Nachtragsmanagement beim Auftraggeber

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Nachtragsmanagement beim Auftraggeber

Das Nachtragsmanagement beim Auftraggeber umfasst zunächst die Aufgaben, wie sie in der Leistungsphase 8 nach der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI -2013) als Grundleistungen festgelegt sind. Im Mittelpunkt steht dabei die Kostenfeststellung und –kontrolle im Zusammenhang mit der Einhaltung der durch den Vertrag ursprünglich festgelegten Vorgaben für die Baukosten des Projekts.
Nach Anmeldung einer Nachforderung durch den Auftragnehmer umfasst das Nachtragsmanagement beim Auftraggeber vor allem
  • Dokumentation von Ursachen, Zeitpunkt, Inhalt und Art von Nachforderungen bereits durch den projektüberwachenden Bauleiter, um späteren Streitigkeiten evt. vorzubeugen und ggf. Mehrfacheinreichungen festzustellen,
  • Prüfung der Anspruchsgrundlagen und Einhaltung von Formvorschriften gemäß den Vertragsbedingungen,
  • Prüfung der Nachträge preisrechtlich der Höhe nach unter Beachtung der Kalkulationsanforderungen und Ansätze in den Formblättern Preise (alt EFB- Preis),
  • Chronologie der Nachtragsbearbeitung und –prüfungen,
  • Vorbereitung von Unterlagen und Aussagen für mögliche Nachtragsverhandlungen,
  • Festlegung von Entscheidungsfeldern für die mit dem Nachtragsmanagement beauftragten Mitarbeiter, z. B. hinsichtlich von Bestätigungen.
Wichtig dabei ist hervorzuheben, dass ein Nachtragsmanagement nicht so angelegt sein soll, Nachtragsforderungen des Auftragnehmers von vornherein abzuwehren. Die Folge könnten dann langwierige Nachtragsverhandlungen bis hin zu gerichtlichen Auseinandersetzungen zwischen den Vertragspartnern sein. Im Vorspann des "Leitfadens zur Vergütung bei Nachträgen- Richtlinie 510" im Vergabe- und Vertragshandbuch (VHB-Bund Ausgabe 2008, Stand: April 2016) wird besonders auf die Kooperationspflicht der Vertragspartner verwiesen. Auftraggeber und Auftragnehmer sind verpflichtet, bei Streit die Meinungsverschiedenheiten durch Verhandlungen beizulegen. Der Auftraggeber hat sich "mit den Forderungen des Auftragnehmers auseinanderzusetzen und dem Auftragnehmer das Ergebnis seiner Prüfung nachvollziehbar mitzuteilen. Andernfalls kann der Auftragnehmer berechtigt sein, die Arbeiten einzustellen oder den Auftrag zu kündigen".
Der Auftraggeber wird seinerseits prüfen ob
  1. die Anspruchsvoraussetzungen gegeben sind,
  2. die Nachtragsleistung keine Änderung des Bauvertrags bedeutet und
  3. die Ansprüche des Auftragnehmers preislich angemessen sind.
Bei der Nachtragsprüfung sollten die Anforderungen und Regelungen im o. a. "Leitfaden zur Vergütung bei Nachträgen" im VHB-Bund, Stand: April 2016 herangezogen werden. Sie liefern wesentliche Aussagen und Grundlagen einerseits für die Kalkulation von Nachtragspreisen sowie zum anderen zahlreiche praktische Berechnungsbeispiele einschließlich zu Ausgleichsberechnungen bei Nachträgen.
Bei öffentlichen Bauaufträgen im Hochbau sind vom Auftraggeber die Anforderungen und Regelungen des VHB-Bund (Stand: April 2016) zu berücksichtigen. Maßgebend sind folgende Formblätter bzw. Richtlinien:
  • Formblatt 521 zur Vertragszuordnung und -berechnung,
  • Formblatt 522 zum Prüfungsvermerk,
  • Formblatt 523 zu Nachtragsvereinbarungen.
Ändert sich im Ergebnis der Prüfung die Gesamtvergütung, kann der Prüfungsvermerk nach Formblatt 522 erfolgen. Bei der Abfassung der Nachtragsvereinbarung sind auszuweisen:
  • der Bezug auf die Nachtragsangebote sowie Mehr- und Minderkostenaufstellungen des Auftragnehmers,
  • die Vergütungszuordnung und -berechnung,
  • die geänderten bzw. neuen Einheitspreise (EP),
  • die Summe der zusätzlichen Vergütung,
  • die Vertragsbedingungen, beispielsweise des Hauptvertrags,
  • weitere vertragliche Vereinbarungen, z. B. zur Ausführungsfrist, zu Einzelfristen, zum Fertigstellungstermin u. a.
Handelt es sich um Zeitvertragsarbeiten, dann sollen grundsätzlich keine Nachträge mittels Formblatt 523 vereinbart werden. Sofern erforderliche Leistungen nicht bereits in einem Rahmenvertrag für Zeitvertragsarbeiten mit vereinbart wurden, bleibt als Empfehlung die Vereinbarung solcher Leistungen im Einzelvertrag als Abrufvertrag. Im "Leitfaden zur Vergütung bei Nachträgen" in der Richtlinie 510 im VHB-Bund (Stand: April 2016) wird in Tz. 3.2.5 darauf verwiesen, dass nur bei umfangreichen Nachtragsvereinbarungen bei Zeitvertragsarbeiten, die wesentliche Teile des Rahmenvertrags berühren (z. B. zusätzliche Aufnahme von weiteren Gewerken wie Gerüstbau u. a.), eine Nachtragsvereinbarung auf Grundlage des Leitfadens und dem Formblatt 523 zu vereinbaren ist.
Zu Baumaßnahmen im Straßen- und Brückenbau werden zu spezifischen Anforderungen und Mustern (wie zur Nachtragsvereinbarung) zu beachtende Aussagen im speziellen Vergabehandbuch HVA B-StB im Teil 3 im Abschnitt 3.4 getroffen.

