Sozialversicherung

» Normen und Richtlinien
» Baunachrichten
» Begriffs-Erläuterungen

Sozialversicherung

Die Sozialversicherung ist ein Versicherungssystem, das folgende 5 Zweige umfasst:
Soweit eine versicherungspflichtige Tätigkeit vorliegt, sind im Rahmen der jeweiligen Beitragsbemessungsgrenzen zur Sozialversicherung. Versicherungsbeiträge vom Bauunternehmen als Arbeitgeber einzubehalten und an die zuständige Krankenkasse als Einzugsstelle abzuführen. Überschreitet das normale Arbeitsentgelt die jeweilige Beitragsbemessungsgrenze, werden die Sozialversicherungsbeiträge nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze erhoben.
Für die gesetzliche Krankenversicherung gelten für das Jahr 2019 als:
  • besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze nach § 6 Abs. 7 Sozialgesetzbuch (SGB) V bundeseinheitlich = 54.450 € (2018 = 53.100 €) im Jahr und
  • allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze nach § 6 Abs. 6 SGB V bundeseinheitlich = 60.750 € (2018 = 59.400 €) im Jahr.
Wenn ein Arbeitnehmer mehr verdient, unterliegt er nicht mehr der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht.
Auf das voraussichtliche Jahresarbeitsentgelt werden alle beitragspflichtigen Bezüge angerechnet, die mit hinreichender Sicherheit zu erwarten sind, z. B. auch Weihnachtsgeld und zusätzliches Urlaubsgeld entsprechend der Urlaubsvergütung in der Bauwirtschaft. Die Berechnung ist bei Beginn einer Beschäftigung und jeweils erneut zum 1. Januar eines jeden Jahres vorzunehmen.
Ableitend aus dem GKV-Versichertenentlastungsgesetz ändern sich ab 2019 verschiedene Regelungen. Zur gesetzlichen Krankenversicherung beträgt der allgemeine Beitragssatz weiterhin 14,6 %, zu tragen paritätisch je zur Hälfte = 7,30 % vom Bauunternehmen als Arbeitgeber sowie vom Arbeitnehmer. Zusätzlich war bis 2018 noch vom Arbeitnehmer allein ein kassenindividueller Zusatzbeitrag zu leisten. Ab 2019 wird der Zusatzbeitrag auch wieder paritätisch, d. h. je zur Hälfte vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer finanziert. Die Änderung bedeutet für den Arbeitnehmer eine Entlastung.
Geänderte Regelungen gelten ab 01. Juli 2019 auch bei geringfügiger Beschäftigung bei Arbeitnehmern, die eine Vergütung in der Gleitzone bei Midi-Job zwischen 450,01 € und 850 € im Monat noch bis 30. Juni 2019 erhalten. Die Einkommensgrenze, ab der die vollen Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen sind, steigt ab 01. Juli 2019 von 850 € auf 1.300 € als obere Grenze des künftigen "Übergangsbereichs" anstelle der Gleitzone. Im Übergangsbereich wird die Berechnung der Versicherungsbeiträge nach einer speziellen Formel entsprechend konkav angepasst. Erst zur oberen Grenze des Übergangsbereichs werden sich die Beiträge dem allgemeinen Beitragssatz angleichen. Daraus ableitend zahlen die betreffenden Beschäftigten künftig geringere Sozialversicherungsbeiträge und werden auch keine Nachteile bei den Rentenbezügen haben.
Auch Selbstständige stehen nicht in der Sozialversicherungspflicht, sie können sich aber bei bestimmten Voraussetzungen versichern.
Eine weitere Änderung betrifft ab 2019 die Halbierung des Mindestbeitrags, den Kleinselbstständige zur Krankenversicherung zu entrichten haben. Der Beitrag wird ab 2019 auf 171 € gesenkt, abgeleitet aus der Halbierung der Mindestbeitragsbemessungsgrundlage.
Die Feststellung, welche Sozialversicherungsbeiträge für einen bestimmten Arbeitnehmer abzuführen sind, erfolgt über die sogenannten Beitragsgruppen. Bereits bei Beginn einer versicherungspflichtigen Tätigkeit muss der Arbeitnehmer einer Beitragsgruppe zugeordnet werden, da diese auf der Anmeldung für die Krankenkasse anzugeben ist (z. B. normal oder mit einem höheren oder verminderten Beitrag kranken- und rentenversichert). Die Abführung der Sozialversicherungsbeiträge durch den Arbeitgeber wird durch ein einfaches Verfahren geregelt. Für Beträge, deren tatsächlicher Wert für den laufenden Monat noch nicht bekannt ist, kann der Betrag in Höhe des Vormonats gezahlt werden und aufwendige Schätzungen können entfallen. Auftretende Abweichungen gegenüber der tatsächlichen Beitragsschuld müssen in der Entgeltabrechnung des Folgemonats rechnerisch noch abgezogen oder addiert, d. h. ausgeglichen werden.
Die Beiträge zur Sozialversicherung zählen zu den gesetzliche Sozialkosten. Sie sind folglich auch Bestandteil der Lohnzusatzkosten bzw. speziell der lohngebundenen Kosten der gewerblichen Arbeitnehmer im Bauunternehmen sowie der Gehaltszusatzkosten der Angestellten und Poliere. In der Baukalkulation erfolgt die Berücksichtigung in den Baupreisen über den Kalkulationslohn.
Unternehmer des Baugewerbes haften nach dem Sozialgesetzbuch (§ 28e, Abs. 3a SGB IV und § 150, Abs. 3 SGB VII) auch für den Gesamtsozialversicherungs- und den Unfallversicherungsbeitrag ihrer mit Bauleistungen beauftragten Nachunternehmer (NU), und zwar wie ein selbstschuldnerischer Bürge. Die Haftung setzt einen Beitragsanspruch der Einzugsstelle gegen den Nachunternehmer voraus, wobei es nur um Beiträge für Arbeitsleistungen im Rahmen des Bauauftrages geht. Die Haftung für den Gesamtsozialversicherungsbeitrag greift erst ab einem Gesamtwert aller Bauleistungen für ein Bauwerk von 275.000 €). Verwiesen sei hierzu auf Ausführungen unter Hauptunternehmerhaftung.

