Risikomanagement

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Risikomanagement

Das Risikomanagement umfasst im Allgemeinen alle Maßnahmen und organisatorischen Regelungen für die Erfassung, Dokumentation, Analyse und Auswertung von Risiken im Unternehmen, speziell auch im Bauunternehmen. Als Elemente gehören dazu:
  • das Controlling,
  • ein betriebliches Frühwarnsystem,
  • die interne betriebliche Überwachung bzw. interne Revision.
Das Risikomanagement kann aktiv und/oder passiv erfolgen:
  • aktiv mit dem Ziel, Risiken zu vermeiden oder zu reduzieren,
  • passiv mit dem Ziel, Risiken zu versichern oder ggf. zu akzeptieren.
Zum Risikomanagement liegt die im Februar 2018 erschienene und im Oktober 2018 in Deutsch verfasste "DIN ISO 31000 - Risikomanagement - Leitlinien" vor. Sie beschreibt die Vorgehensweise, definiert dafür standardisierte Schritte und liefert einen allgemeinen Rahmen. Die neue Norm lässt sich auf jede Art von Risiken anwenden. Sie bietet keine Entscheidungen, wird aber die Entscheidungsfindung unterstützen und Empfehlungen ableiten lassen. Nicht anzuwenden ist sie jedoch für Zertifizierungszwecke.
Da das Risikomanagement als eine dem Controlling übergeordnete Führungsfunktion angesehen werden kann, lassen sich analog die Phasen des Risikomanagementprozesses beispielsweise im Bauunternehmen folgendermaßen darstellen:
1. PhaseZiele, Organisation, Dokumentation der Informationen, Risikoinventur
Beispiel: Vermeidung von Verlustaufträgen, Erfassung von Vertragsrisiken
2. PhaseAnalyse der Risiken, Einordnung nach ihrer Wichtigkeit
Beispiel: Analyse des Qualitätsmanagementsystems, Bewertung formaler Abläufe wie Rechnungsdurchlauf, Inventurdurchführung
3. PhaseFormulierung der Risikomanagementstrategien (vermeiden, versichern)
Beispiel: Angebots- und Nachtragsstrategien, Definition Sollwerte
4. PhaseFestlegung der Verfahren, Instrumente und Maßnahmen
Beispiel: Arbeitsanweisungen, Bauwesenversicherung, Factoring
5. PhaseReporting über die Effektivität eingeleiteter Maßnahmen
Beispiel: Management-Info-System, spezifisches Berichtswesen
6. PhaseÜberwachung und Fortentwicklung des Risikomanagement, Einflussnahme auf Verbesserung, Einordnung in bestehende Systeme, Schaffung eines Risikobewusstseins auf allen Ebenen, permanente Risikokommunikation
Beispiel: Festlegen von Toleranzgrenzen, Baustellenrevision, Zuständigkeiten und Kompetenzen sowie materielle Steuerung von Risiken, Projekt-Controlling.
Im Rahmen des Frühwarnsystems sollen die Risiken frühzeitig erkannt werden, z. B. durch:
  • Festlegung von Beobachtungsbereichen,
  • Einrichtung eines Risikoinformationssystems,
  • Festlegung von Intervallen und Toleranzen für Vorgaben, Werte und Ziele.
Ein enger Zusammenhang besteht auch zur internen Revision als Kontrolle der wirtschaftlichen Tätigkeit im Unternehmen. Die Sicherung hoher Wirtschaftlichkeit macht eine rechtzeitige, gut organisierte und aktive Kontrolle, verbunden mit der Anfertigung von Nachweisen über Widersprüche, Hemmnisse und Reserven erforderlich. Das gilt gleichermaßen auch für die Baustellenrevision als interne Überwachung der Wirtschaftlichkeit der Bauausführung.

Normen und Richtlinien zu Risikomanagement

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Begriffs-Erläuterungen zu Risikomanagement

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