Pflegeversicherung

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Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherung ist ein eigenständiger Zweig der Sozialversicherung in Deutschland. Sie wurde 1995 als Pflichtversicherung eingeführt und soll das Risiko der Pflegebedürftigkeit absichern.
Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung wird vom Gesetzgeber bestimmt und steigt ab 1. Januar 2019 auf 3,05 % (2018 = 2,55 %) bzw. bei Kinderlosen, die das 23. Lebensjahr bereits vollendet haben, ab 2019 auf 3,30 % (2016 = 2,80 %).
Der Beitragssatz ist nach § 58 Abs. 1 Sozialgesetzbuch (SGB) XI jeweils zur Hälfte vom Bauunternehmen als Arbeitgeber und von den Arbeitnehmern, die in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert sind, in Höhe von 1,525 % zu tragen. Eine Ausnahme besteht nur im Bundesland Sachsen, wo ab 2019 vom Arbeitnehmer 2,025 % sowie vom Arbeitgeber nur 1,025 % zu tragen sind.
Der Zuschlag von 0,25 % für Kinderlose ist jeweils durch die Arbeitnehmer allein zu tragen. Folglich beträgt der Arbeitnehmer-Anteil mit Beitragszuschlag gesamt 1,775 % sowie in Sachsen 2,275 %.
Ebenfalls müssen Selbstständige sowie freiberuflich Tätige den Pflegeversicherungsbeitrag allein aufbringen. Demgegenüber ist der Beitrag für Kurzarbeiter allein vom Arbeitgeber zu tragen. Als Bemessungsgrundlage dient ein um 20 % gekürztes fiktives Arbeitsentgelt.
Zu leisten ist der Versicherungsbeitrag zur Pflegeversicherung nur bis zu einer Beitragsbemessungsgrenze. Sie beträgt für 2019 bundeseinheitlich im Jahr = 54.450 € bzw. 4.537,50 € pro Monat (Vorjahr = 53.100 € bzw. 4.225 € pro Monat).
Die Beiträge zur gesetzlichen Pflegeversicherung zählen zu den gesetzlichen Sozialkosten. Sie sind folglich ebenfalls Bestandteil der Lohnzusatzkosten (speziell der lohngebundenen Kosten) der gewerblichen Arbeitnehmer sowie auch der Gehaltszusatzkosten der Angestellten und Poliere. Sie werden als Lohn- und Gehaltskosten mit im Baupreis kalkuliert. In den jährlichen Musterberechnungen der Bauverbände zur Bestimmung des Zuschlagsatzes für die Lohn- und Gehaltszusatzkosten wird die Pflegeversicherung in der Position 2.2.1.4 ausgewiesen. Betriebsindividuelle Unterschiede sind für die gewerblichen Arbeitnehmer eigentlich nicht anzunehmen, da deren Monats-Bruttolohn nicht die Beitragsbemessungsgrenze überschreiten wird.
Für die Angestellten einschließlich Poliere ist zunächst zu prüfen, wie hoch der Anteil an den gesamten Angestellten ist, deren monatliche Gehälter oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze liegen. Das wird in den Bauunternehmen zwischen West- und Ostdeutschland sowie in den Unternehmen verschiedener Größen und Leistungssparten unterschiedlich sein. Ein betriebsindividueller Ansatz ist zu prüfen und in den Berechnungen anzusetzen.
In den Musterberechnungen der Bauverbände für die Berechnung eines Zuschlagsatzes für die Gehaltszusatzkosten wurde zuletzt der Anteil von Angestellten, deren Gehalt oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze liegt, in Bauunternehmen sowohl in West- wie auch Ostdeutschland mit 18 % für Angestellte sowie 9 % für Poliere angesetzt. Bei hälftigem Anteil für das Bauunternehmen wäre dann zu rechnen mit einem Ansatz von:
(3,05 % x 82,00 %)
(2 x 100 %)
= 1,25 % für Angestellte und

(3,05 % x 91,00 %)
(2 x 100 %)
= 1,39 % für Poliere.
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Normen und Richtlinien zu Pflegeversicherung

DIN 77800 [2006-09]4.1.2.1 Allgemeines Zur Sicherstellung der Leistungstransparenz und zur Orientierung des Interessenten ist neben den schriftlich zur Verfügung gestellten Informationen eine mündli...

