Reingewinn (nach Richtsätzen)

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Reingewinn (nach Richtsätzen)

Die Kennzahl "Reingewinn" ist im Zusammenhang mit den Kennzahlen Rohgewinn (I und II) sowie dem Halbreingewinn im Rahmen von Rohgewinn-Richtsätzen zu sehen. Sie werden vom Bundesministerium der Finanzen den Finanzämtern als Anhaltspunkte für die Gewinnverprobung nach Richtsätzen und Besteuerung von kleinen Baubetrieben, Bauhandwerksbetrieben als Einzelunternehmen, Personengesellschaften und Selbstständigen, nicht jedoch von mittelgroßen und großen Bauunternehmen an die Hand gegeben. Kaum von Bedeutung sind sie jedoch im Baugewerbe für die betriebliche Planung und Unternehmensführung.
Die Aussagen zum Reingewinn werden jährlich vom Bundesministerium der Finanzen vorgelegt, zuletzt als "Richtsatzsammlung für das Kalenderjahr 2016 vom 8. Juni 2017 (veröffentlicht im Bundessteuerblatt Teil I).
Für welche Gewerbeklassen im Baugewerbe Richtsätze zum Reingewinn in der Richtsatzsammlung des Finanzministeriums ausgewiesen werden, ist unter Richtsatzsammlung zur Besteuerung im Bauhandwerk aufgeführt, zugleich mit zahlen- bzw. wertmäßigen Aussagen beispielsweise für Bauunternehmen (mit Materiallieferung), Garten- und Landschaftsbau sowie Gerüstbau unter Rohgewinn-Richtsätze.
Für das Tischler- und Schreinerhandwerk wird über wertmäßige Ansätze unter Gewinnverprobung nach Richtsätzen, für Zimmereien unter Rohgewinn sowie für das Handwerk der Heizung-, Gas- und Wasserinstallation unter Halbreingewinn ausgesagt.
Angeführt sei hier ein weiterer Auszug aus der Richtsatz-Sammlung zum Jahr 2016 für eine Dachdeckerei im Dachdeckerhandwerk und Bauspenglerei (mit gleich hohen Ansätzen wie im Vorjahr):
bei wirtschaftlichen Umsätzen bis 300.000 €Rohgewinn I68
Rohgewinn II54(38-74)
Halbreingewinn28(15-47)
Reingewinn24(11-38)
bei wirtschaftlichen Umsätzen über 300.000 €Rohgewinn I63
Rohgewinn II40(30-51)
Halbreingewinn18(9-28)
Reingewinn14(4-25)
Für die Berechnung gilt, ausgehend vom Rohgewinn, folgendes Schema:
Rohgewinn II
-allgemeine sachliche Betriebsaufwendungen (im Bauunternehmen vergleichbar mit Teilen von den Allgemeinen Geschäftskosten (AGK))
=Halbreingewinn
-besondere sachliche und personelle Betriebsaufwendungen (restliche AGK)
=Reingewinn
Der Einzelunternehmer erhält kein Gehalt, sondern macht Gewinnentnahme. Folglich fehlen Teile in den Personalkosten im Vergleich, z. B. zu einem Bauunternehmen als GmbH. Deshalb sind die Aussagen zum Reingewinn nicht vergleichbar mit den Ansätzen für Wagnis und Gewinn (W&G) in der Angebotskalkulation.
Bezugsgröße für die Berechnung des Reingewinns ist der wirtschaftliche Umsatz, der nach Größenklassen noch weiter unterteilt und differenziert für einzelne Gewerbeklassen ausgewiesen wird. Der Reingewinn wird in % vom wirtschaftlichen Umsatz in den Richtsatztabellen ausgewiesen, einerseits mit einem Mittelsatz mit evtl. zutreffender Wahrscheinlichkeit für einen "Normalbetrieb" und einer Spanne in einem Rahmen, der ggf. durch betriebliche und persönliche Verhältnisse begründet sein kann.

Begriffs-Erläuterungen zu Reingewinn (nach Richtsätzen)

Die Kennzahl Halbreingewinn ist im Zusammenhang mit denRohgewinn-Richtsätzen zu betrachten. Sie liefert Anhaltspunkte für die Gewinnverprobung nach Richtsätzen und Besteuerung von kleinen Baubetrie ...
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