Baunachrichten zu Nachtragsmanagement beim Auftraggeber

www.bauprofessor.de vernetzt Baufachinformationen mit Geschäftsprozessen -"Alles neu macht der Mai." Ein Monat der Freude. Für die Welt der Baufachinformationen gilt nunmehr die neue VOB 2009. Und wir vernetzen sie zur praktischen Anwendung in www.bauprofessor.de. In der Praxis bedeutet: Im konkreten Geschäftsprozess! Während der Festsetzung von Eigenschaften für Bauwerke und deren Bauteile. Beim Ausschreiben und Kalkulieren von Angeboten. Im Rahmen der Materialbeschaffung und der Bauabrechnung. Die baufachlichen Informationen dienen der Qualitäts-, Kosten- und Vertragssicherheit. Es geht um Bauen und Geld.
"Alles neu macht der Mai." Ein Monat der Freude. Für die Welt der Baufachinformationen gilt nunmehr die neue VOB 2009. Und wir vernetzen sie zur praktischen Anwendung in www.bauprofessor.de. In der Praxis bedeutet: Im konkreten Geschäftsprozess! Während der Festsetzung von Eigenschaften für Bauwerke und deren Bauteile. Beim Ausschreiben und Kalkulieren von Angeboten. Im Rahmen der Materialbeschaffung und der Bauabrechnung. Die baufachlichen Informationen dienen der Qualitäts-, Kosten- und Vertragssicherheit. Es geht um Bauen und Geld.
Kalkulation und Ethik - Fairplay bei Angeboten und Nachträgen -Der brutale Wettbewerb in der Bauwirtschaft der letzten Jahre war auch verbunden mit einem Werteverfall bei der Kalkulationsarbeit für die Angebote. Submissions-Spannen von 100 bis 280 % belegen dies. Ein Verfall der Sitten und Gebräuche wird beklagt. Wo man früher zweimal im Jahr den Rechtsanwalt konsultierte, beschäftigt man jetzt 2 Rechtsanwälte im Jahr. Die Partner am Bau liegen oft im Streit.
Der brutale Wettbewerb in der Bauwirtschaft der letzten Jahre war auch verbunden mit einem Werteverfall bei der Kalkulationsarbeit für die Angebote. Submissions-Spannen von 100 bis 280 % belegen dies. Ein Verfall der Sitten und Gebräuche wird beklagt. Wo man früher zweimal im Jahr den Rechtsanwalt konsultierte, beschäftigt man jetzt 2 Rechtsanwälte im Jahr. Die Partner am Bau liegen oft im Streit.
Baustellencontrolling und Nachträge - wer beherrscht wen? -Das Baustellencontrolling ist eine sensible Schnittstelle zwischen den am Bau Beteiligten. Bauherren und Baufirmen steuern immer ihre Kosten und wirken interaktiv über Nachträge.Die Baubetriebswirtschaftliche Tagung 2008 des ZDB am 11.3.2008 in Kassel formuliert dies sehr trefflich: „Vom kalkulierten Bausoll bis zum Nachtragsmanagement“.
Das Baustellencontrolling ist eine sensible Schnittstelle zwischen den am Bau Beteiligten. Bauherren und Baufirmen steuern immer ihre Kosten und wirken interaktiv über Nachträge.Die Baubetriebswirtschaftliche Tagung 2008 des ZDB am 11.3.2008 in Kassel formuliert dies sehr trefflich: „Vom kalkulierten Bausoll bis zum Nachtragsmanagement“.
Angebotskalkulation mit einem Schuss optionalem Optimismus -Angebote sind das Vorspiel für die Einkäufer und Verkäufer. Es wird ein Wille erklärt, unter welchen Bedingungen man zueinander findet. In der Folge von Agieren und Reagieren. Und bei Einigung wird aus dem Antrag ein Vertrag zwischen Beiden. Beim Bauvertrag geht es im Kern für die Auftraggeber und -nehmer um die fristgemäße Erbringung von Bauleistungen und deren Vergütung. Dabei ist im Angebot standort- und auftragsindividuell zu kalkulieren. Die Frage ist nur: Wer definiert wie die Bauleistungen? Die Anfragen zum Bauen können
