Mittellohn

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Mittellohn

Als Mittellohn gilt der Durchschnittswert (arithmetisches Mittel) der Lohnkosten je Arbeitsstunde der gewerblichen Arbeitskräfte, die auf der Baustelle bzw. für den Bauauftrag voraussichtlich tätig werden, bezogen auf eine Person. Der Mittelwert ist folglich abhängig von der Zusammensetzung der einzusetzenden Kolonne und deshalb vorrangig betreibsindividuell und bauvorhabenbezogen zu ermitteln.
Der Mittellohn hat in jeder Kalkulation eine wichtige und zentrale Bedeutung. Er bestimmt wesentlich nicht nur die Lohnkosten, sondern auch die Gemeinkostenumlage und schließlich die Höhe der Einheitspreise und des Angebots.
Der Mittellohn kann mit oder ohne anteilige Aufsichtskosten (Gehälter für die Angestellten-Poliere) gebildet werden. Er setzt sich aus folgenden Bestandteilen zusammen:
  • Stundendurchschnittslohn (Tariflohn oder Grundlohn)
  • Zulagen
  • Zuschläge
  • Vermögensbildung
  • Lohnzusatzkosten
  • Lohnnebenkosten.
Neben diesen Bestandteilen können evtl. noch weitere Kostenanteile einbezogen werden, beispielsweise:
  • Hilfslöhne, z. B. für Magaziner und Kraftfahrer, sofern deren Lohnkosten nicht direkt als Einzelkosten einer Leistungsposition zugerechnet werden,
  • Entgelte für Werkzeuge und Kleingeräte sowie allgemeine Verbrauchsstoffe, deren Verbrauch unmittelbar lohnbezogen eintreten wird.
In der Baupraxis, Literatur, in Softwarelösungen und den ergänzenden Formblättern Preis werden noch unterschiedliche Begriffe für Lohnangaben synonym gebraucht. Das folgende Bild liefert dafür einen Überblick:
Quelle: f:data GmbH Weimar/Dresden, Handbuch Praktische Baukalkulation, Kostensicher kalkulieren mit x:bau®, 2009, Seite 50
In der Summe aller Bestandteile wird der Mittellohn als Mittellohn ASL bzw. APSL (einschließlich Aufsichtskosten des Poliers) auch synonym als Kalkulationslohn bezeichnet (vgl. Zeile 1.4 in den ergänzenden Formblättern Preise (EFB-Preis) 221 und 222 nach Vergabe- und Vertragshandbuch (VHB-Bund, Ausgabe 2017).
Ein einheitlicher Mittellohn einerseits für ein ganzes Bauunternehmen oder alle Angebote und zum Anderen für eine längere Zeit (evtl. das gesamte Geschäftsjahr) ist nur bei homogener bzw. gleichartiger Bauleistungsstruktur und evtl. bei sehr kleinen Bauunternehmen und Handwerksbetrieben zu vertreten bzw. sogar zu empfehlen. Eine Überprüfung und Korrektur sollte jedoch bei tariflichen oder betrieblichen Veränderungen der Entlohnung oder in der Lohngruppenzusammensetzung vorgenommen werden.
In größeren Bauunternehmen sowie für sehr unterschiedliche Bauaufträge nach Umfang und Leistungssparte sollte eine differenzierte Bestimmung erfolgen, ausgehend von der technologisch erforderlichen Kolonne und ihrer Lohngruppenzusammensetzung.
Unter "kostenlose Downloads" sind verschiedene Berechnungen zum Mittellohn sowie Kalkulationslohn aufrufbar, einerseits personen-, baustellen- und betriebsbezogen sowie zum Anderen nach den Tarifgebieten Westdeutschland und Ostdeutschland.

Normen und Richtlinien zu Mittellohn

VDI 6210 Blatt 1 [2016-02]Zu den Aufgaben des Abbruchunternehmers gehören die Plausibilitätsprüfung, die Kalkulation, die Arbeitsvorbereitung, die Durchführung, gegebenenfalls die Nachtragskalkulati...

Ausschreibungstexte zu Mittellohn

STLB-Bau 2018-04 091 Stundenlohnarbeiten
Arbeiter/-in Stundenlohnarbeiten sämtliche Kosten/Zuschläge

