Umsatzsteuer bei Werklieferungen

Umsatzsteuer bei Werklieferungen

Eine Werklieferung liegt vor, wenn der Unternehmer ein bestelltes Werk unter Verwendung eines oder mehrerer von ihm selbst beschaffter Hauptstoffe erstellt (§ 3 Abs. 4 Umsatzsteuergesetz-UStG). Bei Werklieferungen gilt die Leistung als ausgeführt, wenn dem Auftraggeber (Bauherr) die Verfügungsmacht an dem erstellten Werk verschafft worden ist. Sie wird grundsätzlich mit der Übergabe und Abnahme der fertigen Bauleistung verschafft. Auf die Abnahmeform kommt es dabei nicht an. Bei Vereinbarung einer förmlichen Abnahme wird die Verfügungsmacht allgemein am Tag der Abnahmehandlung verschafft. Nicht maßgebend ist dabei die baubehördliche Abnahme. Fehlende Restarbeiten oder Nachbesserungen schließen eine wirksame Abnahme nicht aus, wenn das Werk ohne diese Arbeiten seinem bestimmungsgemäßen Zweck dienen kann.
Wie eine Werkleistung werden bei der Umsatzsteuer auch Teile einer Leistung behandelt, für die ein Entgelt gesondert vereinbart und abgerechnet wird, z. B. mit einer Teilschlussrechnung nach einer Teilabnahme mit Erstellung eines Abnahmeprotokolls.
Voraussetzung ist jedoch, dass
  • die Leistung nach wirtschaftlicher Betrachtung auch teilbar ist wofür Beispiele unter dem Begriff Teilbarkeit von Bauleistungen aufgeführt worden sind und
  • sie nicht als Ganzes, sondern in Teilen geschuldet und bewirkt wird.
Eine Aufteilung in Lieferelemente oder sonstige Leistungen entspricht nicht dem Grundsatz der Einheitlichkeit einer Leistung und kann folglich nicht maßgebend sein. Die wirtschaftliche Aufteilung von Bauleistungen ist besonders dann von Bedeutung, wenn eine Umsatzsteuererhöhung vorgesehen ist. Um einen höheren Steuersatz zumindest teilweise zu vermeiden, ist daher zu überprüfen, inwieweit eine Gesamtleistung wirtschaftlich teilbar ist und in Teilleistungen erbracht und abgerechnet werden kann.
Soweit keine Steuerschuldnerschaft des Bauherrn als Leistungsempfänger nach § 13 b UStG vorliegt, sind folgende Aspekte maßgebend:
  • Die Umsatzsteuerschuld entsteht und wird fällig mit Ablauf des Voranmeldezeitraums, in dem die Werklieferung ausgeführt worden ist (vgl. § 13 Abs. 1, Nr. 1 UStG),
  • d. h. die Fertigstellung bzw. Auslieferung bzw. Abnahme der Bauleistung erfolgte (Soll-Besteuerung).
  • Die Soll- Besteuerung von Bauleistungen giltgrundsätzlich für Schlussrechnungen. Die Umsatzsteuer ist fällig, unabhängig davon, wann der Kunde die Rechnung bezahlt.
Schlussrechnungen werden terminlich meistens erst Wochen oder sogar Monate nach der Abnahme gestellt, besonders bei Einheitspreisverträgen, weil die Aufmaße und restliche Klärungen z. B. zu Nachträgen noch abzuschließen sind. Der für die Umsatzsteuer maßgebende Rechnungsbetrag steht nicht endgültig fest, dann ist der Leistungsumfang bzw. das Entgelt für die Umsatzsteuer einzuschätzen bzw. darüber eine vorläufige Schlussrechnung bzw. Interims-Schlussrechnung (nur für das Bauunternehmen intern) aufzustellen.
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