Zuschlagssätze 2011 für Lohn- und Gehaltszusatzkosten

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Zuschlagssätze 2011 für Lohn- und Gehaltszusatzkosten
04.04.2011

Zuschlagssätze 2011 für Lohn- und Gehaltszusatzkosten

Zuschlagssätze 2011 für Lohn- und Gehaltszusatzkosten
Foto: © Gina Sanders - Fotolia
Bei der Angebotskalkulation werden für die Bestimmung des Kalkulationslohns auf den Mittellohn Lohnzusatzkosten aufgeschlagen, in der Regel mit einem vorher bestimmten Zuschlagsatz. Die Aussagen finden danach ihren Ansatz in den ergänzenden Formblättern Preise 221 oder 222 (jeweils im Abschnitt 1) auf Grundlage des Vergabehandbuchs (VHB-Bund, Ausgabe 2008).

Die Bestimmung des Zuschlagsatzes sollte mindestens zu Beginn eines Geschäftsjahres und ggf. jeweils bei lohntariflichen Veränderungen vorgenommen bzw. überprüft und gemäß den Realitäten korrigiert werden.
Als Grundlage für die Überprüfung kann das exemplarische Berechnungsschema desHauptverbandes der Deutschen Bauindustrie e.V. als Musterrechnung herangezogen werden. Seit 01.01.2011 weisen die Musterrechnungen folgende Prozentsätze aus:
  • in den neuen Bundesländern 76,14 % (Vorjahr 2010 = 75,19 %) sowie speziell für Sachsen 75,49 % (2010 = 74,54 %) und
  • in den alten Bundesländern 85,72 % (Vorjahr 2010 = 84,68).
Gegenüber dem Vorjahr liegt eine Erhöhung vor. Sie resultiert vor allem
  • aus der kalendarisch bedingten Erhöhung der Ausfalltage bei der Ermittlung der tatsächlichen Arbeitstage,
  • aus den Folgen der veränderten, höheren Rechengrößen der Kranken- und Arbeitslosenversicherung sowie
  • infolge der für 2011 ausgesetzten Erhebung der Insolvenzgeldumlage (U3-Umlage).
Auf Grund der jeweiligen betrieblichen Bedingungen wird ein betriebsindividueller Zuschlagsatz oft nicht so hoch wie der exemplarische Durchschnittssatz sein, in vielen Bauunternehmen liegt er um ca. 3-6 % niedriger. Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland sind begründet im unterschiedlich hohen tariflichen Lohnniveau und z.B. dem 13. Monatseinkommen und der Zusatzversorgung für Bauarbeiter in den alten Bundesländern.
Nach dem Inhalt umfassen die Lohnzusatzkosten, auch als lohngebundene Kosten oder Sozialkosten (S) bezeichnet, einen bedeutenden Anteil der Lohnkosten:
  • Lohnzusatzkosten aus gesetzlichen Regelungen und tariflichen Vereinbarungen, wie die Bezahlung von Ausfalltagen für Schlechtwetter, wegen Kurzarbeit, Krankheitstagen, Feiertagen, Urlaubstagen;
  • Lohnzusatzkosten aus Beiträgen (Arbeitgeberanteilen) für Renten-, Kranken-, Arbeitslosen-, Pflege- und Unfallversicherungen: aus Umlagen für dieSozialkassen der Bauwirtschaft, Winterbauumlage,Schwerbehindertenausgleich, Arbeitsmedizinischer Dienst, Arbeitsschutz und Sicherheit;
  • Lohnzusatzkosten aus freiwilligen Verpflichtungen, z.B. zusätzliche Altersversorgung, Weihnachtsgeld, Zuwendungen für Betriebszugehörigkeit u.a.
  • Beiträge zur Haftpflichtversicherung und zu den Berufsverbänden.
Werden im Kalkulationslohn noch Lohn- bzw. Gehaltskosten für einen Polier oder andere Aufsichtskräfte einbezogen, dann können entsprechend auch Gehaltszusatzkosten Berücksichtigung finden. Die ebenfalls dafür vorliegenden exemplarischen Musterrechnungen des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie weisen folgende Aussagen für 2011 aus:
  • für Angestellte:
    • in den neuen Bundesländern im Durchschnitt 57,57 % (Sachsen 57,05 %) und
    • in den alten Bundesländern im Durchschnitt 63,50 %,
  • für aufsichtsführende Poliere:
    • in den neuen Bundesländern im Durchschnitt 86,71 % (Sachsen 86,06 %) und
    • in den alten Bundesländern im Durchschnitt 93,45 %,
  • für Poliere tatsächlich:
    • in den neuen Bundesländern im Durchschnitt 67,46 % (Sachsen 66,88 %) und
    • in den alten Bundesländern im Durchschnitt 73,95 %.
Der erhebliche Unterschied der Zuschlagsätze zwischen tatsächlichen und aufsichtsführenden Polieren und Angestellten ist begründet aus dem Ansatz von Ausfalltagen (in der Musterrechnung 20 Arbeitstage) innerhalb des Schlechtwetterzeitraums wie bei gewerblichen Arbeitnehmern. Daraus resultieren weniger tatsächlich aufsichtsführende Arbeitstage und ein höherer Gehaltsanteil für sozial- und gehaltsbezogene Kosten.
Mindestens zu Beginn eines Geschäftsjahres und ggf. jeweils bei lohn- bzw. gehaltstariflichen Veränderungen sollten die Prozentsätze ebenfalls betriebsindividuell überprüft und gemäß den Realitäten angepasst werden. Die Überprüfung sollte auf Grundlage des bauindustriellen Berechnungsschemas erfolgen.
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