Bauinvestitionen – wie weiter in 2011?

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Bauinvestitionen – wie weiter in 2011?
06.01.2011

Bauinvestitionen - wie weiter in 2011?

Bauinvestitionen – wie weiter in 2011?
Foto: © iQoncept - Fotolia
Zum Ende eines Geschäftsjahres ist von besonderem Interesse, wie das neue Jahr anlaufen und sich im Vergleich zum Vorjahr entwickeln wird. Prognosen erfolgen von maßgeblichen Institutionen und den Verbänden der betreffenden Leistungssparten. Allgemein wird eingeschätzt, dass sich in der deutschen Wirtschaft die konjunkturelle Erholung in 2010 auch im Jahr 2011 fortsetzen wird, wahrscheinlich aber mit geringerem Tempo. Wie wird aber nun die Entwicklung für das Baugewerbe und der Bauinvestitionen in 2011 eingeschätzt?
Im Herbstgutachten wird von der Arbeitsgemeinschaft der Wirtschaftsinstitute eingeschätzt, dass die realen Bauinvestitionen in 2010 ca. 3,7 % steigen. Für 2011 wird ein Wachstum von weiteren 1,5 % zum Vorjahr erwartet. Auch für das Baugewerbe wird erwartet, dass die konjunkturelle Grundtendenz, vor allem abgeleitet aus den Rahmenbedingungen in der Volkswirtschaft, weiterhin aufwärts gerichtet ist. Wenngleich die inzwischen vorliegenden extremen Winterbedingungen zeitweilig einen die Entwicklung schmälernden Einfluss haben werden, gilt als wesentlicher positiver Faktor der Wohnungsbau. Die wesentliche Steigerung in 2010 wird sich voraussichtlich mit einem Zuwachs von 3 % in 2011 gegenüber dem Vorjahr fortsetzen.
Von den Wirtschaftsforschungsinstituten wird weiter eingeschätzt, dass auch der Wirtschaftsbau weiter zuwachsen wird, im Tempo jedoch langsamer gegenüber 2010. Die Konsumnachfrage wird sich der Einschätzung nach sicher auch positiv auf die Bautätigkeit in konsumnahen Sparten auswirken.
Der in 2010 vor allem aus den Konjunkturprogrammen resultierende Zuwachs des Öffentlichen Baus wird sich nicht fortsetzen. Sicherlich werden im 1. Halbjahr 2011 noch Baumaßnahmen aus den Konjunkturprogrammen auslaufen, aber insgesamt werden die Investitionen der Öffentlichen Auftraggeber gegenüber dem Vorjahr nicht höher sein bzw. zurückgehen.
Vom Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung wird eingeschätzt, dass die preisbereinigten Bauinvestitionen in 2011 um 1,8 % gegenüber 2010 zunehmen werden. Wichtige Aspekte dafür sind u.a. die niedrigen Zinsen als Kosten von Baufinanzierungen und eine sich verbessernde Situation beim Einkommen und zunehmender Beschäftigung. Das spricht für eine weitere positive Entwicklung der Investitionen im Wohnungsbau, vorrangig fortführend für Um- und Ausbaumaßnahmen. Ein die Entwicklung schmälernder Einfluss kann mit der Kürzung von KfW-Mitteln in 2011 für die energetische Sanierung von Gebäuden verbunden sein.
Vom Sachverständigenrat wird die weitere Entwicklung der gewerblichen Bauinvestitionen weniger positiv bzw. nur als moderat eingeschätzt. Ebenfalls werden bei den öffentlichen Bauinvestitionen mit dem Auslaufen der Konjunkturprogramme kaum noch Impulse gesehen.
Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie schätzt die Entwicklung in 2011 nicht so positiv wie die bereits angeführten Wirtschaftsforschungsinstitutionen ein. Es wird für 2011 beim baugewerblichen Umsatz mit einem "leichten Rückgang" gegenüber 2010 gerechnet.
Maßgebend dafür ist vor allem die näher zu betrachtende Struktur zwischen Bauhauptgewerbe und Ausbaugewerbe sowie weiter innerhalb der Gewerbe nach verschiedenen Leistungssparten des Bauumsatzes. Der Anteil des Bauhauptgewerbes ist in den letzten Jahren immer geringer geworden, andererseits nahm der Anteil des Ausbaugewerbes zu, zuletzt vorrangig aus geförderten Baumaßnahmen der Konjunkturprogramme. Dagegen wurde das Bauhauptgewerbe von der Krise besonders hart getroffen.
In 2011 wird sich ebenfalls der Trend in Richtung einer Zunahme von Baumaßnahmen im Bestand, vorrangig im Wohnungsbau, und folglich einer Abnahme von neu zu errichtenden Bauten fortsetzen. Obgleich verschiedene Institute unterschiedliche hohe Strukturanteile zuletzt für 2009 ausweisen, geht der Trend in Richtung eines Anteils von 2/3für Bestandsbaumaßnahmen und nur noch von 1/3 für Neubauleistungen. Daran wird wiederum das Ausbaugewerbe stärker partizipieren.
Die weitere Verschiebung in der Struktur des baugewerblichen Umsatzes bedeutet letztlich für das Bauhauptgewerbe auch geringere Möglichkeiten, auf dem Baumarkt höhere Baupreise zu erzielen. Die Entwicklung der Baupreise im Ausbaugewerbe wird in den vergangenen Jahren und auch für 2011 positiv bzw. günstiger als im Bauhauptgewerbe eingeschätzt.
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