Sonntagsarbeit im Baugewerbe

» Begriffs-Erläuterungen

Sonntagsarbeit im Baugewerbe

Sonntagsarbeit ist die an Sonntagen geleistete Arbeit in der Zeit zwischen 0.00 Uhr und 24.00 Uhr. Mit Bezug auf das Arbeitszeitgesetz (ArbZG vom 06.06.1994, in letzter Fassung vom 11. November 2016) darf nach § 8 Abs. 1 an Sonn- und Feiertagen nicht gearbeitet werden. Es sind jedoch Ausnahmen möglich, so für:
  • Arbeiten, die nicht an Werktagen vorgenommen werden können, z. B. Notdienste,
  • unaufschiebbare Straßenbauarbeiten,
  • die Instandhaltung von Betriebseinrichtungen, bedingt zum Fortgang des regelmäßigen Betriebs.
Lägen hierzu Zweifel vor, wird die Aufsichtsbehörde feststellen, ob eine Ausnahme gegeben ist.
Weiterhin ist Sonntagsarbeit nach § 14 Abs. 1 ArbZG möglich auch bei vorübergehenden Arbeiten
  • in Notfällen oder in außergewöhnlichen Fällen, die unabhängig vom Willen des Betroffenen eintreten und deren Folge nicht auf andere Weise zu beseitigen sind, beispielsweise wenn Baustoffe und damit verbundene Arbeitsergebnisse durch ungünstige bzw. extreme Witterungsverhältnisse zu verderben oder misslingen drohen,
  • Fälle, die bei Nichterledigung der Arbeiten zu Gefährdungen führen oder einen unverhältnismäßig hohen Schaden zur Folge hätten.
Die Aufsichtsbehörde kann auch zu Einzelfällen Ausnahmen bewilligen, wenn dafür nach § 13 Abs. 3 bis 4 ArbZG wirtschaftliche oder betriebstechnische Gründe sprechen und die Arbeiten unbedingt fortgeführt werden müssen oder dies im öffentlichen Interesse dringend notwendig ist.
Bei der Sonntagsarbeit bleibt noch zu beachten, dass nach § 11 Abs. 1 ArbZG mindestens 15 Sonntage im Jahr beschäftigungsfrei bleiben müssen. Für die Arbeit an einem Sonntag muss dann ein Werktag innerhalb von 2 Wochen frei sein.
Vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) wurde eine Kurzübersicht zum "Arbeitszeitrecht in der Bauwirtschaft (Stand: 15. Dezember 2017)" als praktische Hilfestellung zu speziellen Fragen des Arbeitszeitrechts nach ArbZG herausgegeben.
Erfolgte Sonntagsarbeit, dann gilt im Bauhauptgewerbe nach § 3 Nr. 6 im "Bundesrahmentarifvertrag für das Baugewerbe (BRTV-Baugewerbe)" ein Überstundenzuschlag als Sonntagszuschlag von 75 % sowie am Oster- und Pfingstsonntag von 200 %. Basis für den Zuschlag ist der Gesamttarifstundenlohn (GTL) der gewerblichen Arbeitnehmer. Fallen mehrere Zuschläge an, so sind alle Zuschläge nebeneinander zu zahlen.
Für die Angestellten im Baugewerbe und Poliere gilt die gleiche Sonntagszeit nach RTV-Angestellte wie für die gewerblichen Arbeitnehmer. Zu zahlen ist für die Sonntagsarbeit je Stunde 1/173 des vereinbarten Gehalts zuzüglich Sonntagsarbeitszuschlag.

Begriffs-Erläuterungen zu Sonntagsarbeit im Baugewerbe

Überstunden sind allgemein das Resultat von Mehrarbeit. Sie können auch in Verbindung mit Nachtarbeit Sonntagsarbeit Feiertagsarbeit anfallen. Woraus sich die Überstunden für gewerbliche Arbeitnehmer ...
Als Mehrarbeit gelten allgemein die geleisteten Überstunden bzw. nach § 3 Nr. 5 des Bundesrahmentarifvertrags für das Baugewerbe ( BRTV-Baugewerbe ) die über die bei tariflicher oder betrieblicher Ar ...
Die Gehaltskosten umfassen jene Kosten, die im Bauunternehmen insgesamt für die Angestellten anfallen und zwar sowohl für die technischen und kaufmännischen Angestellten als auch für die Poliere Ausz ...

Schon über 50.000 Abonnenten!
bauprofessor.nachrichten
Ihr kostenloser Newsletter
E-Mail:
» Abonnieren

Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.
OK