Rückstellung für Urlaubsansprüche

Rückstellung für Urlaubsansprüche

Liegen zum Jahresende bzw. einem Bilanzstichtag in einem Bauunternehmen noch rückständiger Urlaub sowie bestehende Arbeitszeitguthaben aus der Arbeitszeitflexibilisierung für die Arbeitnehmer vor, dann sind diese Verpflichtungen in der Bilanz rückzustellen und somit zu passivieren. Das ist bauspezifisch vorrangig dem Umstand geschuldet, dass die Sozialkassen des Baugewerbes diese rückständigen Verpflichtungen zum Sozialaufwand und zum zusätzlichen Urlaubsgeld den Bauunternehmen nicht erstattet. Der zu passivierende Betrag lässt sich bestimmen aus dem noch ausstehenden Urlaub (restliche Urlaubstage), den jeweiligen Lohnkosten je Arbeitstag sowie dem darauf zu beziehenden Ansatz v. H. für den Sozialaufwand. Zu berücksichtigen sind beim Sozialaufwand die für rückständigen Urlaub zum 31.12.2018 bestehenden Wertverhältnisse. Zugrundezulegen sind folglich die Sozialversicherungsbeiträge für 2018.
Arbeitgeberanteile zur gesetzlichen Sozialversicherungalte Bundesländerneue BundesländerSachsen
Rentenversicherung9,300 v. H.9,300 v. H.9,300 v. H.
Krankenversicherung (Bundesdurchschnitt)7,300 v. H.7,300 v. H.7,300 v. H.
U2-Verfahren (Bundesdurchschnitt)0,390 v. H.0,390 v. H.0,390 v. H.
Insolvenzgeld0,060 v. H.0,060 v. H.0,060 v. H.
Pflegeversicherung 1,275 v. H.1,275 v. H.0,775 v. H.
Arbeitslosenversicherung1,500 v. H.1,500 v. H.1,500 v. H.
Beitrag an die Sozialkassen des Baugewerbes20,40 v. H.17,20 v. H.17,20 v. H.
Winterbeschäftigungsumlage1,20 v. H.1,20 v. H.1,20 v. H.
Zwischensumme41,425 v. H.38,225 v. H.37,725 v. H.
Unfallversicherung (Berufsgenossenschaft)(5,250 v. H.)(5,250 v. H.)(5,250 v. H.)
gesamter Sozialaufwand(46,675 v. H.)(43,475 v. H.)(42,975 v.H.)
Für am Bilanzstichtag noch rückständigen Urlaub der gewerblichen Arbeitnehmer ist - mit Ausnahme von Berlin - für den Sozialaufwand in der Steuerbilanz eine Verbindlichkeit auszuweisen. Für die Ermittlung des Sozialaufwandes zum Bilanzstichtag kann folgendes Schema zugrunde gelegt werden, im Beispiel mit den Zahlen zum Stichtag 31. Dezember 2018 (in % bzw. v. H.):
Die Beitragshöhe der Unfallversicherung richtet sich nach dem betriebsindividuellen Risiko - je nach Tätigkeiten und den Gefahrenklassen der Beschäftigten - und ist zum gesamten Sozialaufwand hinzuzurechnen. Bei Annahme folgender Ansetzungen:
  • durchschnittliche Gefahrenklasse der gewerblichen Arbeitnehmer (Hoch- und Tiefbau) von 12,5 (betrieblich auf Grundlage des Vorausbescheides der Berufsgenossenschaft BG Bau),
  • Beitragsfuß von 0,4 und
  • Lastenverteilung nach Neurenten und Entgelten (ohne Freibetrag) von 0,25
errechnet sich wie folgt ein anzusetzender Wert zu:
(12,5 x 0,4) + 0,25 = 5,250 v. H.
Für am Bilanzstichtag noch rückständigen Urlaub der Angestellten und Poliere ist in dem Ausweis der Verbindlichkeit der Sozialaufwand aus rückständigem Urlaub einzubeziehen, sofern die Betreffenden nicht von der Sozialversicherung befreit sind bzw. nicht oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze zur Sozialversicherung liegen. Der Ansatz für den Sozialaufwand kann auf Grundlage folgender Ansätze zum Stichtag 31. Dezember 2018 (in % bzw. v. H.) ermittelt werden:
Arbeitgeberanteile zur gesetzlichen Sozialversicherung:
Rentenversicherung9,300 v. H.
Krankenversicherung (Bundesdurchschnitt)7,300 v. H.
U2-Verfahren (Bundesdurchschnitt)0,390 v. H.
Insolvenzgeld0,060 v. H.
Pflegeversicherung1,275 v. H.(Sachsen 0,775 v. H.)
Arbeitslosenversicherung1,500 v. H.
Zwischensumme19,825 v. H.(Sachsen 19,325 v. H.)
Unfallversicherung (BG)5,250 v. H.
gesamter Sozialaufwand25,075 v. H.(Sachsen 24,575 v. H.)
Bei Angestellten kann der Unfallversicherungsbeitrag ohne jegliche Baustellenbesuche (Gefahrenklasse 0,44) in Höhe von 0,415 % angesetzt werden. Bei Angestellten, die auf Baustellen tätig sind oder diese auch nur gelegentlich aufsuchen, ist ggf. ein Ansatz von 6,53 % (differenziert nach Bezirksverwaltungen und einzelnen Gewerken) zu berücksichtigen. Folglich kann für die Angestellten und Poliere der Sozialaufwand auch ca. 5,25 % höher angesetzt werden.
Bestehen zum Jahresende bzw. Bilanzstichtag auch Arbeitszeitguthaben, so sind diese ebenfalls zu passivieren. In den Rückstellungsbetrag ist auch der oben ausgewiesene Sozialaufwand aus bestehenden Arbeitszeitguthaben mit einzubeziehen.
Schon über 50.000 Abonnenten!
bauprofessor.nachrichten
Ihr kostenloser Newsletter
E-Mail:
» Abonnieren

Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.
OK