Angebote sind das Vorspiel für die Einkäufer und Verkäufer. Es wird ein Wille erklärt, unter welchen Bedingungen man zueinander findet. In der Folge von Agieren und Reagieren. Und bei Einigung wird aus dem Antrag ein Vertrag zwischen Beiden. Beim Bauvertrag geht es im Kern für die Auftraggeber und -nehmer um die fristgemäße Erbringung von Bauleistungen und deren Vergütung. Dabei ist im Angebot standort- und auftragsindividuell zu kalkulieren. Die Frage ist nur: Wer definiert wie die Bauleistungen? Die Anfragen zum Bauen können
Das neue VHB 2008 - Vergabe und Vertrag am Bau -Das öffentlich rechtliche Bauen hat seine geistigen Anbindungen zu VOB und VHB. Das "V" hat sich dabei historisch gewandelt. Vom einfachen "V" wie Verdingung zum doppelten "V" wie Vergabe und Vertrag. 1921 begann es mit einem Beschluss des deutschen Reichstages zur Einberufung für einen "Reichsverdingungsausschuß". Gesetzliche Regelungen für das Verdingungswesen wurden abgelehnt, aber einheitliche Richtlinien hierzu waren erwünscht. Und diese wurden im Jahre 1926 mit der "Verdingungsordnung für Bauleistungen" (VOB) geschaffen. Nach dem zweiten Weltkrieg ist die VOB durch den DVA "Deutschen Verdingungsausschuß für Bauleistungen" weiter entwickelt worden. Zur praktikablen Nutzung der VOB als Arbeitsmittel entstand 1974 das erste Vergabehandbuch für die Durchführung von Bauaufgaben des Bundes. Und mit der europäischen Integration und den rechtlichen Anpassungen haben sich auch die Namen von DVA, VOB und VHB in einer logischen Zeitreihe geändert.
Das öffentlich rechtliche Bauen hat seine geistigen Anbindungen zu VOB und VHB. Das "V" hat sich dabei historisch gewandelt. Vom einfachen "V" wie Verdingung zum doppelten "V" wie Vergabe und Vertrag. 1921 begann es mit einem Beschluss des deutschen Reichstages zur Einberufung für einen "Reichsverdingungsausschuß". Gesetzliche Regelungen für das Verdingungswesen wurden abgelehnt, aber einheitliche Richtlinien hierzu waren erwünscht. Und diese wurden im Jahre 1926 mit der "Verdingungsordnung für Bauleistungen" (VOB) geschaffen. Nach dem zweiten Weltkrieg ist die VOB durch den DVA "Deutschen Verdingungsausschuß für Bauleistungen" weiter entwickelt worden. Zur praktikablen Nutzung der VOB als Arbeitsmittel entstand 1974 das erste Vergabehandbuch für die Durchführung von Bauaufgaben des Bundes. Und mit der europäischen Integration und den rechtlichen Anpassungen haben sich auch die Namen von DVA, VOB und VHB in einer logischen Zeitreihe geändert.

Begriffs-Erläuterungen zu Nachtragsmanagement beim Auftraggeber

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Das Nachtragsmanagement ist ein Instrument zur komplexen Beherrschung der Erfassung, Aufbereitung, Kalkulation, Anmeldung bzw. Einreichung von Nachträgen bis hin zur Prüfung, Bewertung mit Ablehnung...

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