Spekulationsangebot

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Spekulationsangebot

Mit einem Spekulationsangebot erwartet der Bieter, den Bauauftrag zu erlangen und möglichst verlustfrei ausführen zu können. Mittels Preisspekulation könnte ein Bieter versuchen, dass sein Angebot besonders "günstig" aussieht. Einzelne Einheitspreise (EP) werden "unter dem Wert" und wieder andere "über dem Wert" praktisch als "Spekulationspreise" angeboten. Die Spekulation wäre dann erfolgreich, wenn der Bieter nach Erhalt des Zuschlags die Einheitspreise "unter Wert" durch solche "über Wert" ausgleichen kann.
Spekulationsangebote erfordern zunächst die Sichtung der Ausschreibungsunterlagen, ob und in welchem Maße Schwachstellen vorliegen und sich diese für die Preisbildung positiv ausnutzen lassen. Spekulationen können auftreten mit Bezug auf:
In einem Angebot kommen manchmal auch "Null-Einheitspreise" zum Ausweis. Null-Einheitspreise können, aber müssen nicht unrealistische, unvollständige oder sogar spekulative Preisangaben in einem Angebot darstellen. Eine Angabe von Null-Euro für einen Einheitspreis stellt auch eine Preisangabe dar. Im Allgemeinen mag ein Null-Einheitspreis zunächst unrealistisch erscheinen, möglicherweise sprechen aber sachliche Gründe für die Angabe.
Negative Einheitspreise- auch als Minus-Einheitspreis bezeichnet – können, aber müssen keinesfalls auf Spekulationen vermuten lassen. Das kann beispielsweise bei Abbruch, Rückbau, Straßenbau und Erdarbeiten der Fall sein. Beim Abbruch und oft bei Erneuerung von Pflaster können evtl. Materialien gewonnen und wiederverwertet werden. Die daraus erzielbaren Erlöse können wertmäßig den kalkulierten Aufwand in einer Leistungsposition im LV übersteigen.
Lässt die Prüfung und Wertung von Angeboten durch den Auftraggeber Vermutungen auf unangemessene, in der Preisstruktur unverständliche, wucherähnliche oder spekulative Preise zu, dann kann und sollte vom Bieter eine schriftliche Erklärung über die Kostenanteile der EP und die Offenlegung der Kalkulationsunterlagen – ähnlich wie bei Verdacht auf eine Mischkalkulation- verlangt werden. Dies sieht auch die Richtlinie 321 – Vergabevermerk, Prüfungs- und Wertungsübersicht - für öffentliche Bauaufträge des Bundes im Vergabe- und Vertragshandbuch (VHB-Bund, Ausgabe 2017) unter Tz. 3.3.2 vor.
Für die Aufklärung sollten die Aussagen in den ergänzenden Preisblättern (EFB-Preis) 221 bzw. 222 nach VHB-Bund sowie Formblatt 223 zur Aufgliederung der kalkulierten Einheitspreise sowie eine ggf. hinterlegte Urkalkulation herangezogen werden.
Legt der Bieter in einer abgeforderten Erklärung jedoch nachvollziehbar dar, dass er die Markt- und Wettbewerbssituation für seine Preisbildung effektiv genutzt hat (z. B. durch günstigen Materialeinkauf, Verwertung von Abbruchmaterial und Erdaushub), dann liegt in Bezug auf sein Unternehmen ein wirtschaftliches Angebot vor.

Baunachrichten zu Spekulationsangebot

Kalkulation und Ethik - Fairplay bei Angeboten und Nachträgen -Der brutale Wettbewerb in der Bauwirtschaft der letzten Jahre war auch verbunden mit einem Werteverfall bei der Kalkulationsarbeit für die Angebote. Submissions-Spannen von 100 bis 280 % belegen dies. Ein Verfall der Sitten und Gebräuche wird beklagt. Wo man früher zweimal im Jahr den Rechtsanwalt konsultierte, beschäftigt man jetzt 2 Rechtsanwälte im Jahr. Die Partner am Bau liegen oft im Streit.
Der brutale Wettbewerb in der Bauwirtschaft der letzten Jahre war auch verbunden mit einem Werteverfall bei der Kalkulationsarbeit für die Angebote. Submissions-Spannen von 100 bis 280 % belegen dies. Ein Verfall der Sitten und Gebräuche wird beklagt. Wo man früher zweimal im Jahr den Rechtsanwalt konsultierte, beschäftigt man jetzt 2 Rechtsanwälte im Jahr. Die Partner am Bau liegen oft im Streit.

Begriffs-Erläuterungen zu Spekulationsangebot

Mittels Preisspekulation könnte ein Bieter versuchen, dass seinAngebot besonders „günstig“ aussieht. Der Bieter erwartet, den Bauauftrag zu erlangen und möglichst verlustfrei ausführen zu können. D ...

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