Rentenversicherung

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Rentenversicherung

Die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) ist eine Alterssicherung für die abhängig Beschäftigten im Bauunternehmen ein Zweig innerhalb des Systems der Sozialversicherung, insbesondere auf Grundlage des Sechsten Buches des Sozialgesetzbuches (SGB) VI. Sie ist gesetzlich geregelt und wird durch ein Umlageverfahren und mit freiwilligen Beiträgen finanziert. Der Anspruch auf eine Rente wird durch Beiträge entsprechend der Versicherungspflicht oder einer freiwilligen Versicherung erworben.
Der Beitragssatz in der gesetzlichen Rentenversicherung beträgt seit 1. Januar 2018 = 18,60 % (2017 = 18,70 %), in gleicher Höhe auch für 2019 und noch weitere Jahre bzw. soll bis zum Jahr 2015 nicht über 20 % steigen. Vom Betrag ist die Hälfte = 9,30 % vom Bauunternehmen als Arbeitgeber zu tragen.
Für das Jahr 2019 erhöht sich jedoch die Beitragsbemessungsgrenze zur Rentenversicherung in
  • Deutschland-West auf 80.400 € (2018 = 78.000 €) im Jahr und 6.700 € (2018 = 6.500 €) monatlich,
  • Deutschland-Ost auf 73.800 € (2018 = 69.600 €) im Jahr und 6.150 € (2018 = 5.800 €) monatlich.
Der Beitrag für Kurzarbeiter ist allein vom Arbeitgeber zu leisten. Als Grundlage für die Bemessung ist ein um 20 % gekürztes fiktives Arbeitsentgelt heranzuziehen.
Bei einer geringfügigen Beschäftigung besteht auch für die Minijobs seit 2013 eine Rentenversicherungspflicht, die der sozialen Absicherung der Minijobber dienen soll. Von den Minijobbern bei einem Verdienst von monatlich bis 450 € ist die Differenz zwischen den vom Arbeitgeber zu tragenden Rentenversicherungsbeitrag von 15 % und dem allgemeinen Beitragssatz der gesetzlichen Rentenversicherung von 18,6 % zu übernehmen, praktisch 3,6 %. Wird dies jedoch vom Minijobber nicht gewünscht, so kann er sich von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen. Die Pflicht entfällt bei Altersrentnern.
Für Beschäftigte mit Arbeitsentgelten in der Gleitzone für Midijobs ab 450,01 € bis 850 € (noch bis 30. Juni 2019) monatlich unterliegt das vereinbarte Arbeitsentgelt dem aktuellen Beitragssatz zur Rentenversicherung. Die Einkommensgrenze, ab der die vollen Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen sind, steigt mit Änderung im § 20 Abs. 2 Sozialgesetzbuch (SGB) IV ab 1. Juli 2019 von 850 € auf 1.300 € als Grenze des künftigen "Übergangsbereichs" (anstelle der Gleitzone). Die Sozialabgaben werden im Übergangsbereich nach einer speziellen Berechnungsformel konkav angepasst. Rentenentgeltpunkte für Beitragszeiten aus der Beschäftigung im Übergangsbereich werden ab 1. Juli 2019 aus dem erzielten und nicht aus dem beitragspflichtigen Arbeitsentgelt ermittelt, sodass geringere Rentenansprüche aus der verminderten Bemessungsgrundlage des Beitrags vermieden werden sollen.
Die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zählen im Bauunternehmen zu den gesetzlichen Sozialkosten. Sie sind folglich ebenfalls Bestandteil der Lohnzusatzkosten (im Speziellen der lohngebundenen Kosten) der gewerblichen Arbeitnehmer sowie Gehaltszusatzkosten der Angestellten und Poliere. Sie werden als Lohn- und Gehaltskosten mit im Baupreis kalkuliert.
In den jährlichen Musterberechnungen der Bauverbände (HDB, ZDB) zur Bestimmung des Zuschlagssatzes für die Lohn- und Gehaltszusatzkosten wird die Rentenversicherung in der Position 2.2.1.1 ausgewiesen und zwar in Höhe von 9,30 %. Betriebsindividuelle Unterschiede sind bei den gewerblichen Arbeitnehmern kaum anzunehmen.
Für die Angestellten einschließlich Poliere ist zunächst zu prüfen, wie hoch der Anteil an den gesamten Angestellten ist, deren monatliche Gehälter oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze zur Rentenversicherung liegen. Das wird in den Bauunternehmen zwischen West- und Ostdeutschland sowie in den Unternehmen verschiedener Größe und Leistungssparten unterschiedlich sein. Ein betriebsindividueller Ansatz ist zu prüfen und in den Berechnungen anzusetzen.
In den Musterberechnungen für die Berechnung eines Zuschlagsatzes für die Gehaltszusatzkosten wurde der Anteil von Angestellten, deren Gehalt oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze liegt, in Bauunternehmen in Ostdeutschland bisher mit 0 % angesetzt, für Westdeutschland von 2,5 % für Angestellte sowie 0 % für Poliere. Für die Angestellten in Westdeutschland wäre dann bei hälftigem Anteil für das Unternehmen ein Satz anzusetzen in Höhe von:
(18,60 % x 97,50 %):(2 x 100%)=9,07 %für Angestellte und
(18,60 % x 100,00 %):(2 x 100%)=9,30 %für Poliere.
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Baunachrichten zu Rentenversicherung

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