Nachtragsangebot

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Nachtragsangebot

Für ein Nachtragsangebot müssen zunächst die für einen Nachtrag maßgebenden Merkmale und Anspruchsvoraussetzung nach den Nachtragsarten in der VOB, Teil B § 2, Abs. 3 bis 10 vorliegen. Bei einem Einheitspreis-Vertrag ist das oft der Fall. Dagegen bleibt bei einem Detail-Pauschalpreisvertrag die Vergütung unverändert. Eine Vergütungsanpassung könnte nur in Betracht kommen, wenn die ausgeführte Leistung von der vertraglich vorgesehenen Leistung so erheblich abweicht, dass ein Festhalten an der Pauschalsumme für einen oder beide Vertragsparteien nicht zumutbar ist.
Das Nachtragsangebot besteht aus:
  • der Nachtragsbegründung und
  • der Nachtragskalkulation.
Die betreffenden Leistungspositionen sind in einem Nachtragsleistungsverzeichnis zu dokumentieren.
Der Auftragnehmer hat als Nachtragstellender nachzuweisen, dass:
  • die Voraussetzungen für einen Anspruch erfüllt sind,
  • die Zulässigkeit einer Nachtragsforderung besteht,
  • die Formvorschriften gemäß Vertragsbedingungen eingehalten wurden,
  • die Nachforderung auch preislich angemessen ist und bei der Kalkulation die Kalkulationsansätze des Hauptangebots wie zum Kalkulationslohn, zu den Zuschlägen bzw. Umlagen für Gemeinkosten u. a. - beispielsweise nachweisbar aus der Urkalkulation oder den ergänzenden Formblättern Preise (EFB-Preis) 221 und 222herangezogen wurden.
Die Nachweise sind durch Unterlagen zu führen, die vom Auftragnehmer nach den vereinbarten Vertragsbedingungen vorzulegen sind. Ein Vergleich zwischen der vertraglich geschuldeten Bauleistung mit der tatsächlich erbrachten Leistung wird erkennen lassen, ob eine Bausoll-Abweichung vorliegt. Dabei kann aber zunächst noch der Grund für die Abweichung unklar sein, gleichfalls auch, wer sie zu vertreten hat.
Die dafür erforderliche Leistungsbeschreibung hat eindeutig und erschöpfend zu erfolgen. Dafür sollten die Texte des STLB-Bau - Dynamische BauDaten sowie des STLK - Standardleistungen im Straßen- und Brückenbau herangezogen werden. Zusammenhängende Leistungen und sämtliche damit im Zusammenhang stehende Sachverhalte sind in einer Nachtragsvereinbarung zu regeln. Vor dem Abschluss einer Vereinbarung bliebe zunächst zu prüfen, ob auch die Voraussetzungen hierfür durch den Bauvertrag vorliegen.
Bei öffentlichen Bauaufträgen im Hochbau ist grundsätzlich nach dem „Leitfaden zur Vergütung bei Nachträgen" als Richtlinie 510 im Vergabe- und Vertragshandbuch (VHB-Bund, Ausgabe 2017) zu verfahren. Erläutert werden dort sowohl inhaltliche Anforderungen als auch Berechnungsbeispiele zur Nachtragskalkulation, zur Nachtragsvereinbarung im Formblatt 523 mit Hinweisen sowie zur Begründung eines Nachtrags mit Prüfungsvermerk nach Formblatt 522. Für Baumaßnahmen im Straßen- und Brückenbau werden spezielle Regelungen im HVA B-StB im Teil 3 unter Tz. 3.4 - Nachträge - getroffen.
Das Prüfen und Werten der Nachtragsangebote zählt mit zu den vom Planer zu erfüllenden Grundleistungen nach HOAI, aufgeführt beispielsweise im Leistungsbild „Gebäude und Innenräume“ in der Anlage 10 zur Leistungsphase 6 – Mitwirkung bei der Vergabe - nach der HOAI- 2013.

