Preisanpassung mit Niveaufaktoren

Preisanpassung mit Niveaufaktoren

Als Preisanpassung mit Niveaufaktoren wird eine Kalkulationsart bezeichnet, die jeweilige Endpreise über vorher bestimmte bzw. aus Erfahrung abgeleitete Faktoren anpasst.
Die Berechnung lautet:
Leistungsmenge x Preis je Mengeneinheit x Faktor = Preis je Leistungsposition in €
Die Faktoren können entweder Aufschläge oder Abschläge sein, ähnlich wie bei Auf- und Abgeboten in Verbindung mit Zeitvertragsarbeiten.
Die möglichen Schwankungsbreiten der Faktoren sollten betrieblich festgelegt werden. Als Orientierung könnten die Faktoren in folgenden Schwankungsbreiten von Interesse sein:
  • Einfluss der betrieblichen Beschäftigungslage in Verbindung mit der Baumarkt- und Wettbewerbssituation von 0,9 bis 1,05 (z.B. < 1,000, wenn das Angebot weitaus größer als die Baunachfrage ist),
  • Einfluss des Bauplanungsniveaus und der Erfahrungen des Bauherren von 0,95 bis 1,05 (z.B. Großauftrag eines erfahrenen Auftraggebers mit Faktor 0,95),
  • Einfluss der Region und der Ortsgröße von 0,95 bis 1,15 (z. B. Landeshauptstadt Faktor > 1,000),
  • Einfluss von Mindermengen von 1,00 bis 1,3,
  • Einfluss von Mehrmengen von 0,75 bis 1,00.
Weiterhin ist es möglich und teils zweckmäßig, Faktoren nicht nur auf den Preis je Mengeneinheit zu beziehen, sondern noch detaillierter für die Einsatzgrößen „Lohnstunden“ und „Materialpreise“ bzw. entsprechend vorliegenden Stammdaten zu den Einzelkosten. Beispielsweise bedeutet die Eingabe eines Faktors für Lohnstunden von 0,9, dass bei den Mauerarbeiten der Kalkulation nicht 1,00 h/m², sondern nur 0,90 h/m² zugrunde gelegt werden.
Die Preisanpassung über Faktoren zu Kostenarten kann von Bedeutung sein, wenn:
  • neben dem Leistungsverzeichnis (LV) der Ausschreibung (externes LV) noch ein zweites LV als „internes LV“ angelegt werden soll (mit ggf. spekulativen Aussagen),
  • für die Bauausführung (nach Erhalt des Bauauftrages) z. B. geringere Kalkulationsansätze und Preisvorgaben intern der Bauleitung und den Kolonnen vorgegeben werden sollen,
  • vor Weitervergabe an Nachunternehmer (NU) niedrigere Preisansätze als Orientierung für Preisverhandlungen vorab zu bestimmen sind.
Inwieweit eine solche Kalkulation hinreichend qualifizierte Aussagen trifft, hängt wesentlich von vorliegenden Erfahrungen und dem Niveau der Faktoren ab. Für eine Planerkalkulation zur Aufbereitung von Kostenschätzungen und Kostenberechnungen innerhalb der Bauplanung für die Leistungsphasen 2 und 3 nach HOAI kann sie durchaus notwendige Aussagen schnell und rationell treffen.
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