Zuschlagssätze 2013 für die Lohn- und Gehaltszusatzkosten

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Zuschlagssätze 2013 für die Lohn- und Gehaltszusatzkosten
01.03.2013

Zuschlagssätze 2013 für die Lohn- und Gehaltszusatzkosten

Zuschlagssätze 2013 für die Lohn- und Gehaltszusatzkosten
Bild: © Gina Sanders, Fotolia
Foto: © Gina Sanders - Fotolia
Bei der Angebotskalkulation werden für die Bestimmung des Kalkulationslohns auf den Mittellohn Lohnzusatzkosten aufgeschlagen, in der Regel mit einem vorher bestimmten Zuschlagsatz.
Seit dem 1. Januar 2013 leiten sich für den betreffenden Tarifstand folgende Zuschlagsätze für die Lohnzusatzkosten ab:
  • für Westdeutschland von 87,41% (2012 = 88,04%) und
  • für Ostdeutschland von 77,70% (2012 = 77,95%) sowie speziell für Sachsen 77,03% (2012 = 77,30%).
Die Lohnzusatzkosten werden bekanntlich auf den Mittellohn für die Bestimmung des Kalkulationslohns zugeschlagen. Die Aussagen finden danach ihren Ansatz in der Angebotskalkulation sowie in den ergänzenden Formblättern Preise 221 oder 222 (EFB- Preisjeweils im Abschnitt 1) auf Grundlage des Vergabehandbuchs (VHB-Bund, Ausgabe 2008).
In der Summe der einzelnen Veränderungen bzw. Faktoren wie
  • der kalendarisch bedingten Reduzierung der Arbeitstage bei unveränderter Anzahl der Ausfalltage,
  • der Senkung der Beiträge zur Rentenversicherung,
  • die Erhöhung der Beiträge zur Insolvenzgeldumlage (U3-Umlage) sowie
  • veränderte Rechengrößen der Sozialversicherung, der Unfallversicherung, zum Schwerbehindertenausgleich, zum Arbeitsschutz sowie
  • Senkung der Umlage zu den tariflichen Sozialkosten (Sozialkassenbeitrag) in Westdeutschland auf 19,8 % (2012 = 20,1 %)
errechnen sich nur geringfügig niedrigere Prozentsätze gegenüber dem Vorjahr.
Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland sind begründet im unterschiedlich hohen tariflichen Lohnniveau und z.B. dem 13. Monatseinkommen und der Zusatzversorgung für Bauarbeiter in den alten Bundesländern.
Auf Grund der jeweiligen betrieblichen Bedingungen wird ein betriebsindividueller Zuschlagsatz oft nicht so hoch wie der exemplarische Durchschnittssatz sein, in vielen Bauunternehmen liegt er um ca. 3 - 6 % niedriger. Deshalb sollte die Bestimmung des Zuschlagsatzes mindestens zu Beginn eines Geschäftsjahres und ggf. jeweils bei lohntariflichen Veränderungen betriebsindividuell vorgenommen bzw. überprüft und gemäß den Realitäten korrigiert werden.
Als Grundlage für die Überprüfung kann und sollte das exemplarische Berechnungsschema desHauptverbandes der Deutschen Bauindustrie e.V.als Musterrechnung dienen.Auf www.bauprofessor.dekann unter dem Begriff Lohnzusatzkosten das Schema für eine betriebsindividuelle Ermittlung aufgerufen und heruntergeladen werden, und zwar für Berechnungen der Lohnzusatzkosten der gewerblichen Arbeitnehmer getrennt nach den Tarifbereichen Ost und West in Deutschland. Bei den betriebsindividuellen Berechnungen lassen sich die tatsächlichen Arbeitstage berücksichtigen. Weiterhin können auch die Zuschlagsätze mit und ohne Umlage für die ULAK (Urlaubs- und Lohnausgleichskasse) an die Sozialkassen bestimmt werden. Vergleichbar ist einzuschätzen, dass Zuschlagsätze ohne ULAK ca. 3 bis 8 % niedriger in Bauunternehmen in Ostdeutschland und 7 bis 12 % niedriger in Westdeutschland sein werden.
Nach dem Inhalt umfassen die Lohnzusatzkosten, auch als lohngebundene Kosten oder Sozialkosten (S) bezeichnet, einen bedeutenden Anteil der Lohnkosten:
  • Lohnzusatzkosten aus gesetzlichen Regelungen und tariflichen Vereinbarungen, wie die Bezahlung von Ausfalltagen für Schlechtwetter, wegen Kurzarbeit, Krankheitstagen, Feiertagen, Urlaubstagen;
  • Lohnzusatzkosten aus Beiträgen (Arbeitgeberanteilen) für Renten-, Kranken-, Arbeitslosen-, Pflege- und Unfallversicherungen: aus Umlagen für dieSozialkassen der Bauwirtschaft, Winterbauumlage,Schwerbehindertenausgleich, Arbeitsmedizinischer Dienst, Arbeitsschutz und Sicherheit;
  • Lohnzusatzkosten aus freiwilligen Verpflichtungen, z.B. zusätzliche Altersversorgung, Weihnachtsgeld, Zuwendungen für Betriebszugehörigkeit u.a.
  • Beiträge zur Haftpflichtversicherung und zu den Berufsverbänden.
Werden im Kalkulationslohn noch Lohn- bzw. Gehaltskosten für einen Polier oder andere Aufsichtskräfte einbezogen, dann können entsprechend auch Gehaltszusatzkosten Berücksichtigung finden. Die ebenfalls dafür vorliegenden exemplarischen Musterrechnungen des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie weisen folgende Aussagen für 2013aus:
  • Für Angestellte:
    • in den neuen Bundesländern im Durchschnitt58,32% (2012 = 58,78%) und speziell inSachsen 57,79% (2012 = 58,26%)
    • in den alten Bundesländern im Durchschnitt64,58% (2012 = 64,84%)
  • Für aufsichtsführende Poliere:
    • in den neuen Bundesländern im Durchschnitt88,04% (2012 = 88,39%) sowie speziell in Sachsen 87,40% (2012 = 87,73%)
    • in den alten Bundesländern im Durchschnitt94,72% (2012 = 95,10%)
  • Für Poliere tatsächlich:
    • in den neuen Bundesländern im Durchschnitt68,43% (2012 = 68,85%) sowie speziell in Sachsen67,85% (2012 = 66,28%)
    • in den alten Bundesländern im Durchschnitt74,85% (2012 = 75,32%)
Für die in der Summe geringfügig niedrigeren Zuschläge gegenüber dem Vorjahr liegen ebenfalls die bereits zu den Lohnzusatzkosten angeführten Faktoren zugrunde.
Der erhebliche Unterschied der Zuschlagsätze zwischen tatsächlichen und aufsichtsführenden Polieren und Angestellten ist begründet aus dem Ansatz vonAusfalltagen innerhalb des Schlechtwetterzeitraums (in der Musterrechnung 20 Arbeitstage) wie bei gewerblichen Arbeitnehmern. Daraus resultieren weniger tatsächlich aufsichtsführende Arbeitstage und ein höherer Gehaltsanteil für sozial- und gehaltsbezogene Kosten.
Mindestens zu Beginn eines Geschäftsjahres und ggf. jeweils bei lohn- bzw. gehaltstariflichen Veränderungen sollten die Prozentsätze zu den Gehaltszusatzkosten ebenfalls betriebsindividuell überprüft und ggf. angepasst werden. Für die Überprüfung kann auch das bauindustrielle Berechnungsschema als Muster dienen.
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