Baunachrichten zu Nachtragsangebot

Nachträge - Wer schreibt der bleibt! -Ich habe immer wieder erlebt, dass bei Seminaren zum Nachtragsmanagement der Saal voll ist. Dagegen sind Weiterbildungen zur Baukalkulation wie leergefegt, obwohl Nachträge auch kalkulatorisch nachzuweisen sind.
Ich habe immer wieder erlebt, dass bei Seminaren zum Nachtragsmanagement der Saal voll ist. Dagegen sind Weiterbildungen zur Baukalkulation wie leergefegt, obwohl Nachträge auch kalkulatorisch nachzuweisen sind.
EFB-Preise leicht gemacht - 02.09.2011 Nicht oder verspätet vorgelegte Formblätter Preise (EFB-Preise) können zum Ausschluss des Angebots bzw. zur Nichtberücksichtigung nach VOB/A führen...
02.09.2011 Nicht oder verspätet vorgelegte Formblätter Preise (EFB-Preise) können zum Ausschluss des Angebots bzw. zur Nichtberücksichtigung nach VOB/A führen...
Nachtragspreise vertragskonform nachweisen, werten und prüfen -Verträge sind einzuhalten. Ein alter Grundsatz des Vertragsrechts. Bei Änderungen bedarf es erneut der Einigung. Deshalb entstehen Nachträge nicht automatisch. „Auf Verlangen“ sind die Nachtragspreise zu vereinbaren. Dafür ist zumindest beim öffentlichen Bauherrn ein kalkulatorischer Nachweis nötig, der in Bezug zum Bauvertrag wert- und prüfbar ist.
Verträge sind einzuhalten. Ein alter Grundsatz des Vertragsrechts. Bei Änderungen bedarf es erneut der Einigung. Deshalb entstehen Nachträge nicht automatisch. „Auf Verlangen“ sind die Nachtragspreise zu vereinbaren. Dafür ist zumindest beim öffentlichen Bauherrn ein kalkulatorischer Nachweis nötig, der in Bezug zum Bauvertrag wert- und prüfbar ist.
Angebot und Nachtrag - Baupreis und EFB-Preis! -Hauptangebote werden immer häufiger durch Nachträge "subventioniert". Billige Angebote können auch deshalb teuer werden. Die tatsächlichen Baukosten entstehen nicht im Soll, sondern im Ist und werden in der Summe von Angebot und Nachträgen bestimmt. Bauherren leiden darunter und Bauunternehmen freuen sich darüber. Nach HOAI können Architekten sogar mit höheren Honoraren davon profitieren. Infolge der im Angebot beschriebenen Baupreise wird ein Bausoll vertraglich festgelegt. Änderungen und Abweichungen vom Bausoll treten bei einem Einheitspreisvertrag regelmäßig auf und sind dann das tägliche Brot von Juristen. Für den Auftragnehmer ergeben sich meistens Ansprüche auf Nachträge als "Nachforderungen" und "Vergütungsanpassungen" entsprechend VOB Teil B §2.
Hauptangebote werden immer häufiger durch Nachträge "subventioniert". Billige Angebote können auch deshalb teuer werden. Die tatsächlichen Baukosten entstehen nicht im Soll, sondern im Ist und werden in der Summe von Angebot und Nachträgen bestimmt. Bauherren leiden darunter und Bauunternehmen freuen sich darüber. Nach HOAI können Architekten sogar mit höheren Honoraren davon profitieren. Infolge der im Angebot beschriebenen Baupreise wird ein Bausoll vertraglich festgelegt. Änderungen und Abweichungen vom Bausoll treten bei einem Einheitspreisvertrag regelmäßig auf und sind dann das tägliche Brot von Juristen. Für den Auftragnehmer ergeben sich meistens Ansprüche auf Nachträge als "Nachforderungen" und "Vergütungsanpassungen" entsprechend VOB Teil B §2.
EFB-Preise in der Praxis - 02.08.2011 Baukalkulation und ergänzende Formblätter Preise (EFB-Preis) sind vom Inhalt her zwei Seiten einer Medaille. In der Praxis werden sie aber oft noch getrennt realisiert...
02.08.2011 Baukalkulation und ergänzende Formblätter Preise (EFB-Preis) sind vom Inhalt her zwei Seiten einer Medaille. In der Praxis werden sie aber oft noch getrennt realisiert...

Begriffs-Erläuterungen zu Nachtragsangebot

Die sachgerechte Abwicklung von Bauaufträgen erfordert den schriftlichen Abschluss des Bauvertrags Öffentlichen Auftraggebernwird in der Regel dem Bauvertrag die zugrunde gelegt, demgegenüber ist s ...
Verlangt ein Auftraggeber, dass vom Auftragnehmer zusätzliche Leistungen auszuführen sind, dann hat der bauausführende Unternehmer Anspruch auf besondere Vergütung bei einem VOB-Vertrag nach § 2 Abs. ...
Bei einem VOB-Vertrag wird in § 2 Abs. 8, Nr. 1 VOB/B bestimmt, dass Leistungen ohne Auftrag oder eigenmächtig vom Auftragnehmer ausgeführte Leistungen nicht zu vergüten sind. Vom Auftraggeber müssen ...
Bei einem VOB-Vertrag ist der Einheitspreis (EP) auf Verlangen eines Vertragspartners mit Bezug auf VOB, Teil B § 2 Abs. 3, Nr. 2 anzupassen und neu zu vereinbaren, wenn die tatsächlich ausgeführte L ...
Beim Auftragnehmer umfasst das Nachtragsmanagement vorrangig: die Feststellung und Prüfung der Abweichung vom Bausoll, die Begründung einer berechtigten Nachforderung, die Aufbereitung von Mehr- und/ ...

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