Baunachrichten zu Mittellohn

Höhere Zuschlagssätze 2012 für die Lohn- und Gehaltszusatzkosten - 04.05.2012 Bei der Angebotskalkulation werden für die Bestimmung des Kalkulationslohns auf den Mittellohn Lohnzusatzkosten aufgeschlagen, in der Regel mit einem vorher bestimmten Zuschlagsatz...
04.05.2012 Bei der Angebotskalkulation werden für die Bestimmung des Kalkulationslohns auf den Mittellohn Lohnzusatzkosten aufgeschlagen, in der Regel mit einem vorher bestimmten Zuschlagsatz...
Zuschlagssätze 2011 für Lohn- und Gehaltszusatzkosten - 04.04.2011 Bei der Angebotskalkulation werden für die Bestimmung des Kalkulationslohns auf den Mittellohn Lohnzusatzkosten aufgeschlagen, in der Regel mit einem vorher bestimmten Zuschlagsatz...
04.04.2011 Bei der Angebotskalkulation werden für die Bestimmung des Kalkulationslohns auf den Mittellohn Lohnzusatzkosten aufgeschlagen, in der Regel mit einem vorher bestimmten Zuschlagsatz...
Baufachliche Vernetzung von kalkulatorischen Excel-Vorlagen in bauprofessor... -Unsere Welt ist ständig in Bewegung. Auch wenn es ums Geld geht. Global und brisant sind es die Währungen infolge wechselnder Leistungskraft und Schulden von Staaten. Stabile Zustände fordern ein Gleichgewicht. Fortdauern wird kompensiert. Ein ständiger Prozess von Anpassungen. Aber wie geschieht es? Welche Gleichgewicht bildenden Variablen sind womit vernetzt?
Unsere Welt ist ständig in Bewegung. Auch wenn es ums Geld geht. Global und brisant sind es die Währungen infolge wechselnder Leistungskraft und Schulden von Staaten. Stabile Zustände fordern ein Gleichgewicht. Fortdauern wird kompensiert. Ein ständiger Prozess von Anpassungen. Aber wie geschieht es? Welche Gleichgewicht bildenden Variablen sind womit vernetzt?
Lohnkosten und Stundenpreise - die Facetten der Löhne im Angebot -Die Löhne sind neben den Baustoffen der Kostenfaktor am Bau. Sie steigen derzeit nicht so stark wie die Baustoffpreise. Aber sie sind sehr differenziert, facettenreich und von politischer Brisanz. Arbeitnehmer-Entsendegesetz, Mindestlöhne, Tarifrunden und der Baustreik 2007 sind ein Zeichen hierfür. Löhne sind regional und für die Berufsgruppen am Bau verschieden. Dies beginnt schon mit den Bruttolöhnen der Arbeitnehmer. Diese werden als Arbeiterlöhne oder Mittellöhne kalkuliert. In der Tarifrunde-Bau 2007 wurden die Tariflöhne ab 1.6.07 um 3,1 % und weiteren 1,5 % ab 1.4.08 erhöht. Geltend bei tariflicher Bindung. Oft wird auch außertariflich entlohnt. Mehr in Richtung Mindestlohn als übertariflich. Die offiziellen Arbeiterlöhne im Baugewerbe streuen in Deutschland von ca. 9 bis 16 €/ h. Der Ausbau kann die Streubreite noch erweitern, wie folgender Vergleich von Mindestlöhnen zeigt.
Die Löhne sind neben den Baustoffen der Kostenfaktor am Bau. Sie steigen derzeit nicht so stark wie die Baustoffpreise. Aber sie sind sehr differenziert, facettenreich und von politischer Brisanz. Arbeitnehmer-Entsendegesetz, Mindestlöhne, Tarifrunden und der Baustreik 2007 sind ein Zeichen hierfür. Löhne sind regional und für die Berufsgruppen am Bau verschieden. Dies beginnt schon mit den Bruttolöhnen der Arbeitnehmer. Diese werden als Arbeiterlöhne oder Mittellöhne kalkuliert. In der Tarifrunde-Bau 2007 wurden die Tariflöhne ab 1.6.07 um 3,1 % und weiteren 1,5 % ab 1.4.08 erhöht. Geltend bei tariflicher Bindung. Oft wird auch außertariflich entlohnt. Mehr in Richtung Mindestlohn als übertariflich. Die offiziellen Arbeiterlöhne im Baugewerbe streuen in Deutschland von ca. 9 bis 16 €/ h. Der Ausbau kann die Streubreite noch erweitern, wie folgender Vergleich von Mindestlöhnen zeigt.
Zuschlagssätze 2013 für die Lohn- und Gehaltszusatzkosten - 01.03.2013 Seit dem 1. Januar 2013 leiten sich für den betreffenden Tarifstand folgende Zuschlagsätze...
01.03.2013 Seit dem 1. Januar 2013 leiten sich für den betreffenden Tarifstand folgende Zuschlagsätze...

Begriffs-Erläuterungen zu Mittellohn

Der Betriebsmittellohn enthält neben dem Kalkulationslohn auch noch zugerechnete Gemeinkosten , die nur ausschließlich auf den Lohn und nicht noch auf andere Kostenarten zugerechnet werden. Das Ergeb ...
In der Baupraxis ist teils noch die Bezeichnung Grundlohn anzutreffen, teils jedoch mit unterschiedlichen Aussagen, beispielsweiseMittellohn (ML) A bzw. AP wie in den ergänzenden Formblättern Preis ...
Der Verrechnungslohn stellt praktisch den Betriebsmittellohn dar, der gewöhnlich auch als"Vollkostenstundensatz"bezeichnet wird, wenn die gesamten Gemeinkosten nicht noch über andere Kostenarten...
Dem Kalkulationslohn (KL) kommt eine wichtige und zentrale Bedeutung zu, bildet er doch gewissermaßen das Kernstück in der Baukalkulation. Er repräsentiert den Wertansatz (neben dem Arbeitszeitaufwan ...

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