Höhere Zuschlagssätze 2012 für die Lohn- und Gehaltszusatzkosten

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Höhere Zuschlagssätze 2012 für die Lohn- und Gehaltszusatzkosten
04.05.2012

Höhere Zuschlagssätze 2012 für die Lohn- und Gehaltszusatzkosten

Höhere Zuschlagssätze 2012 für die Lohn- und Gehaltszusatzkosten
Foto: © Gina Sanders - Fotolia
Bei der Angebotskalkulation werden für die Bestimmung des Kalkulationslohns auf den Mittellohn Lohnzusatzkosten aufgeschlagen, in der Regel mit einem vorher bestimmten Zuschlagsatz. Die Aussagen finden danach ihren Ansatz in den ergänzenden Formblättern Preise 221 oder 222 (EFB-Preis jeweils im Abschnitt 1) auf Grundlage des Vergabehandbuchs (VHB-Bund, Ausgabe 2008).
Seit dem 1. Januar 2012 leiten sich für den betreffenden Tarifstand folgende Zuschlagsätze ab:
  • für Westdeutschland von 88,04 % (2011 = 85,72 %) und
  • für Ostdeutschland von 77,95 % (2011 = 76,14 %) sowie speziell für Sachsen 77,30 % (2011 = 75,49 %).
Die Erhöhung insgesamt gegenüber dem Vorjahr resultiert vorrangig aus folgenden Faktoren:
  • Erhöhung der kalendarisch bedingten Ausfalltage,
  • Senkung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung und
  • Wiedererhebung der Insolvenzgeldumlage (U3-Umlage), die in 2011 ausgesetzt war.
Auf Grund der jeweiligen betrieblichen Bedingungen wird ein betriebsindividueller Zuschlagsatz oft nicht so hoch wie der exemplarische Durchschnittssatz sein, in vielen Bauunternehmen liegt er um ca. 3-6 % niedriger. Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland sind begründet im unterschiedlich hohen tariflichen Lohnniveau und z.B. dem 13. Monatseinkommen und der Zusatzversorgung für Bauarbeiter in den alten Bundesländern.
Die Bestimmung des Zuschlagsatzes sollte mindestens zu Beginn eines Geschäftsjahres und ggf. jeweils bei lohntariflichen Veränderungen betriebsindividuell vorgenommen bzw. überprüft und gemäß den Realitäten korrigiert werden. Als Grundlage für die Überprüfung kann und sollte das exemplarische Berechnungsschema des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie e.V. als Musterrechnung dienen.
Nach dem Inhalt umfassen die Lohnzusatzkosten, auch als lohngebundene Kosten oder Sozialkosten (S) bezeichnet, einen bedeutenden Anteil der Lohnkosten:
  • Lohnzusatzkosten aus gesetzlichen Regelungen und tariflichen Vereinbarungen, wie die Bezahlung von Ausfalltagen für Schlechtwetter, wegen Kurzarbeit, Krankheitstagen, Feiertagen, Urlaubstagen;
  • Lohnzusatzkosten aus Beiträgen (Arbeitgeberanteilen) für Renten-, Kranken-, Arbeitslosen-, Pflege- und Unfallversicherungen: aus Umlagen für die Sozialkassen der Bauwirtschaft, Winterbauumlage,Schwerbehindertenausgleich, Arbeitsmedizinischer Dienst, Arbeitsschutz und Sicherheit;
  • Lohnzusatzkosten aus freiwilligen Verpflichtungen, z.B. zusätzliche Altersversorgung, Weihnachtsgeld, Zuwendungen für Betriebszugehörigkeit u.a.
  • Beiträge zur Haftpflichtversicherung und zu den Berufsverbänden.
Werden im Kalkulationslohn noch Lohn- bzw. Gehaltskosten für einen Polier oder andere Aufsichtskräfte einbezogen, dann können entsprechend auch Gehaltszusatzkosten Berücksichtigung finden. Die ebenfalls dafür vorliegenden exemplarischen Musterrechnungen des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie weisen folgende Aussagen für 2012 aus:
für Angestellte:
  • in den neuen Bundesländern im Durchschnitt 58,79 % (2011 = 57,57 %) und speziell in Sachsen 58,26 % (2011 = 57,05 %) und
  • in den alten Bundesländern im Durchschnitt 64,84 % (2011 = 63,50 %),
für aufsichtsführende Poliere:
  • in den neuen Bundesländern im Durchschnitt 88,39 % (2011 = 86,71 %) sowie speziell in Sachsen 87,73 % (2011 = 86,06 %) und
  • in den alten Bundesländern im Durchschnitt 95,10 % (2011 = 93,45 %),
für Poliere tatsächlich:
  • in den neuen Bundesländern im Durchschnitt 68,85 % (2011 = 67,46 %) sowie speziell in Sachsen 68,28 % (2011 = 66,88 %) und
  • in den alten Bundesländern im Durchschnitt 75,32 % (2011 = 73,95 %).
Der Erhöhung der Zuschläge gegenüber dem Vorjahr liegen ebenfalls die bereits zu den Lohnzusatzkosten angeführten Faktoren zugrunde.
Der erhebliche Unterschied der Zuschlagsätze zwischen tatsächlichen und aufsichtsführenden Polieren und Angestellten ist begründet aus dem Ansatz von Ausfalltagen innerhalb des Schlechtwetterzeitraums (in der Musterrechnung 20 Arbeitstage) wie bei gewerblichen Arbeitnehmern. Daraus resultieren weniger tatsächlich aufsichtsführende Arbeitstage und ein höherer Gehaltsanteil für sozial- und gehaltsbezogene Kosten.
Mindestens zu Beginn eines Geschäftsjahres und ggf. jeweils bei lohn- bzw. gehaltstariflichen Veränderungen sollten die Prozentsätze ebenfalls betriebsindividuell überprüft und gemäß den Realitäten angepasst werden. Die Überprüfung sollte auf Grundlage des bauindustriellen Berechnungsschemas erfolgen.
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