Baunachrichten zu Pflegeversicherung

Lohn- und Gehaltszusatzkosten – veränderte Zuschlagsätze ab 2014 - 07.03.2014 Die genauen Änderungen weisen die Musterrechnungen der exemplarischen Berechnungsschemata des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie für 2014 aus...
07.03.2014 Die genauen Änderungen weisen die Musterrechnungen der exemplarischen Berechnungsschemata des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie für 2014 aus...
Präzisierte Zuschläge 2017 zu Lohn- und Gehaltszusatzkosten - 31.03.2017 Begründet liegen die Änderungen u. a. in der Anpassung der Löhne an den aktuellen Tarifstand zum 1.1. 2017, der Erhöhung des Beitragssatzes 2017 zur Pflegeversicherung und der Berücksichtig
31.03.2017 Begründet liegen die Änderungen u. a. in der Anpassung der Löhne an den aktuellen Tarifstand zum 1.1. 2017, der Erhöhung des Beitragssatzes 2017 zur Pflegeversicherung und der Berücksichtig...
Zuschlagssätze 2013 für die Lohn- und Gehaltszusatzkosten - 01.03.2013 Seit dem 1. Januar 2013 leiten sich für den betreffenden Tarifstand folgende Zuschlagsätze...
01.03.2013 Seit dem 1. Januar 2013 leiten sich für den betreffenden Tarifstand folgende Zuschlagsätze...
Reduzierte Lohn- und Gehaltszusatzkosten 2015 - 02.03.2015 Gründe dafür liegen u.a. in der geringeren Zahl von Ausfalltagen 2015 gegenüber dem Vorjahr, resultierend aus den auf das Wochenende fallenden Feiertagen und der Anpassung der Löhen an den
02.03.2015 Gründe dafür liegen u.a. in der geringeren Zahl von Ausfalltagen 2015 gegenüber dem Vorjahr, resultierend aus den auf das Wochenende fallenden Feiertagen und der Anpassung der Löhen an den ...
Musterrechnungen zu Lohn- und Gehaltszusatzkosten ab 1. März 2019 aktualisi... - 02.05.2019 Die Lohnzusatzkosten der gewerblichen Arbeitnehmer sind sowohl im Osten als auch im Westen Deutschlands gestiegen. Bei den Gehaltszusatzkosten der Angestellten und Poliere im Baugewerbe erg
02.05.2019 Die Lohnzusatzkosten der gewerblichen Arbeitnehmer sind sowohl im Osten als auch im Westen Deutschlands gestiegen. Bei den Gehaltszusatzkosten der Angestellten und Poliere im Baugewerbe erg...

Begriffs-Erläuterungen zu Pflegeversicherung

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Mit den Beitragsbemessungsgrenzen wird das höchste Bruttoentgelt bestimmt, für das Sozialversicherungsbeitrag berechnet werden kann. Für einen Betrag oberhalb der Bemessungsgrenzen wird kein Sozialve ...
Als Rechengrößen gelten die Beitragsbemessungsgrenzen zur Sozialversicherung. Sie werden nach dem höchsten Bruttoentgelt bestimmt, für das ein Sozialversicherungsbeitrag berechnet werden kann. Für ei ...
Liegen zum Jahresende bzw. einem Bilanzstichtag in einem Bauunternehmen noch rückständiger Urlaub sowie bestehende Arbeitszeitguthaben aus derArbeitszeitflexibilisierung für die Arbeitnehmer vor, d ...

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