Mindestlohn 2) in Deutschland- Ost:
      • ab 1. Mai 2017 bis 30. April 2018 = 11,85 €,
      • ab 1. Mai 2018 bis 30. April 2019= 12,40 €,
      • ab 1. Mai 2019 bis 30. April 2020 = 12,95 €,
      • ab 1. Mai 2020 = 13,50 €,
  • Elektrohandwerk:
    • Deutschland- West:
      • 01.01.2017 - 31.12.2017 = 10,65 €/Stunde
    • Deutschland- Ost und Berlin:
      • 01.01.2017 - 31.12.2017 = 10,40 €/Stunde
    • bundeseinheitlich:
      • ab 01.01.2018 - 31.12.2018 = 10,95 €/Stunde
      • ab 01.01.2019 = 11,40 €/Stunde

Baunachrichten zu Mindestlohn im Baugewerbe

Lohnkosten und Stundenpreise - die Facetten der Löhne im Angebot -Die Löhne sind neben den Baustoffen der Kostenfaktor am Bau. Sie steigen derzeit nicht so stark wie die Baustoffpreise. Aber sie sind sehr differenziert, facettenreich und von politischer Brisanz. Arbeitnehmer-Entsendegesetz, Mindestlöhne, Tarifrunden und der Baustreik 2007 sind ein Zeichen hierfür. Löhne sind regional und für die Berufsgruppen am Bau verschieden. Dies beginnt schon mit den Bruttolöhnen der Arbeitnehmer. Diese werden als Arbeiterlöhne oder Mittellöhne kalkuliert. In der Tarifrunde-Bau 2007 wurden die Tariflöhne ab 1.6.07 um 3,1 % und weiteren 1,5 % ab 1.4.08 erhöht. Geltend bei tariflicher Bindung. Oft wird auch außertariflich entlohnt. Mehr in Richtung Mindestlohn als übertariflich. Die offiziellen Arbeiterlöhne im Baugewerbe streuen in Deutschland von ca. 9 bis 16 €/ h. Der Ausbau kann die Streubreite noch erweitern, wie folgender Vergleich von Mindestlöhnen zeigt.
Die Löhne sind neben den Baustoffen der Kostenfaktor am Bau. Sie steigen derzeit nicht so stark wie die Baustoffpreise. Aber sie sind sehr differenziert, facettenreich und von politischer Brisanz. Arbeitnehmer-Entsendegesetz, Mindestlöhne, Tarifrunden und der Baustreik 2007 sind ein Zeichen hierfür. Löhne sind regional und für die Berufsgruppen am Bau verschieden. Dies beginnt schon mit den Bruttolöhnen der Arbeitnehmer. Diese werden als Arbeiterlöhne oder Mittellöhne kalkuliert. In der Tarifrunde-Bau 2007 wurden die Tariflöhne ab 1.6.07 um 3,1 % und weiteren 1,5 % ab 1.4.08 erhöht. Geltend bei tariflicher Bindung. Oft wird auch außertariflich entlohnt. Mehr in Richtung Mindestlohn als übertariflich. Die offiziellen Arbeiterlöhne im Baugewerbe streuen in Deutschland von ca. 9 bis 16 €/ h. Der Ausbau kann die Streubreite noch erweitern, wie folgender Vergleich von Mindestlöhnen zeigt.
Bautarife und Arbeitskosten sowie deren Vergütung in Preisen -Ab 1.Mai 2013 gilt ein neuer Tarifabschluss. Im Osten steigen die Tariflöhne um 4 % und im Westen um 3,2 %. Und der Mindestlohn (Lohngruppe 1) beträgt ab 1.1.2017 bundesgleich 11,30 €/h. Momentan gelten für die LG 1 in Ost 10,25 €/h und 11,05 €/h in West. Diese Kluft wird verschwinden. Geordnete Wettbewerbsverhältnisse auf den deutschen Baustellen sind in Sicht. Eine gemeinsame Lohnuntergrenze fördert den fairen Wettbewerb am Bau. Unter dem Vorbehalt, dass der Mindestlohn für alle gilt und nicht nur auf dem Papier steht.
Ab 1.Mai 2013 gilt ein neuer Tarifabschluss. Im Osten steigen die Tariflöhne um 4 % und im Westen um 3,2 %. Und der Mindestlohn (Lohngruppe 1) beträgt ab 1.1.2017 bundesgleich 11,30 €/h. Momentan gelten für die LG 1 in Ost 10,25 €/h und 11,05 €/h in West. Diese Kluft wird verschwinden. Geordnete Wettbewerbsverhältnisse auf den deutschen Baustellen sind in Sicht. Eine gemeinsame Lohnuntergrenze fördert den fairen Wettbewerb am Bau. Unter dem Vorbehalt, dass der Mindestlohn für alle gilt und nicht nur auf dem Papier steht.

Begriffs-Erläuterungen zu Mindestlohn im Baugewerbe

Die Entgelte zum Mindestlohn im Baugewerbe - speziell im Bauhauptgewerbe - richten sich nach dem "Tarifvertrag zur Regelung der Mindestlöhne im Baugewerbe (TV-Mindestlohn)", zuletzt vom 3. November 2 ...
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Der Mindestlohn repräsentiert das Arbeitsentgelt für eine Stunde, das rechtlich mindestens zu gewähren ist. Die Höhe wird vom Gesetzgeber oder durch allgemeinverbindliche tarifliche Regelungen bestim ...
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