Prämienlohn mit Festprämie

Prämienlohn mit Festprämie

Der Prämienlohn mit Festprämie ist eine spezielle Form des Prämienlohns und dieser wiederum eine "andere Form des Leistungslohns ", wie es im § 10 des "Rahmentarifvertrags für Leistungslohn im Baugewerbe vom 29. Juli 2005 (RTV-Leistungslohn)" ausgeführt wird. Bestimmend ist ein leistungsunabhängiger Teil (Grundlohn) in Verbindung mit einer leistungsabhängigen Prämie.
An einem praktischen Beispiel soll nachfolgend die Entlohnungsform demonstriert werden:

Ausgangsdaten:
  • Bauvorhaben Wohnhaus, Mauerarbeiten Erdgeschoss,
  • Kolonne (Leistungsgruppe) = 4 Gewerbliche,
  • Tarifstundenlohn = 14,59 €/Stunde bei einem Gesamttarifstundenlohn (GTL) = 15,45 €/Stunde, wobei der Bauzuschlag = 0,86 €/Stunde für jede lohnzahlungspflichtige Stunde, nicht jedoch für Leistungslohn-Mehrstunden (Plusstunden im Akkord) gewährt wird,
  • Soll-Stunden: 600 h (methodisch ermittelt auf Grundlage einer Nachkalkulation),
  • Ist-Stunden: 520 h (bei mängelfreier Ausführung),
  • Leistungskennzahl (Zeitgrad) = Soll-Stunden /Ist-Stunden
    Zeitgrad = 600 h / 520 h = 1,15
  • Unterschreitung der Sollzeit = (Soll-Stunden ./. Ist-Stunden) / Soll-Stunden
    Unterschreitung der Sollstunden = (600 h./. 520 h) / 600 h = 13,33%
  • Stundenüberschuss oder Leistungslohn-Mehrstunden (Plusstunden) = Soll-Stunden ./. Ist-Stunden
    Leistungslohn-Mehrstunden = 600 h ./. 520 h = 80 h
Bei dieser Entlohnungsform erhält der einzelne Mitarbeiter eine monatliche Festprämie.
Im Beispiel wurde folgende Staffelung gewählt:

Festprämie:

vonbei
50 €/Arbeitskraft und MonatEinhaltung der Soll-Stunden
120 €/Arbeitskraft und MonatUnterschreitung der Soll- Stunden > 5 %,
200 €/Arbeitskraft und MonatUnterschreitung der Soll-Stundne > 10 %
Nach den erzielten Ist-Stunden gelten 200 €/Arbeitskraft:
Daraus leitet sich der prämienbezogene Lohn für die Leistungsgruppe ab:
  • Berechnung: (520 Ist-h x 14,59 €/h) + (200 €/Arbeitskraft x 4 Arbeitskräfte) = 8.386,80 €.
Die Höhe der monatlichen Prämie sollte betrieblich geregelt werden. Sie kann sich am Tarifstundenlohn des einzelnen Arbeitnehmers oder am betrieblichen Mittellohn orientieren. Die Höhe sollte nach der Unterschreitung der vorgegebenen Soll-Zeit (Soll-Stunden It. Mengenermittlung und Vorgabezeit je Einheit) bestimmt werden.
Wäre nicht im Leistungslohn gearbeitet oder wären die vorgegebenen Soll-Stunden im Ist überschritten worden, so müsste die Entlohnung für die Ist-Stunden in Höhe des Gesamttarifstundenlohnes erfolgen.
Das wäre ein Lohn in Höhe von:
  • Berechnung: 600 h x 15,45 €/h = 9.270,00 €.
Bei der angeführten Entlohnung bliebe zu beachten, dass für die 80 eingesparten Stunden auch eine Entlohnung für die Ausführung anderer bzw. neuer Arbeiten anfällt, selbst wenn in dieser Zeit nicht im Leistungslohn gearbeitet werden könnte.
Dies wäre ein Betrag von:
  • 80 h x 15,45 €/h = 1.236,00 €, der hinzugerechnet werden müsste.
Dann läge nach dieser Prämienform die Entlohnung in Höhe von:
  • 8.386,80 € + 1.236,00 € = 9.622,80 € vor.
Das entspricht einer höheren Entlohnung von:
  • 9.622,80 € ./. 9.270,00 € = 352,80 € für die Leistungsgruppe.
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