Normen und Richtlinien zu Sozialversicherung

DIN 1960 [2016-09](1) Der öffentliche Auftraggeber schließt ein Unternehmen zu jedem Zeitpunkt des Vergabeverfahrens von der Teilnahme aus, wenn er Kenntnis davon hat, dass eine Person, deren Verhal...
DIN 1960 [2016-09](1) Zum Nachweis ihrer Eignung ist die Fachkunde, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit der Bewerber oder Bieter zu prüfen. (2) Der Nachweis umfasst die folgenden Angaben: 1. den ...
DIN 1960 [2016-09](1) Auszuschließen sind: 1. Angebote, die bei Ablauf der Angebotsfrist nicht vorgelegen haben, ausgenommen Angebote nachAbsatz 5 bzw. Absatz 6, 2. Angebote, die den Bestimmungen ...
DIN 1960 [2016-09](1) Der Nachweis, auch über das Nichtvorliegen von Ausschlussgründen nach§ 6e EU, kann wie folgt geführt werden: 1. durch die vom öffentlichen Auftraggeber direkt abrufbare Ein...

Baunachrichten zu Sozialversicherung

Lohn- und Gehaltszusatzkosten – veränderte Zuschlagsätze ab 2014 - 07.03.2014 Die genauen Änderungen weisen die Musterrechnungen der exemplarischen Berechnungsschemata des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie für 2014 aus...
07.03.2014 Die genauen Änderungen weisen die Musterrechnungen der exemplarischen Berechnungsschemata des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie für 2014 aus...
Reduzierte Lohn- und Gehaltszusatzkosten 2015 - 02.03.2015 Gründe dafür liegen u.a. in der geringeren Zahl von Ausfalltagen 2015 gegenüber dem Vorjahr, resultierend aus den auf das Wochenende fallenden Feiertagen und der Anpassung der Löhen an den
02.03.2015 Gründe dafür liegen u.a. in der geringeren Zahl von Ausfalltagen 2015 gegenüber dem Vorjahr, resultierend aus den auf das Wochenende fallenden Feiertagen und der Anpassung der Löhen an den ...
Zuschlagssätze 2013 für die Lohn- und Gehaltszusatzkosten - 01.03.2013 Seit dem 1. Januar 2013 leiten sich für den betreffenden Tarifstand folgende Zuschlagsätze...
01.03.2013 Seit dem 1. Januar 2013 leiten sich für den betreffenden Tarifstand folgende Zuschlagsätze...
Lohn- und Gehaltszusatzkosten 2016 weiter reduziert - 02.04.2016 Grund: die geringeren Zuschlagsätze für Lohn- und Gehaltszusatzkosten im Baugewerbe,nachzuvollziehen in den exemplarischen Musterrechnungen des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie e
02.04.2016 Grund: die geringeren Zuschlagsätze für Lohn- und Gehaltszusatzkosten im Baugewerbe,nachzuvollziehen in den exemplarischen Musterrechnungen des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie e...
Aktualisiert: Musterrechnungen 2018 zu Lohn- und Gehaltszusatzkosten - 04.05.2018 Die exemplarischen Musterrechnungen sind zum 01. März 2018 vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie aktualisiert worden. Die Werte für die Lohn- und Gehaltszusatzkosten sind gegenüber 20
04.05.2018 Die exemplarischen Musterrechnungen sind zum 01. März 2018 vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie aktualisiert worden. Die Werte für die Lohn- und Gehaltszusatzkosten sind gegenüber 20...

Begriffs-Erläuterungen zu Sozialversicherung

Als Rechengrößen gelten die Beitragsbemessungsgrenzen zur Sozialversicherung. Sie werden nach dem höchsten Bruttoentgelt bestimmt, für das ein Sozialversicherungsbeitrag berechnet werden kann. Für ei ...
Mit den Beitragsbemessungsgrenzen wird das höchste Bruttoentgelt bestimmt, für das Sozialversicherungsbeitrag berechnet werden kann. Für einen Betrag oberhalb der Bemessungsgrenzen wird kein Sozialve ...
Seit 1. Juli 2011 sind die Arbeitgeber auf Grundlage § 23c Abs. 2 Sozialgesetzbuch IV verpflichtet, von der Sozialversicherung geforderte Daten, Angaben und Bescheinigungen fürEntgeltersatzleistung ...
Eine grenzüberschreitende Tätigkeit innerhalb der EU und nach entsprechenden Vereinbarungen mit u. a. Norwegen, Island, Liechtenstein und der Schweiz ist beim zuständigen Sozialversicherungsträger an ...

Schon über 50.000 Abonnenten!
bauprofessor.nachrichten
Ihr kostenloser Newsletter
E-Mail:
» Abonnieren

Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.
OK