Urlaubsvergütung in der Bauwirtschaft

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Urlaubsvergütung in der Bauwirtschaft

In der Bauwirtschaft hat jeder Arbeitnehmer Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub. An Stelle des Bundesurlaubsgesetzes ist der Urlaub im Baugewerbe - speziell im Bauhauptgewerbe - geregelt für:
Für einzelne Gewerke wie Dachdecker, Gerüstbauer sowie Maler und Lackierer, die nicht dem BRTV-Baugewerbe unterliegen, gelten spezielle Regelungen bzw. gewerkebezogene Tarifverträge.
Die Urlaubsvergütung für die gewerblichen Arbeitnehmer, für die der BRTV-Baugewerbe bestimmend ist, besteht aus:
  • dem Urlaubsentgelt in Höhe von 11,4 % (bei Schwerbehinderten 13,3 % im Sinne der gesetzlichen Bestimmungen) des Bruttolohnes und
  • einem zusätzlichen Urlaubsgeld (ZUG) von 25 % des Urlaubsentgelts (vorher bis 2015 und wieder seit 2018, in den Jahren 2016 und 2017 nur von 20 %).
Damit umfasst die gesamte Urlaubsvergütung für die gewerblichen Arbeitnehmer insgesamt 14,25 % (bei Schwerbehinderten 16,63 %) des Bruttolohns gemäß § 8 Nr. 4.1 im BRTV-Baugewerbe, zugleich auch als Mindesturlaubsvergütung.
Für die Urlaubsvergütung haben die Bauunternehmen des Bauhauptgewerbes als Arbeitgeber die erforderlichen Mittel mittels Umlage gegenüber der SOKA-Bau aufzubringen. Der Beitragssatz an die SOKA-Bau beträgt ab 2019 bis 2021 jährlich 15,4 % (zuletzt für das Jahr 2018 von 14,5 %), näher erläutert unter Beitragssätze zur SOKA-Bau. Grundlagen liefert der "Tarifvertrag über das Sozialkassenverfahren im Baugewerbe (VTV nach neuer Fassung vom 28. September 2018, anzuwenden ab 1. Januar 2018). Bei weiteren Gewerken sind die Arbeitgeberbeiträge gegenüber deren eigenständigen Kassen wie beispielsweise der Sozialkasse des Dachdeckerhandwerks oder der Malerkasse des Maler- und Lackiererhandwerks abzuführen.
Scheidet ein gewerblicher Arbeitnehmer aus dem Bauunternehmen aus, besteht Anspruch auf Urlaubsabgeltung und ggf. Entschädigung, der sich gegen die Sozialkassen der Bauwirtschaft richtet. Abweichend davon kann ein Urlaubsanspruch durch den Arbeitgeber abgegolten werden, wenn zu Beginn einer Altersteilzeit der Urlaub aus zwingenden Gründen ganz oder teilweise nicht mehr gewährt werden kann. Eine Abgeltung von Urlaub darf nur insoweit erfolgen, als durch eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses Freizeit nicht mehr gewährt werden kann.
Das Urlaubsentgelt der Angestellten und Poliere bemisst sich nach dem durchchnittlichen Arbeitsverdienst, den der Angestellte in den letzten 3 Kalendermonaten vor dem Beginn des Urlaubs erhalten hat. Bei Verdiensterhöhungen von nicht nur vorübergehender Natur, die während des Berechnungszeitraumes oder des Urlaubs eintreten, ist von dem erhöhten Verdienst auszugehen. Verdienstverkürzungen, die in vorgenannter Zeit infolge Kurzarbeit, Arbeitsausfällen und unverschuldeter Arbeitsversäumnisse eintreten, bleiben für die Berechnung des Urlaubsentgelts außer Betracht.
Das Urlaubsentgelt ist vor Antritt des Urlaubs auszuzahlen. Eine Abgeltung des Urlaubs darf nach § 8 Nr, 5.2 im RTV-Angestellte nur erfolgen, wenn infolge Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses die Freizeit nicht mehr gewährt werden kann. Während des Urlaubs darf der Angestellte keine dem Urlaubszweck widersprechende Erwerbsarbeit leisten. Handelt er diesem Verbot nach § 10 Abs. 5.3 des RTV-Angestellte entgegen, so entfällt der Anspruch auf Bezahlung des Urlaubs.
Für die Angestellten und Poliere im Bauhauptgewerbe beträgt das zusätzliche Urlaubsgeld nach § 8 Nr.6.1 im RTV-Angestellte für jeden tarifvertraglich festgelegten Urlaubstag 24,00 €, für den Auszubildenden 16,00 € (zuvor in den Jahren 2016 und 2017 nur 19,00 € für die Angestellten und Poliere). Da jedoch zum RTV-Angestellte keine AVE - Allgemeinverbindlichkeit vorliegt, sind nur die tarifgebundenen Bauunternehmen zur Gewährung verpflichtet. Das zusätzliche Urlaubsgeld wird meistens im Zusammenhang mit dem Urlaubsentgelt und in einem Betrag gezahlt werden, jedoch spätestens mit dem Gehalt für den Monat Juli. Bei Teilbeschäftigten ist es anteilig zu gewähren.
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Normen und Richtlinien zu Urlaubsvergütung in der Bauwirtschaft

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